Und dann kam Gott!

25 Jahre Phoenix: Rückblick und Vorschau

 

von Manuela Schindler  ©  überarbeitete Version Juli 2019

Im August 2019 feiern wir unser 25jähriges Gründungsjubiläum! Allen Anfechtungen und Krisen zum Trotz gibt es uns noch, und zwar kraftvoller denn je.

Es war bei der Gründung nicht erkennbar, dass das Phoenix-Netzwerk länger als ein paar wenige Jahre Bestand haben sollte. Niemand bei uns, schon gar nicht ich als Gründerin, hatte den Anspruch, ein Lebenswerk zu erschaffen, das nicht nur beständigen Wandlungen unterliegen würde, sondern auch inhaltlich immer mehr an Tiefe gewinnen sollte.

22 Gründungsmitglieder halfen, die Geburt von Phoenix zu bewerkstelligen, doch sind wir im Laufe der Jahre mit einer ständigen Fluktuation der Anzahl der Helfer und Mitarbeiter konfrontiert worden. Deshalb gab es auch Zeiten zu überstehen, in welchen nur noch vier Frauen alles aufrechterhielten und finanzierten. Nur durch die Gründung der noch heute existierenden privaten Trägergemeinschaft im Dezember 2012 konnte in einer wirklich sehr schwierigen Zeit alles stabil gehalten werden, vor allem finanziell!

2017 standen wir wieder einmal vor einem Neuanfang, nachdem wir eine lange und sehr intensive Prüfungs- und Wandlungsphase durchgestanden hatten. Das Ende dieser intensiven Zeit führte uns im Dezember 2018 an einen neuen Ort des Wirkens und zur Gründung eines Beginenhofes in Nordhastedt. Dort haben wir schöne Räume für Arbeit und Wohnen, für Treffen und Studium.

Im Rückblick sind all diese Jahre schnell vorbeigezogen und man fragt sich, wie sie so schnell vergehen konnten.

Doch wenn ich zurückschaue, sehe ich eine Fülle von Ereignissen und in sich stimmigen Entwicklungszyklen, die wiederum ALLE, jeder Abschnitt für sich, sehr arbeits- und zeitintensiv gewesen sind.

Erst in der Rückschau und im Analysieren der einzelnen Abschnitte wird klar, dass man diese Zeit gebraucht hat, um an den heutigen Punkt zu gelangen, und dass alles einem klassischen Entwicklungsmuster gefolgt ist!

 

 

Die Probierphase

 

Die Anfangszeit war vor allem geprägt von Abenteuerlust und Aufbruchsstimmung, doch fehlte in vielerlei Hinsicht das rechte Unterscheidungsvermögen. Deshalb nenne ich diese Zeit gern die „Probierphase“ oder auch „Zeit der Beliebigkeit“.

Beinahe sämtliche Gründungsmitglieder entstammten der Esoterik, insbesondere der „medialen Abteilung“, gemischt mit Schamanismus, Energiearbeit und Erdheilung sowie Interesse an Meditation, Traumreisen und mehr.

Unser verbindendes Element war die Suche nach einer stetigen Verbindung zum Höheren Selbst, GOTT in uns, und einer damit verbundenen qualitativen Aufwertung unseres äußeren Lebens und unserer Spiritualität.

Als gemeinschaftliches Ziel verfolgten wir anfangs vor allem, ein harmonisches Miteinander zu verwirklichen.  Das wurde später ergänzt durch Kontakte zu ähnlichen Gruppen, um uns zu vernetzen und gegenseitig kennenzulernen. Die sich daraus ergebenden weiteren Ereignisse wollten wir auf uns zukommen lassen, was zu unerwarteten Projekten und sehr schönen Begegnungen führte. Diese Probierphase war sehr von Arglosigkeit und Naivität geprägt, trug aber auch sehr viel Leichtigkeit und Freude in sich.

Natürlich war vor allem für mich die Arbeitslast, und damit verbunden die Verantwortung, von Anfang an hoch gewesen. Letztlich war ich als „Führungspersönlichkeit“ aufgefordert, beständig die eingeschlagenen Richtungen und Interessen hinterfragen und verantworten, und gegebenenfalls auch korrigieren zu müssen.

