X. Rituale, Zeremonien und praktische Vorgehensweisen

auf einem erlösenden spirituellen Weg

 

von Manuela Schindler (C) 2018

 

Dieser Text fasst kurz die Erfordernisse und Herausforderungen zusammen, die teilweise schon an anderer Stelle beschrieben, und mit anderen Worten oder in anderen Zusammenhängen anschaulich dargestellt wurden, und bietet einen praktischen Weg an zur gelebten Gottesnähe durch Rituale, Zeremonien und ganz alltäglich-praktische Vorgehensweisen.

 

Die nachfolgend genannten Schritte sind von mir aufgrund von Erfahrungen zusammengestellt und geordnet worden; Erfahrungen durch den Umgang mit Schülern, Studenten und Mitgliedern und ihren Erfolgen und Misserfolgen, und vor allem den Erfahrungen, die ich selbst auf meinem ureigensten Weg machen durfte. Das bedeutet, dass dieser Text mit Leben angefüllt ist, und nicht mit Theorien und alten Überlieferungen. Wobei ich einige alte Überlieferungen auf meinem Weg einbezogen und sie als wirklich sehr hilfreich empfunden habe, und sie durch Erprobungen und den erzielten spirituellen Wirkungen bestätigen kann. Diese alten Überlieferungen wird man eingewoben in diesem Text wiederfinden, aber mit eigenen Worten formuliert, da sie durch Erprobung und dem Erleben der Wirkungen hier ganz neu bestätigt werden sollen.

 

Bei einem Rückblick auf meinen Weg und spirituellen Werdegang kann ich deutlich erkennen, dass ich von Anfang an gar nicht wirklich wusste, wie er zu gehen ist, was ich wie erreichen kann und welche Möglichkeiten der Erlösung es gibt. Wie schon an anderen Stellen geschrieben, hatte ich oft keinen oder nur wenig Einfluss bzw. wenige Wahlmöglichkeiten, da mein Weg von Anfang an geführt und geleitet wurde von meinem geistigen Lehrer Echnaton, der diesen, mein Karma und meine Bestimmung, und meine Eigentümlichkeiten gut kannte und aufgrund dessen die Anordnungen traf, was gemeistert und was zurückgelassen werden musste. Wahrscheinlich deshalb wurde ich in die Esoterik geführt, obwohl mein Weg eigentlich bei Gott und mit einem innigen Gebet und einer dringlichen Bitte um Hilfe in einer Kirche begann. 

 

Es war mir viele Jahre nicht klar, dass mein Weg letztlich in die Erlösung führen sollte, und zwar in die Erlösung, die Buddha lehrt: Das Verlassen des ewigen Kreislaufs von Leben und Tod, und der darauffolgenden Wiedergeburt. Mir war nicht klar, dass meine Seelenreise einem Ende zuging, und als es mir klar wurde, war ich ziemlich überrascht. Das bedeutet nicht, dass dieses Ziel unbedingt schon in diesem Leben zu schaffen ist, denn ich habe selbst erleben dürfen, wie schnell man vom Weg abkommen kann und gerade in schwierigsten Umständen in die Gefahr gerät, umzufallen, stehenzubleiben, umzudrehen und sich zu verirren. Dabei spielen die mächtigen Emotionen Angst und Trotz eine große Rolle, und vor allem der tief innerste Wunsch nach (Ver)Schonung.  

 

Insofern ist die Erlösung eine reale Chance, ein Angebot des Himmels, was aber keine Garantie bietet, das Ziel auch zu erreichen. Wir selbst sind, wie immer, das Zünglein an der Waage, welches durch sein Lebenszeugnis Bereitschaft oder Nicht-Bereitschaft signalisiert. Dazu fällt mir eine kleine Begebenheit ein: vor zwei Leben sagte ich meinen Schülern bereits, dass es mein letztes Leben sein würde. Ich schien wohl ganz sicher zu sein, sonst hätte ich es nicht gesagt. Nun ja, wie man sieht, bin ich wieder hier, weshalb ich da jetzt aus gutem Grund sehr vorsichtig sein will.

 

In den verschiedensten Texten von mir habe ich Wegmarken aufgezeigt und Entwicklungsschritte anschaulich gemacht, die tatsächlich funktioniert haben, und die, was noch wichtiger ist, durch entsprechende Wirkungen und Reaktionen von "oben" gerechtfertigt und angenommen wurden. Das gibt mir auch das Recht, "meinen" Weg als Vorlage anzubieten, was ich sonst nie wagen würde!

