Energiegesetze: Das Unendliche und das Endliche

von Manuela Schindler (c) Oktober 2014

 

 

Das Unendliche kann vom Endlichen nicht unendlich aufgenommen und nicht unendlich weitergeleitet werden!“ 
Auszug aus den Energiegesetzen für Heiler

 

Ebenso wie die vitale Lebensenergie durch und in uns begrenzt wird, verhält es sich mit der spirituellen Energie. Sind beide Energien in ihrer Grundbeschaffenheit zwar unendlich, finden doch beide durch uns ihre Grenzen und erhalten im Ausdruck ihre individuellen Eigenheiten.

Wir können sie teilen und im Leben verbrauchen, sie nutzlos versickern lassen oder sinnvoll gebrauchen, oder sie einfach für uns selbst einsetzen. Im Gegensatz zur vitalen Lebensenergie, die uns in einem gewissen Maß selbstverständlich und ohne große Eigenleistung zur Verfügung steht, muss die spirituelle Energie täglich neu zum Ausdruck gebracht - und damit täglich neu bestätigt - werden, um die „Berechtigung“ zu einem fortlaufenden Bezug derselben aufrechtzuerhalten. Wird die spirituelle Energie durch eine falsche Lebensweise eher nur verbraucht als durch ein geregeltes Anwenden einer gesunden spirituellen Praxis aufgebaut, kann man seine spirituellen Kräfte verlieren: der tägliche Nachfluss wird stetig reduziert und dadurch ein Absinken der persönlichen spirituellen Schwingung eingeleitet.

 

Sowieso steht uns nur ein gewisses gesundes Energiemaß am Tag zur Verfügung, damit wir nicht ausbrennen oder gar – was bei spirituellen Energien der Fall wäre – verbrennen. Überziehen wir unser tägliches und damit verträgliches Limit bei der Lebensenergie, so überbeanspruchen wir unser sensorisches System und schaden uns (burnout). Aber nicht nur das: bei einem spirituell orientierten Menschen zieht die Seele – das Höhere Selbst – sich zurück, da sie nicht bereit ist, sich im Endlichen verbrennen und ausbeuten zu lassen! Anders als der Mensch kennt die höhere Seele die gesunden Grenzen und hat eine größere Einsicht in die Dinge, die Sinn machen und der Schöpfung im Sinne Gottes dienen, und derjenigen, die dem persönlichen Ehrgeiz entspringen und ansonsten sinnlos sind.


Als spirituell lebender Mensch verbraucht man, sofern der Lebenssinn der stetigen Zunahme der Gottesnähe und der lebendigen Verbindung zum Höheren Selbst dienen soll, sehr viel spirituelle Energien, während man gleichzeitig das Limit für den nächsten Tag erarbeitet. So kann man im wahrsten Sinne sagen, dass man heute das Maß der spirituellen Energie von morgen „erwirtschaftet“ und sich vor allem durch die vorhandene „Menge“ an spiritueller Energie der spirituelle Erwachensprozess ermöglicht.


Verbraucht man als Heiler oder spiritueller Berater sämtliche Energien für andere Menschen, wird das erwirtschaftete Maß der spirituellen Energie stetig absinken und in einen energetischen „Bankrott“ führen, ähnlich wie wenn man sein Bankkonto gleichmäßig überzieht, da man zu viel gibt, aber nicht genügend aufbaut. Und da allein schon für die spirituelle Erkenntnis- und Reifungsarbeit sehr viel spirituelle Energie gebraucht wird, verlangsamt sich auch entsprechend die Transformation des eigenen Lebens.


Es ist in diesem Fall nicht immer so, dass Geben seliger denn Nehmen ist! Arbeitet man gemeinsam mit dem Höheren Selbst wird man erleben dürfen, dass fortan die Grenzen des Helfens enger gesteckt werden als wenn man selbst als Person darüber entscheidet! Hilft man als Mensch auf der materiellen Ebene mit Materie und Einsatz von Kraft, Zeit und Lebensenergie, sind dem bekanntermaßen natürliche Grenzen gesetzt, die sich durch das eigene Vermögen begründen. Es sei denn, man gibt das Vermögen anderer Menschen oder der Erde aus! Dass das nicht recht ist, weiß jeder. Ebenso aber verhält es sich mit der spirituellen Energie, weshalb das Höhere Selbst – welches ja letztlich GOTT in uns ist - dort erstaunlich enge Grenzen zieht! 


Es wird so leichtherzig gelehrt in der esoterischen Bewegung, dass man (vielleicht auch erst nach Einweihungen) auf ein unendliches Maß an Energien zugreifen kann, und das ohne Grenzen. Eine schlimme Irrlehre, welche die Natur und die Begrenzungen des Menschen ignoriert, der noch nicht völlig in Gott aufgegangen ist.


Schließt man z.B. ein Schwachstromkabel an eine Hochspannungsleitung an, wird es sicherlich auch nicht dazu führen, dass das Schwachstromkabel mehr leisten kann. Im Gegenteil besteht eher die Gefahr der Überlastung und der Zerstörung des Schwachstromkabels. Wenn ein endliches Wesen sich an eine unendliche Energiequelle anschließt, sind definitiv die Regeln der energetischen Ökonomie zu berücksichtigen, die - auf einen maßvollen und klugen Umgang mit Energien basierend - in immer komplexere Gesetze hineinführen.


Spirituelle Energien gehören keinesfalls der Person, sondern sind göttliches Eigentum, ein Geschenk Gottes, und müssen sorgfältig gehegt, gepflegt, eingesetzt und vermehrt werden. Verbrauch und Verausgabung dieser Energien werden zwar gewünscht von der Welt und den Mitmenschen, die Not leiden, sind aus höherer Sicht oftmals aber nicht richtig.


Es gilt hier definitiv, neue Maßstäbe von gut und richtig zu setzen und sich klarzuwerden, dass übermäßiger Gebrauch (Missbrauch) von spiritueller Energie für rein weltliche Zwecke oft dafür sorgt, dass man vom einstmals gewählten Weg abkommt und sich in das dunkle spirituell - materielle (astrale) Gebiet hineinbewegt, in immer größere Krisen und wachsende energetische Schwierigkeiten, bis man zur Einsicht und zur Umkehr bereit ist.


Es gilt somit auch hier, von Anfang an Grenzen zu ziehen und auf das zu schauen, was allen Beteiligten gut tut, und für keine Seite unliebsame Folgen hervorbringt. Schon die ersten Zeichen von starker Erschöpfung nach Kontakt mit einem Klienten oder einer Gruppe sind Warnhinweise, dass man dort Grenzen überschritten oder mangelndes Unterscheidungsvermögen zum Ausdruck gebracht hat.