Und dann kam Gott!

23 Jahre Phoenix: Rückblick und Vorschau

 

von Manuela Schindler - ©  Juli 2017 -  zum 23jährigen Jubiläum

Im August 2017 feiern wir unser 23jähriges Gründungsjubiläum und die Freude ist groß! Es war in manchen Jahren nicht erkennbar, dass wir so lange durchhalten würden, und dass das Phoenix-Netzwerk überhaupt länger als ein paar wenige Jahre Bestand haben sollte. Niemand bei uns, schon gar nicht ich als Gründerin, hatte den Anspruch, ein Lebenswerk zu erschaffen, das nicht nur beständigen Wandlungen unterliegen würde, sondern auch inhaltlich immer mehr an Tiefe und Echtheit gewinnen sollte.

 

Wenn man bedenkt, dass anfänglich allein 22 Gründungsmitglieder halfen, die Geburt von Phoenix zu bewerkstelligen, so sind wir im Laufe der Jahre doch mit einer ständigen Fluktuation der Anzahl der Helfer und Mitarbeiter konfrontiert worden, weshalb es auch Zeiten zu überstehen galt, in welchen gerade mal nur vier Frauen alles aufrechterhielten und auch finanzierten.

 

Im Jahr 2017 beginnt unser 24. Arbeitsjahr mit Phoenix und wir stehen wieder einmal vor einem Neuanfang, nachdem wir eine lange und sehr intensive Prüfungs- und Wandlungsphase durchstehen mussten.

Im Rückblick sind all diese Jahre wie nichts und man fragt sich, wie die Zeit so schnell vergehen konnte, ohne dass man das so bewusst registriert hat. Doch wenn ich zurückschaue, sehe ich eine Fülle von Ereignissen und in sich stimmigen Entwicklungszyklen, die wiederum ALLE, jeder Bereich für sich - sehr arbeits- und zeitintensiv gewesen sind.

 

Erst in der Rückschau und im Analysieren der einzelnen Abschnitte wird klar, dass man die Jahre tatsächlich auch gebraucht hat, um an den heutigen Punkt zu gelangen, und dass jeder Abschnitt einem klassischen Entwicklungsmuster gefolgt ist!

 

 

Die Probierphase

 

Die Anfangszeit war vor allem geprägt von Abenteuerlust und Aufbruchsstimmung, doch fehlte in vielerlei Hinsicht das rechte Unterscheidungsvermögen. Deshalb nenne ich diese Zeit gern die „Probierphase“ oder auch „Zeit der Beliebigkeit“.

Beinahe sämtliche Gründungsmitglieder entstammten der Esoterik, insbesondere der „medialen Abteilung“, gemischt mit Schamanismus, Energiearbeit und Erdheilung, sowie verschiedenen Meditations- und Traumreiseinteressen.

Unser verbindendes Element war die Suche nach einer stetigen Verbindung zum Höheren Selbst, GOTT in uns, und einer damit verbundenen qualitativen Aufwertung sowohl unseres äußeren Lebens als auch unserer Spiritualität.

Als gemeinschaftliches Ziel verfolgten wir anfangs vor allem, ein harmonisches Miteinander zu verwirklichen.  Das wurde später ergänzt durch Kontakte zu ähnlichen Gruppen, um uns zu vernetzen und sich gegenseitig kennen zulernen. Die sich daraus ergebenden weiteren Ziele wollten wir abwarten bzw. den Angeboten folgen, die auf uns zukommen sollten. Diese Probierphase war sehr von Arglosigkeit und Naivität geprägt, trug aber auch sehr viel Leichtigkeit und Freude in sich.

Natürlich war vor allem für mich die Arbeitslast, und damit verbunden die Verantwortung, schon immer hoch gewesen, denn letztlich war ich als „Führungspersönlichkeit“ diejenige, die beständig die eingeschlagenen Richtungen und Interessen hinterfragen, und gegebenenfalls auch mal korrigieren musste.

Eine stetige Weiterentwicklung fand statt: Es gab Arbeitsprojekte wie den Redaktionsrat, der als Endergebnis alle drei Monate eine von der spirituellen Ausrichtung her kunterbunte Zeitschrift herausbrachte, wir förderten diverse Friedensaktivitäten, und hatten schöne und arbeitsintensive Gruppentreffen, in denen die persönliche Entwicklung im Vordergrund stand.