 

Um das hier angestrebte Anliegen in diesem Text abzurunden, fasse ich den Weg noch einmal kurz zusammen:

 

1. Reinigung des Lebens, Begleichung alter Schulden (das bezieht sowohl die materialle als auch die karmische Ebene mit ein);


2. Neuausrichtung durch Installation der Gebote und spirituellen Regeln im Alltag, und dem konsequenten Leben derselben ohne „Wenn und Aber“;


3. Loslassen der weltlichen Interessen, sofern sie vor allem den eigenen Gewinn oder eigene Interessen betreffen. Übergabe des gesamten Besitzes an Gott und die geistigen Lehrer aus dem Christusbewusstsein, Pflege und kluge Verwaltung dessen zum Einsatz für die höheren Pläne;

 

4. Prüfungsphasen mit dem „Hüter der Schwelle“ bemeistern und siegreich bestehen, damit das Ego daraus eine tiefgreifende Umwandlung erfahren kann und sich nicht mehr in den Weg stellt mit seinen eigenwilligen Ansichten, Forderungen und Plänen;


5. Rückzug von weltlichen Vergnügungen und (Groß)Veranstaltungen, sofern sie keinen anderen Zweck haben, als der Unterhaltung zu dienen;

 

6. Vermeidung von negativen Reaktionen auf die Mitwelt und dem Treiben einzelner Menschen, denn dann hat man das Verständnis noch nicht erlangt, dass alles eine Herausforderung für die Weltmenschen ist, die sie bei andauernder Bemeisterung irgendwann tauglich machen werden für die Erlösung;


7. Arbeiten zum Wohle der Welt, und wenn man selbst kein eigenes und einflussreiches Projekt hat, an einem solchen intensiv mitzuarbeiten unter Einsatz aller Mittel, die man zur Verfügung stellen kann;


8. Loslassen – loslassen – loslassen, Abstand gewinnen, sich vollständig dem Dienst an Gott weihen und alles einbringen, was geht, aber auch geduldig und gelassen abzuwarten, wenn es Verzögerungen gibt. Auf persönlichen Erfolg und Ruhm verzichten, wenn es verlangt wird, und sich beständig vertrauensvoll bei größeren Schwierigkeiten in die Hände Gottes zu begeben.

 

Alles in allem kann ich mit absoluter Sicherheit sagen, dass dieser Weg kein passiver Weg des Abwartens und Geschehenlassens ist, sondern ein zutiefst aktiver und mitschöpferischer, der definitiv eine Entfaltungspflicht der vom Schöpfer mitgegebenen Anlagen, und damit auch eine hohe Verantwortungsübernahme für Ego und Seele beinhaltet. Wer passiv alles auf sich zukommen lassen möchte, ist auf diesem Weg eher gefährdet und zu offen für die vielfältigen Stör- und Ablenkungsversuche unsichtbarer Wesen und Einflüsse, und wird schlimmstenfalls sein Leben lang nur mit abwarten verbringen.

Wenn man auf die Geschichte schaut wird man sehen, dass die Religions- und Ordensbegründer immer extrem fleißig und beweglich waren, sich mit allem, was sie waren und hatten, ihrer Arbeit gewidmet haben, und vor keinem Aufwand zurückgeschreckt oder ängstlich zurückgewichen sind, selbst wenn sie dadurch in Lebensgefahr gerieten.

 

 

 

Rituale und Zeremonien

 

Gott braucht die Rituale nicht, wir hingegen schon!

 

Da die überlieferten Rituale und Feste für viele Menschen meistens nicht mehr zeitgemäß und oft zu sehr spezialisiert sind auf bestimmte und meistens einschränkende Glaubensvorgaben, können sie für freie Gottesfreunde und spirituell Strebende nicht unbedingt in das Leben integriert werden.

 

Es gilt aber vor allem für den Menschen selbst, sich an die ständige Gegenwart Gottes und der Möglichkeit der Mitschöpferschaft zu erinnern, mitten im Alltag stehend und - inmitten der größten Herausforderungen wirkend - standzuhalten. Das ist nicht leicht, denn nur den wenigsten Menschen ist es möglich, gleichzeitig ein kraftvoll tätiges und dennoch innerlich zurückgezogenes kontemplatives Leben führen zu dürfen. Aus diesem Grund ist eine regelmäßig im Alltag gelebte rituell-spirituelle Anbindung sehr wichtig und hilfreich.