Eine stetige Weiterentwicklung fand so statt:

Es gab Arbeitsprojekte wie den Redaktionsrat, der als Endergebnis alle drei Monate eine von der spirituellen Ausrichtung her kunterbunte Zeitschrift herausbrachte, wir förderten diverse Friedensaktivitäten und hatten schöne und arbeitsintensive Gruppentreffen, in denen die persönliche Entwicklung im Vordergrund stand.

 

 

Ernüchterung und Verarbeitung

 

So ging das sechs Jahre lang, bis plötzlich eine Schwächungsphase einsetzte

Viele Projekte und Kontakte stellten sich als zu schwierig und unergiebig heraus. Wir gerieten immer mehr in Zweifel, ob eigentlich alles richtig sei so, wie wir es bisher gehandhabt hatten.

Vor allem die Channelingbewegung mit den verschiedensten medialen Abzweigungen stieß uns zunehmend ab, weil sie „Blüten“ entwickelte, die wir so keinesfalls mittragen wollten. Das gerade auch deshalb, weil viele bei uns selbst medial und hellsichtig waren und channeln konnten!

Es kristallisierte sich ein zunehmender Unterschied in Qualität, Zielsetzung und Ausrichtung heraus, was wir schlichtweg am Ende nicht mehr ertragen konnten.

Vermutlich zeigte sich so, dass unser Unterscheidungsvermögen heranreifte? Die Ernüchterung war jedenfalls groß und allen war klar, dass es so nicht weitergehen konnte. Es war offensichtlich, dass wir neue Werte finden mussten,  oder aber bestehende Werte zu hinterfragen, zu reinigen und neu auszurichten hatten.

 

 

Vom Licht ins Dunkel

 

Eine sehr schwierige Zeit begann, denn das Hinterfragen löste viele Unsicherheiten und Krisen aus, da wir plötzlich nicht mehr wussten, was wir wollten. Das Phoenix-Netzwerk reduzierte sich immer mehr, Kontakte wurden abgebrochen, Mitglieder verabschiedeten sich, und intern fanden mit der verbliebenen Kerngruppe intensive Gespräche statt, die dann letztlich im Jahr 2002 zu einer kompletten ersten Erneuerung führten.

Inzwischen lehnten wir die Esoterik generell so dermaßen ab, dass wir „das Kind mit dem Bade“ ausschütteten und durch die negative Grundhaltung in eine sehr dunkle Phase eintraten. Obwohl die Esoterik einst einige von uns aus schwierigen Lebensumständen „erlöst“ und unseren Leben erst einen neuen Sinn verliehen hatte, standen wir ihr - plötzlich und völlig unerwartet - feindlich gegenüber. (Dieses Phänomen haben wir übrigens in den folgenden Jahren auch bei anderen Gruppierungen und Einzelpersonen wiedergefunden!)

Gleichzeitig sahen wir uns zunehmend mit seltsamen übersinnlichen und energetischen Phänomenen konfrontiert; es kam zu spirituellen Krisen und energetischen Grenzsituationen, die sich den verbliebenen Mitgliedern regelrecht aufdrängten und die uns manchmal große Angst machten.

Wir sahen uns kämpfend und ringend gegen eine fast unüberwindliche unsichtbare "Übermacht" stehend, die unsere Arbeit zunichte machen wollte, und waren nicht selten entmutigt. Doch unser Ziel war im Kern immer noch, die Verbindung zu GOTT und dem Höheren Selbst (Gott in uns) zu festigen, weshalb wir darin letztlich den rettenden Halt fanden.

Erstaunlicherweise hatten wir trotz aller Dunkelphasen immer das Gefühl, dass wir „da durch mussten“, und dass es nicht anders ging, um zu einer ganzheitlicheren Sicht auf die Spiritualität zu gelangen.

Am Ende stellten wir fest, dass wir sehr an Unterscheidungsvermögen gewonnen hatten und nun über Wissen verfügten, welches wir nie haben wollten!

Da wir es aber nun - wenn auch unfreiwillig - gewonnen hatten, lag es nahe, dieses mit der Öffentlichkeit zu teilen in der Hoffnung, dadurch vielen "suchenden" Menschen die Wanderung durch die Dunkelheit entweder ersparen, oder zumindest mit Sinnhaftigkeit und einem höheren Ziel versehen zu können.