 

 

Ernüchterung und Verarbeitung

 

So ging das sechs Jahre lang, bis plötzlich eine Schwächungsphase, und damit „das verflixte 7. Jahr“,  begann.

Viele Projekte und Kontakte stellten sich auf Dauer als zu schwierig und unergiebig heraus. Wir gerieten immer mehr in Zweifel, ob eigentlich alles richtig sei so, wie wir es bisher gehandhabt hatten.

Vor allem die Channelingbewegung mit den verschiedensten medialen Abzweigungen stieß uns zunehmend ab, weil sie „Blüten“ entwickelte, die wir so keinesfalls mehr mittragen wollten. Und das, obwohl viele bei uns selbst medial und hellsichtig waren!

Doch kristallisierte sich ein zunehmender Unterschied in Qualität, Zielsetzung und Ausrichtung heraus, was wir schlichtweg am Ende nicht mehr ertragen konnten.

Vermutlich zeigte sich so, dass unser Unterscheidungsvermögen heranreifte? Die Ernüchterung war jedenfalls groß und allen war klar, dass es so nicht weitergehen konnte. Es war offensichtlich, dass wir neue Werte finden mussten,  oder aber bestehende Werte zu hinterfragen, zu reinigen und zu intensivieren hatten.

 

 

Vom Licht ins Dunkel

 

Eine sehr schwierige Zeit begann, denn das Hinterfragen löste viele Unsicherheiten und Krisen aus, da wir plötzlich nicht mehr wussten, was wir wollten. Das Phoenix-Netzwerk reduzierte sich immer mehr, Kontakte wurden abgebrochen, Mitglieder verabschiedeten sich, und intern fanden mit der verbliebenen Kerngruppe intensive Gespräche statt, die dann letztlich im Jahr 2002 zu einer kompletten ersten Neuausrichtung führten.

Inzwischen lehnten wir die Esoterik generell so dermaßen ab, dass wir „das Kind mit dem Bade“ ausschütteten und durch die negative Grundhaltung in eine sehr dunkle Phase eintraten. Obwohl die Esoterik einige von uns einst selbst aus teilweise schwierigen Lebensumständen „erlöst“ hatte und unseren Leben erst einen neuen Sinn gab, standen wir ihr - plötzlich und völlig unerwartet - feindlich gegenüber. (Dieses Phänomen haben wir übrigens in den folgenden Jahren auch bei anderen Gruppierungen und Einzelpersonen wiedergefunden!)

Gleichzeitig sahen wir uns zunehmend mit seltsamen übersinnlichen Phänomenen konfrontiert, und es kam zu spirituellen Krisen und energetischen Grenzsituationen, die sich den verbleibenden Mitgliedern regelrecht aufdrängten.

Wir sahen uns kämpfend und ringend gegen eine fast unüberwindliche Übermacht stehend, und waren nicht selten extrem entmutigt. Doch unser Ziel war im Kern immer noch, die Verbindung zu GOTT und dem Höheren Selbst zu festigen, weshalb wir darin letztlich den rettenden Halt fanden.

Erstaunlicherweise hatten wir trotz aller Dunkelphasen immer das Gefühl, dass wir „da durch mussten“, und dass es nicht anders ging, um zu einer ganzheitlicheren Sicht auf die Spiritualität zu gelangen, und dadurch von der esoterischen Wellnessspiritualität wegzukommen.

Am Ende stellten wir fest, dass wir sehr an Unterscheidungsvermögen gewonnen hatten und nun über Wissen verfügten, welches wir eigentlich nie haben wollten!

Da wir es aber nun - wenn auch unfreiwillig - gewonnen hatten, lag es nahe, dieses mit der Öffentlichkeit zu teilen in der Hoffnung, dadurch vielen "suchenden" Menschen die zu lange Wanderung durch die Dunkelheit entweder ersparen, oder zumindest mit Sinnhaftigkeit und einem Ziel versehen zu können.