 

Daher gilt es, eigene Rituale zu finden und auch eigene Gebets- oder Kontemplationsformen zu installieren, an die man sich dann aber auch gewissenhaft halten sollte. Das Erschaffen und regelmäßige Einhalten der Rituale, die das unterstützen sollen, ist mit Disziplin verbunden und gerade dann besonders hilfreich, wenn man durch schwierige Passagen muss, wenn sich alles gegen einen zu stellen scheint oder das Leben selbst sämtliche Abläufe blockiert, und man trotz aller Bemühungen nicht vorwärts kommt.

 

Gerade in Zeiten der geistigen Dürre, die übrigens aus geistiger Sicht hochfruchtbare Phasen sind, sofern man damit richtig umgeht, ist die Erneuerung und Bewusstwerdung dieser Verbindung zu Gott, dem geistigen Lehrer, dem höheren Selbst und dem geistigen Sinn des Lebens hochgradig wichtig. Das gilt vor allem für diejenigen, die noch nicht so sehr eingebunden sind in einem andauernden Kontakt in „himmlische Gefilde“, weil sie noch keine aktiven und berufenen Mitarbeiter sind.

 

Es ist unwesentlich, ob man schon auf dem Weg der Erlösung ist, oder einfach nur ein spirituell-freudiges Leben in Gottesnähe auf der Erde leben will ohne höhere Ambitionen, wenn man die Rituale plant und lebt. Letztlich entscheidet ja ohnehin Gott selbst, wer fähig ist zur Erlösung und wer in der Zukunft auf der Erde noch Dienste abzuleisten hat. Auch das höhere Selbst hat da oft ganz eigene Ansichten, die mit dem Ego nicht unbedingt übereinstimmen müssen, weshalb es auch keine besonderen Rituale für alle mit der gleichen Wirksamkeit für alle geben kann. Einzig das innere geistige Vermögen bestimmt darüber, welche Intensität und Konzentration aufgebracht, und ob eine tiefe und lebendige innere Verbindung dauerhaft und ohne Pause gelebt werden kann.

Die oben genannten Schrittfolgen verhelfen jedenfalls garantiert dazu, diese erforderliche Kraft im menschlichen Bewusstsein zu erschaffen.

 

 

Einstimmung am Morgen

Bevor man den Tag angeht, ist eine grundlegende Einstimmung und Ausrichtung auf den Schöpfer und den inneren Lehrer (Höheres Selbst und / oder geistiger Lehrer) erforderlich.
Ich rate von Meditationen und langen inneren Traumreisen am Morgen dringend ab, da es medialen Menschen Visionen und Einflüsterungen einbringen kann, die nicht unbedingt hilfreich sind, aber sehr viel Energie kosten. Ein klares und aktives Einstimmen unter Einbeziehung eines wachen Verstandes  jedoch halte ich für zutiefst sinnvoll. Für den einen ist es ein rituell vorgegebenes Gebetsritual mit überlieferten Vorgaben, andere brauchen es freiheitlicher und passender zu ihrem Leben.

 