Ausgelöst durch Hilfesuchende, die ihrerseits - und unabhängig von uns - in ähnliche Phasen gerieten, wurden die Nothilfeseiten auf der Homepage entwickelt, die ein Ergebnis dieser schwierigen Zeit sind. 

Wir kamen mit der Esoterik letztlich wieder in Frieden, erkannten aber nun sehr deutlich, wo die Fallen, der Missbrauch und die böse Seite sich geschickt verbargen.

Die letzte große Ernüchterung mussten wir hinnehmen, als eine übelwollende Person, mit der wir nur lose Kontakte hatten, uns über das Internet als Sekte verleumdete.

Eine lange Zeit der intensiven Selbstprüfung begann, denn es war definitiv nicht unser Ziel, eine Sekte zu erschaffen. Daher nahmen wir die Angriffe als „Wink des Schicksals“, um alles zu hinterfragen und notfalls das ganze Phoenix-Projekt zu beenden.

Ende 2010 entschieden wir uns, weiterzumachen. Da wir aktiv im Internet präsent sind, und das Internet nichts vergisst, wird diese hässliche Geschichte fortan unseren Weg begleiten, und wir werden es akzeptieren und damit leben müssen!

Vielleicht schützt uns das sogar vor dem Zulauf unreifer Personen, die ihre Verantwortung gern abgeben wollen und - vielleicht auch unbewusst - Abhängigkeiten suchen. Das ist bei uns tatsächlich nicht möglich, denn dazu gibt es weder die passenden Strukturen noch irgendein Interesse unsererseits daran, möglichst viele Menschen um uns zu scharen oder gar an uns zu binden. Dazu fehlt uns nicht nur die Kraft, sondern auch das Interesse!

Die Zeit der Dunkelheit hat uns gelehrt, dass nicht alles zusammenpasst oder passend gemacht werden kann, selbst wenn spirituelle Interessen vorhanden sind. Es gibt definitiv zu viele verschiedene Vorstellungen, wie das in der Praxis auszusehen hat.

Wir haben unsere Ausrichtung jedenfalls gründlich geprüft und hinterfragt, und uns vor allem an den Geboten, spirituell-ethischen Grundsätzen und der Gottesnähe ausgerichtet.

Unsere esoterischen und okkulten Erfahrungen, und unser Wissen über die Hinter- und Abgründe dieser Welt, auch und vor allem in feinstofflicher Hinsicht, sind sehr wertvoll und werden uns dabei helfen, unsere Ziele auch weiterhin treu zu verfolgen.

 

 

Und dann kam Gott: Vom Dunkel ins Licht

 

Starke gütige spirituelle Erfahrungen, über die an dieser Stelle aber nicht ausführlich berichtet werden soll, begleiteten uns die ganze Zeit, weshalb sich langsam aber sicher alles wieder zum Guten wandeln konnte. Wir bekamen am Ende im wahrsten Sinne des Wortes unerwartete Hilfe, die auch heute noch andauert und uns in unserem Tun jeden Tag aufs Neue stärkt. Immer, wenn wir an Phoenix zu zweifeln begannen und womöglich zu befürchten stand, dass wir uns auf einem Irrweg befanden, gab es die schönsten und außergewöhnlichsten Zeichen. Gott kam so unerwartet nah, dass es uns mehrfach die Sprache verschlug, zumal wir niemals damit gerechnet hatten!

Wir lernten mit seiner Hilfe, ohne Applaus und öffentliche Zustimmung zu leben und beharrlich an unsere Werte und seinen Beistand zu glauben, was sich dann erwartungsgemäß für uns als Segen herausstellte. 

Doch brachte dieser Segen auch neue Herausforderungen, denn fortan änderten sich die Prioritäten bei uns gewaltig! Nun hatten wir zwar einerseits Bestätigung unserer Rechtmäßigkeit erhalten, die uns andererseits aber aufforderte, dazu zu stehen und unseren Standpunkt neu zu definieren. 

Angst tauchte bei uns auf, denn wir hatten nicht gerade gute Erfahrungen gemacht mit religiösen Menschen, die bei jeder Gelegenheit Jesus als Begründung nahmen für unfreundliches, vorverurteilend strenges und teilweise ziemlich extremistisches Verhalten.