Ausgelöst durch Hilfesuchende, die ihrerseits - und unabhängig von uns - in ähnliche Phasen gerieten, wurden die Nothilfeseiten auf der Homepage entwickelt, die ein Ergebnis dieser Zeit sind.

Wir kamen mit der Esoterik an sich so letztlich wieder in Frieden, erkannten aber nun sehr deutlich, wo die Fallen waren, und der Missbrauch und die böse Seite sich geschickt verbargen.

Die letzte große Ernüchterung mussten wir hinnehmen, als eine übelwollende Person, der wir definitiv nichts getan haben, und mit der wir nur „lose“ Kontakte hatten, uns über das Internet als Sekte verleumdete.

Eine lange Zeit der intensiven Selbstprüfung begann, denn es war definitiv nicht unser Ziel, eine Sekte zu erschaffen.

Daher nahmen wir die Angriffe als „Wink des Schicksals“, um alles zu hinterfragen und ggf. zu beenden.

Dann entschieden wir uns Ende 2010, weiterzumachen. Da wir selbst sehr aktiv im Internet präsent sind, und das Internet nichts vergisst, wird diese hässliche Geschichte fortan unseren Weg begleiten, und wir werden es akzeptieren und damit leben müssen!

Vielleicht schützt uns das sogar vor dem Zulauf unreifer Personen, die ihre Verantwortung gern abgeben wollen und - vielleicht auch unbewusst - Abhängigkeiten suchen. Das ist bei uns tatsächlich nicht möglich, denn dazu gibt es weder die passenden Strukturen noch irgendein Interesse unsererseits daran, möglichst viele Menschen um uns zu scharen oder gar an uns zu binden. Dazu fehlt uns nicht nur die Kraft, sondern schlichtweg auch die Lust!

Die Zeit der Dunkelheit hat uns gelehrt, dass nicht alles zusammenpasst oder passend gemacht werden kann, selbst wenn spirituelle Interessen vorhanden sind. Leider reicht das allein nicht aus, denn es gibt definitiv zu verschiedene Vorstellungen, wie das in der Praxis auszusehen hat.

Wir haben unsere Ausrichtung jedenfalls gründlich geprüft und hinterfragt, und uns vor allem an den Geboten, spirituellen ethischen Grundsätzen und der Suche nach Gottesnähe ausgerichtet. Unsere esoterischen und okkulten Erfahrungen, und unser Wissen über die Hinter- und Abgründe dieser Welt, auch und vor allem in feinstofflicher Hinsicht, sind sicherlich sehr wertvoll und garantiert kein Hinderungsgrund, unsere Ziele auch weiterhin treu zu verfolgen.

 

 

Und dann kam Gott: Vom Dunkel ins Licht

 

Starke spirituelle Erfahrungen, über die an dieser Stelle aber nicht ausführlich berichtet werden soll, begleiteten uns dabei, weshalb sich langsam aber sicher alles wieder zum Guten wandeln konnte. Wir bekamen im wahrsten Sinne des Wortes unerwartete Hilfe, die auch heute noch andauert und uns in unserem Tun jeden Tag aufs Neue stärkt. Immer, wenn wir an Phoenix zu zweifeln begannen und womöglich zu befürchten stand, dass wir uns auf einem Irrweg befanden, gab es die schönsten und außergewöhnlichsten Zeichen. Gott kam uns so unerwartet nah, dass es uns mehrfach die Sprache verschlug, zumal wir niemals damit gerechnet haben!

Wir lernten mit seiner Hilfe, ohne Applaus und öffentliche Zustimmung zu leben und beharrlich an unsere Werte und seinen Beistand zu glauben, was sich dann erwartungsgemäß für uns als Segen herausstellte. 

Doch brachte dieser Segen auch neue Herausforderungen, denn fortan änderten sich die Prioritäten bei uns gewaltig! Nun hatten wir zwar eine Bestätigung erhalten, mit der wir nie gerechnet haben, die uns aber andererseits auch aufforderte, dazu zu stehen und unseren Standpunkt völlig neu zu bestimmen. Wir mussten nun festlegen, inwieweit wir uns erlauben wollten, öffentlich zu unserer Gottesnähe zu stehen.