Bei mir sieht das folgendermaßen aus:
Im Gruppenraum zünde ich als erstes eine feine Räucherkerze an als Gabe an Gott.
Dann schlage ich viermal auf den Gong auf dem Altar (einmal für jedes Trägermitglied bei Phoenix) und konzentriere mich dabei auf den Himmelskönig und meinen geistigen Lehrer. Sozusagen ein klangvolles „Guten Morgen“ im Namen aller Trägermitglieder.
Dann, da ich es liebe, ziehe ich schon seit Jahren eine Greuthof-Engelkarte für das Tagesmotto. Dabei spüre ich immer Einstrahlungen von „oben“, und manchmal erhalte ich noch kurze ergänzende Inspirationen zu dem gezogenen Motto. Dann ziehe ich noch eine Phoenix-Bewusstseinskarte, um festzustellen, dass das Motto und die Aussagen der Phoenix-Karte sich wunderbar ergänzen und sich in meinen Gedanken alles sortiert und konzentriert entsprechend der Vorschläge. So bin ich gut mental und emotional vorbereitet für den letzten Schritt:
Zuletzt setze ich mich vor den Altar und beginne das innere Gebet, spreche mit Gott und meinem geistigen Lehrer Echnaton, trage Probleme vor, bedanke mich, bitte um weitere Inspiration, um meine Aufgaben für Phoenix gut zu meistern, und nicht selten ergeben sich wichtige und sehr umfassende Gespräche daraus. Ich mache Notizen, bekomme im Laufe des Tages weitere Hinweise zum Tagesthema und achte sorgfältig darauf, die Empfehlungen über den ganzen Tag hinweg zu „transportieren“. Wenn ich merke, dass ich die Karten (und damit das Thema!) tatsächlich vergessen habe, zeigt das Konzentrationsschwäche und die Notwendigkeit, das Bewusstsein besser zu fokussieren. Daher versuche ich mindestens 3 – 4 Mal am Tag die Karten zu erinnern, um mich so zu kontrollieren.
Natürlich ist bei mir – bedingt durch die Arbeit mit Phoenix – einiges ziemlich anders. So stehe ich beinahe sofort im Kontakt mit meinem geistigen Lehrer aus dem Christusbewusstsein, wenn ich etwas für Phoenix arbeite, Texte schreibe und Inspirationen umsetze, und muss mich nicht erst mühsam einstimmen.

 

 

 

Der Tag mit Gott und dem geistigen Lehrer aus dem Christusbewusstsein

 

Jeder Schritt, jegliches Handeln und alle Aktivität des Tages sollten eingebunden sein in dem Wissen, dass der Schöpfer von allem von oben her schweigend zusieht, bei allem dabei ist, Anteil nimmt und beständig über alles wacht. Vertreten wird er durch seine geistigen Helfer, die dann auch schon mal direkt eingreifen, ansprechen oder kommentieren.

Dazu rechne ich auch das „eigene“ Höhere Selbst, denn es ist der Seelengrund unseres Seins, der mit Gott verbindet und in dem Gott wohnt, also der „Gott in uns“.

Doch muss das alles gar nicht vollständig erfasst sein, denn es reicht schon, wenn man so oft es geht am Tag in den Himmel schaut und Gott grüßt. Oder ein Wort nach oben richtet, und sei es nur ein spontanes Danke, wenn gerade etwas Schönes passieren durfte oder eine kleine Überraschung im Leben erfahren wurde. Überall, wo Himmel ist, dort ist Gott. Er ist dahinter und schaut auf seine Schöpfung. Dieses zu realisieren, und jegliches Tun oder Lassen in dieses Wissen einzubinden, ist ein ganztätiges Ritual von ungeheurer Wirkung. Hat man das erst einmal integriert, werden die Gegenkräfte kein so leichtes Spiel mehr haben, einen abzulenken und in egoistische Bereiche zu ziehen, da das Interesse daran von Seiten des spirituell Strebenden beständig abnimmt. Eigeninteresse nimmt ab, Gottesnähe nimmt zu. So einfach geht das.

 

 

 

Gebete  - Fürbitten

 

Gebete sind eine innere Angelegenheit, die man nicht rituell festlegen kann. Sie sind innere und ganz intime Gespräche mit Gott, in welchen man alles vorträgt, was einem wichtig erscheint. Sie sind keinesfalls eine Aneinanderreihung von Worten, die von anderen Menschen vorgegeben wurden, sondern eine ganz persönliche Auseinandersetzung mit sich selbst vor Gott. Man braucht keine Formeln, Einleitungen oder festgefügten Satzbausteine, es sei denn, man schafft es noch nicht, frei und offen vor Gott zu treten. Zum Anfang vielleicht, zur Einleitung, kann man sich auf vorgegebene Gebete durchaus berufen. Aber danach sollte der Dialog zwischen Gott und der Seele einsetzen!

 

Im Laufe des Tages kann es sein, dass man aufgrund großer Probleme in Bedrängnis gerät und sehr aufgewühlt werden kann. In diesem Fall empfehle ich auch wieder die inneren Gebete, die in Form eines einfachen Gespräches mit Gott / dem Höheren Selbst / dem geistigen Lehrer geführt werden, wie oben beschrieben. Es ist hilfreich, dazu denselben Ort aufzusuchen, an welchem man seine Morgeneinstimmung macht, da sich hier im Laufe der Zeit ein kraftvolles Feld aufgebaut hat, welches „von alleine trägt“. Wem die Möglichkeit nicht gegeben ist, dem empfehle ich die nächstliegende Kirche oder einen ruhigen Flecken im Park. Wem auch das nicht möglich ist, der lerne möglichst schnell das Ruhigwerden mitten im größten Gewühl. Gerade Stadtmenschen müssen lernen, diese Technik zu beherrschen: konzentriertes inneres beten mitten an der größten Kreuzung der Stadt.