Die extremen moslemischen Bewegungen, welche die Sehnsucht nach Gott rücksichtslos benutzten, um ihre eigenen weltlichen Pläne durchzusetzen, rückten ebenfalls warnend näher an uns heran, was uns verständlicherweise ganz und gar nicht gefiel.

Wir begegneten nun einer sehr speziellen und dogmatischen Welt, in der es gefährlich war, sich offen zu Gott und der Nähe zu ihm zu bekennen, wenn man sich nicht einer bestimmten Religion mit einer klar umrissenen Gottesdefinition anschloss.

 

 

 

Unsere Zukunft

 

Sich damit auseinanderzusetzen ist heftig, und nicht selten mussten wir erst Mut sammeln, um zu unseren Erfahrungen stehen zu können und sämtliche Unsicherheiten bezüglich dessen, was wir durften und was nicht, zu überwinden. Ob man uns glaubte oder nicht, war dabei eher nebensächlich, denn wir haben durchaus Verständnis für Skeptizismus und Vorsicht, da gerade im Bereich des Glaubens viel Unheil und Verführungen geschehen sind und noch geschehen werden.

Aber auch andere Fragen taten sich auf, denn ob wir unser esoterisches Gedankengut und das hart errungene Wissen mitnehmen durften in diesen neuen Abschnitt, wussten wir nicht. Auf der anderen Seite gingen wir davon aus, dass gerade das hilfreich sein kann und auch in Gottes Sinne ist, denn warum sonst ist unser Weg so und nicht anders verlaufen?  Andererseits sind die Risiken nicht unerheblich. 

Gerade durch unsere vielfältigen und teilweise dramatischen Erfahrungen sind wir in der Lage, einen Weg zu weisen, der einigermaßen sicher durch die Esoterik führt, und am Ende vielleicht sogar mit einer ganz unerwarteten Belohnung gekrönt werden kann.

Damit sind wir nun aufgefordert, uns ganz neu zu erfinden und aus den Erfahrungen der letzten 25 Jahre etwas zu machen, was gut und hilfreich ist für uns und diejenigen Menschen, die einen ähnlichen Weg gegangen sind wie wir.

Fakt ist:

Wir wollen uns weder aufdrängen, noch eine Sekte bilden oder eine neue Religion gründen. Aber wir würden gern bei der allgemeinen Aufklärung helfen und unsere Erfahrungen beisteuern! Wir wollen für eine freie Spiritualität einstehen, die frei von altertümlichen und unverständlichen Ritualen ist. Die beseelt von dem Wunsch ist, GOTT und Mensch wieder einander anzunähern und den Segen, den das für den Einzelnen mit sich bringt, zu bezeugen!

Wir wollen gern friedlich mit vielen Menschen gemeinsam daran arbeiten, eine freie und trotzdem tragende Spiritualität zu leben, die direkt und undogmatisch zu Gott führt, ohne Wenn und Aber!

Deshalb entschieden wir uns für den Weg der Beginen, der all das ermöglicht, und weihen unseren neuen Beginenhof mit dem schönen Zentrum zu unserem 25jährigen Jubiläum im August 2019 ein. Ein neuer Abschnitt in neuer Umgebung und einem schönen neuen Zentrum beginnt.

 

Nachtrag 12. Juli 2019:

Manuela Schindler hat sich gestern entschieden, keine neuen Beiträge mehr in der Öffentlichkeit und insbesondere auf dieser Homepage zu posten, weshalb es hier in Zukunft nur noch wenig Veränderungen geben wird. Nach gründlicher Prüfung sind wir der Meinung, dass unsere Homepage ein gutes Bild bietet über uns und unsere Ansichten, und von daher die Arbeit hier eingestellt werden kann. Im Studium, Forum und im Mitgliederbereich dieser Homepage geht die Arbeit jedoch wie gewohnt weiter.

 

 

Wer Lust hat, uns bei dieser Aufgabe zu unterstützen und sich tatkräftig einzubringen, ist herzlich bei uns willkommen. (Weiteres siehe bei ZIELE + VISIONEN und unter Mitgliedschaft.)