Angst tauchte bei uns auf, denn wir hatten nicht gerade gute Erfahrungen gemacht mit religiösen Menschen, die bei jeder Gelegenheit Jesus als Begründung nahmen für unfreundliches, vorverurteilend strenges und teilweise ziemlich extremistisches Verhalten.

Die Vorgehensweisen der extremen moslemischen Bewegungen, welche die Sehnsucht nach Gott rücksichtslos benutzten, um ihre eigenen weltlichen Pläne durchzusetzen, rückten ebenfalls näher an uns heran, was uns verständlicherweise ganz und gar nicht gefiel.

Wir begegneten nun einer sehr speziellen und dogmatischen Welt, in der es gefährlich war, sich offen zu Gott und der Nähe zu ihm zu bekennen, wenn man sich nicht einer bestimmten Religion mit einer bestimmten Gottesdefinition anschloss.

 

 

 

Unsere Zukunft

 

Sich damit auseinanderzusetzen ist heftig, und nicht selten mussten wir erst Mut sammeln, um zu unseren Erfahrungen stehen zu können und sämtliche Unsicherheiten bezüglich dessen, was wir durften und was nicht, zu überwinden. Ob man uns glaubte oder nicht, war dabei eher nebensächlich, denn wir haben durchaus Verständnis für Skeptizismus und Vorsicht, da gerade in diesem Bereich des Glaubens viel Unheil und Verführungen geschehen sind und noch geschehen werden.

Aber auch andere Fragen taten sich auf, denn ob wir unser esoterisches Gedankengut und das hart errungene Wissen mitnehmen dürfen in diesen neuen Abschnitt, wussten und wissen wir noch nicht genau. Auf der anderen Seite gehen wir davon aus, dass gerade das hilfreich sein kann und auch in Gottes Sinne ist, denn warum sonst ist unser Weg so und nicht anders verlaufen?  Andererseits sind die Risiken nicht unerheblich. Doch selbst Jesus zeigt uns in der Bibel (z.B. in der Bergpredigt) ganz deutlich, dass er Wissen um die Hintergründe der Schöpfung besessen hat und das dazu nutzte, die Menschen zu ihrem Schutz zu warnen.

Gerade durch unsere vielfältigen und teilweise dramatischen Erfahrungen sind wir doch in der Lage, einen Weg zu weisen, der sicher durch die Esoterik führt, und am Ende vielleicht sogar mit einer ganz unerwarteten Belohnung gekrönt werden kann.

Damit sind wir nun aufgefordert, uns ganz neu zu erfinden und aus den Erfahrungen der letzten 23 Jahre etwas zu machen, was gut und hilfreich ist für uns und diejenigen Menschen, die einen ähnlichen Weg gegangen sind wie wir.

Uns war schon immer klar, dass wir dabei weder missionieren noch propagieren wollen, wie alles richtig geht, sondern dass wir uns im Zweifelsfall lieber zurücknehmen und eher im Hintergrund halten wollen.

Wer unser Wissen gebrauchen kann, kann die Homepage besuchen und sich kostenlos bedienen, und geht dabei keinerlei Risiko ein, womöglich in eine Sekte eingefangen zu werden.

Fakt ist: Wir wollen uns weder aufdrängen, noch eine Sekte bilden oder eine neue Religion gründen. Aber wenn wir dürfen, würden wir gern bei der allgemeinen Aufklärung helfen und unsere Erfahrungen beisteuern! Wir würden gern für eine freie Spiritualität einstehen, die frei von altertümlichen und unverständlichen Ritualen, und beseelt von dem Wunsch ist, GOTT und Mensch wieder einander anzunähern und den Segen, den das für den Einzelnen mit sich bringt, zu bezeugen!

Wir wollen gern friedlich mit vielen Menschen gemeinsam daran arbeiten, eine freie und trotzdem tragende Spiritualität zu leben, die direkt und undogmatisch zu Gott führt, ohne Wenn und Aber!

 

 

Wer Lust hat, uns bei dieser Aufgabe zu unterstützen und sich tatkräftig einzubringen, ist herzlich bei uns willkommen. (Weiteres siehe bei ZIELE + VISIONEN und unter Mitgliedschaft.)