Ist die Situation zu brenzlig, und man traut sich nicht zu, innerlich in Ruhe und gesammelt zu bitten um Hilfe oder Beratung, dann hilft das Vaterunser hervorragend! In einer astralen Begegnung habe ich innerhalb einer sehr schweren Angriffssituation das Vaterunser gebetet und hatte plötzlich einen großen Schild vor mir, der die Hauptwucht der Angriffsenergie ableitete. Das hatte mich seinerzeit so beeindruckt, dass ich es fortan zu meinem Grund- und Notfallgebet genommen habe. Es wirkt auf jeden Fall, da es auf den Vater im Himmel bezogen ist und nicht auf einen bestimmten Propheten oder Meister. Damit erreicht es auf jeden Fall den Richtigen und wird für erforderliche Wirkungen, die gerade in diesem Moment gebraucht werden, sorgen.

 

Bei Fürbitten ist besonders wichtig, gut vorbereitet zu sein.

Denn zur wirksamen Fürbitte gehört ein echtes persönliches Interesse. Es ist mir passiert, dass ich sehr ernst gefragt wurde, warum ich die Fürbitte gerade für diese Person mache, und was mein Interesse daran ist. Dieses dient wahrscheinlich dazu, verdeckten Egoismus oder Widerspruchsgeist ausfindig zu machen, und damit vor allem uns selbst. Daher ist es gut, sich mit der Fürbitte an sich, dem Warum, dem gewünschten Ergebnis und der inneren Motivation vorher gründlich auseinanderzusetzen. Hier ist ein ritueller Ablauf erforderlich, wenn man dieses als offizielles Amt innehat, wie es bei mir der Fall ist.

Und: man muss akzeptieren, wenn sie abgelehnt wird! Das kommt sehr oft vor, denn um eine Fürbitte durchsetzen zu können, muss derjenige einige „Guthaben“ auf seinem karmischen Konto haben. Ist dort nichts, wird in der Regel aus höherer Sicht dem karmischen – wenn auch für die Person schmerzhaften – Ablauf zugestimmt. Dann ist nichts zu machen, es sei denn, man hat Sonderrechte und darf offiziell verhandeln.

 

 

 

Dankbarkeit zelebrieren

 

Eigentlich wäre es schön, wenn man die Dankbarkeit grundsätzlich als Charaktereigenschaft in sich trägt. Leider ist das nicht unbedingt immer so, vor allem in schwierigen Situationen nicht. Tröstlicherweise ist man oft nach schwierigen Situationen dankbar, weil man den Gewinn, den man in dieser schweren Phase definitiv machen durfte, erst dann wirklich sehen oder spüren kann.

Es ist sehr schön, wenn man dieser Dankbarkeit dann auch äußerlich einen Ablauf, ein passendes Ritual, gibt. Hier darf man kreativ sein und sich selbst etwas ausdenken. Und: man sollte es so oft wie möglich machen, und direkt auf Gott bezogen!

 

 

 

Tagesausstimmung

 

Es ist wichtig, sich am Abend zu prüfen und zu kontrollieren, ob man dem Weg durchgehend treu geblieben oder abgewichen ist. Wenn man selbst einen emotional sehr schwierigen Tage gehabt hat, ist es wichtig, sich am Abend in die Einstimmung zu begeben und um Vergebung zu bitten! Das gleiche gilt, wenn man feststellt, dass man sehr negativ gedacht hatte, vielleicht Menschen oder Umstände scharf verurteilt, oder sich in anderer Form „schuldig“ gemacht hat. Es ist für Gott und den geistigen Lehrer wahrscheinlich nicht wirklich von Belang, dass wir das tun, aber für unsere Seele, das Höhere Selbst, ist es das auf jeden Fall! Nur so kann sichergestellt werden, dass das Ego formbar bleibt und sich nicht ungewollt wieder etwas verfestigt, was man eigentlich schon beinahe bewältigt hatte. Es ist eine wirkungsvolle Reinigung und befreit durch Einsicht. Das hat immer gute Folgen!

 

 

 

Meditation

 

Meditation kann extrem hilfreich sein, wenn man zur Ruhe kommen oder die innere Mitte spüren, oder einen Kontakt zum geistigen Lehrer aufnehmen will.

Doch bitte ich unbedingt den Text „Die Technik der Einstimmung“ im Buch KANAL-SEIN vorab gründlich zu studieren. Meditation ist wunderbar, sie ist aber auch sehr riskant, wenn man sie ohne innere oder äußere Anleitung und anfänglicher Begleitung vornehmen will. Meditation ist für mich eine hochkonzentrierte Bewusstseinsfokussierung, die verankert ist im 3. Auge. Von dort aus kann man die Ruhe manifestieren die man braucht, um in höhere Bewusstseinszustände einzutreten, sofern sinnvoll. Meditation zu praktizieren ist wohl auch Geschmackssache, aber mit einem Weg der Erlösung hat sie anfangs nicht viel zu tun. Zwischendurch, und vielleicht am Ende, aber nicht andauernd.

Wer allerdings damit hervorragende Erfahrungen gemacht hat, soll es ruhig weiter praktizieren. Dagegen ist nichts einzuwenden, sofern die Risiken bekannt und ausgeschaltet worden sind.

 

 

 

Studium

 

Es ist für mich ein „MUSS“, täglich in heiligen und anhebenden Büchern zu lesen und die Inhalte über den Tag zu transportieren. Es ist dabei unwesentlich, ob ich die Inhalte schon kenne. Daher lese ich jeden Morgen vor der Morgeneinstimmung in Büchern von Menschen, die mich spirituell überzeugt haben wie Teresa von Avila, Johannes Cassian, den Wüstenvätern und -Müttern, und ähnlichen, bevorzuge als Lieblingsbuch definitiv die Bhavagad Gita mit den Kommentare von Radhakrishnan, und auch eigene von mir selbst verfasste Texte studiere ich beständig neu. Moderne spirituelle Literatur interessiert mich eher nicht, da diese oft ohne Wurzeln ist und stark verdünnt wurde durch Abschreiben und persönliche Interpretation mit dem sich darin widergespiegelnden Reifegrad des Autoren.

Sich mit den Inhalten mental auseinanderzusetzen bei Haushalt und Spaziergang halte ich für die beste Art, den Geist zu trainieren, ihn weiterzubilden und vor allem geschmeidig zu halten für die Aufnahme ergänzender Impressionen durch die eigene geistige Rückverbindung.

 

 

 

Rituale und Zeremonien zu bestimmten Anlässen

 

Da ist wirklich jedem selbst überlassen, wie so etwas auszusehen hat! Hier kann man wunderbar seine Kreativität entfalten und sich durch Liebe und Dankbarkeit inspirieren lassen. Gerade wer Gruppen leitet, wendet diese Mittel gern an, um die Gruppe auf ein einheitliches geistiges Level zu bringen, weshalb es auf jeden Fall ein zutiefst sinnvolles Mittel ist.

Mehr Vorgaben kann ich nicht machen, da ich einen sehr unabhängigen und freien Geist habe, der sich nicht binden lassen, sondern allzeit spontan kreativ und angemessen gestalten und reagieren will. Das gleiche Recht gestehe ich meinen Lesern zu, zumal nichts schöner ist als eine individuelle, spontane und vielleicht einmalige Zeremonie, getragen von Liebe und Dankbarkeit.

 

Die hier sämtlich genannten Punkte sind diejenigen, an die ich mich getreulich halte, der Rest wird flexibel und nach Bedarf gestaltet. 

Sie reichen aus um den Tag aufzufüllen mit wichtigen Vorgehensweisen, die Gott näherkommen lassen für die Seele. Denn dass er uns nah ist, ist ein offenes Geheimnis. Das aber erlebbar zu machen für die Seele, ist eine große Offenbarung. Dazu gibt es einen wunderbaren Spruch von Katharina von Siena, mit dem ich diesen Text beenden möchte und der zum Ausdruck bringt, dass es ohne das eigene Bemühen nicht geht:

 

„Geschaffen habe Ich euch ohne euch – aber retten werde Ich euch nicht ohne euch!“