Vorwort zum Regelwerk

 

von Manuela Schindler (C) 2017

 

 

Der Phoenix-Weg ist entstanden aus jahrzehntelanger Erfahrung und eigenem Erleben, im Einklang mit den Vorgaben aus anderen uralten spirituellen Lehrwegen. Alles, was durch eigenes Erproben und durch das Erleben der Wirkungen als richtig erkannt wurde, findet im Phoenix-Weg seinen gebührenden Platz, allerdings ergänzt oder erläutert im eigenen Stil, der sich aus den eigenen Erfahrungen und Erkenntnissen begründet. Wenn hierdurch geringfügige Abweichungen zu alten spirituellen Wegen entstehen, ist das nur dieser Vorgehensweise, und vielleicht noch dem modernen Zeitgeist mit den heutigen Lebensbedingungen, geschuldet. Dass dieser Weg eine echte Möglichkeit anbietet, Gott ganz nahe zu kommen und ihn womöglich sogar „sehen“ zu dürfen, bezeuge ich mit meinem eigenen Leben.

 

Angesichts der momentanen Weltlage möchte man vor Schreck erstarren. Es ist die Zeit der Aufdeckung und der Zuspitzung, die in der Bibel angekündigt wurde, und das müssen wir als Kollektiv nun aushalten. Niemals war der negative Weg, den die Menschheit als Ganzes geht, so klar ersichtlich in seiner ganzen Macht und dem ungeheuren Ausmaß des Missbrauchs und der Misswirtschaft wie in dieser Zeit. Dass es Missbrauch und schreckliche Dinge schon immer gab, ist natürlich kein Geheimnis. Aber das Ausmaß des Schreckens, welches heute erreicht wird, ist nahezu grauenerregend, und die Auslöser dazu verbergen sich vor allem im ganz banalen Alltag.

 

Angesichts der täglich neuen Schreckensmeldungen ist es umso wichtiger, sich entschieden auf die richtige Seite zu stellen und die Bereitschaft in sich zu festigen, sich von all dem, was die moderne Welt ausmacht, loszusagen. Mehr denn je ist es erforderlich, ein positives Gegengewicht zu erschaffen, welches beinahe alle gesellschaftlichen Gepflogenheiten bezweifelt und das mit gutem Recht, wenn man sich an den Ergebnissen, die nachweislich hervorgebracht wurden, orientiert. Der Trost ist, dass es durchaus viele Menschen gibt, die sich bemühen und eine Wandlung erarbeiten, doch werden diese oft angegriffen oder blockiert von einer Macht, die der Gesellschaft selbst entstammt und die ursächlich beteiligt ist an der schlimmen Weltsituation.

Sich loszusagen von dieser Gesellschaft bedeutet nicht, sie zu verurteilen oder in negative Schuldzuweisung zu verfallen, sondern im Gegenteil eine ruhige Gewissheit zu entwickeln in dem Tun und Handeln, welches man als richtig erkannt hat. Wo Vergeudung und Missbrauch alltäglich sind, muss ein rechter Umgang und weiser Gebrauch der Mittel seinen Platz finden, wo Tod und Absterben im Vordergrund stehen, muss Lebenserhalt und Weltpflege gelebt werden. Das ist die Grundlage, auf welcher der Phoenix-Weg basiert als Mindestanforderung, um ihn überhaupt  antreten zu können.

 

Die Auseinandersetzungen zwischen Mensch und Gegenkraft sind ein grundsätzliches Prinzip auf dieser Welt, in welcher jeder die Wahl treffen muss zwischen Vergänglichkeit und Ewigkeit, dem Tod und der Wiedergeburt, oder dem ewigen Leben und der Befreiung von dieser Welt. Insofern hat das Weltgeschehen eine Funktion zu erfüllen, die weit über unser Verständnis hinausführt und die wir zwar lernen müssen zu akzeptieren, aber nicht als unausweichliche Lebensgrundlage annehmen dürfen.

 

Der spirituelle Phoenix-Weg bietet eine stabile Lebensgrundlage durch ein ausführliches Regelwerk an, um eine neue Lebensstruktur aufbauen zu können, die eher auf die Ewigkeit und die Freundschaft mit Gott  hin ausgerichtet ist, statt auf Weltliebe und Gesellschaftsgepflogenheiten. Regeln können sehr starr und hart wirken, doch sollen sie es mitunter sogar! Nur das Starre und Harte bietet genügend Widerstand, sodass man sich daran festhalten und sich mit seinem ganzen Sein darauf abstützen kann, wenn das Leben einen herausfordert. Doch all dem voran geht, dass Milde und Verständnis angebracht sind, wenn ein Anfänger dieses Weges Schwierigkeiten hat mit ihnen und strauchelt. Solange man echtes Bemühen erkennen kann, wird niemand aufgegeben, denn Gott will zur Umkehr ermahnen und die Menschen erlösen, nicht sie verdammen! Auch das kann ich mit meinem eigenen Leben bezeugen!

 

Wer jedoch eingeübt ist in all diesen Regeln wird finden, dass es weder schwierig noch hart ist, sich an sie zu halten und mit ihnen zu leben, sondern ganz selbstverständlich der Seele innewohnt, das Leben dadurch Wert und Sinn erhält, und dass es stärkt für die Herausforderungen, die einem auf dem Befreiungsweg begegnen werden.

 

 

Sortierung

 

Das Regelwerk teilt sich auf in erläuternde Texte und Aufsätze, und erst daran anschließend in die Aufzählung der Regeln, die sich aus den Texten ergeben, und so teilweise sogar eine Präzisierung anbieten.  

Eine reine Formulierung von Regeln ohne tiefergehende Erläuterungen zu verfassen, wäre nutzlos und könnte einem ernsthaft Strebenden wichtige Information vorenthalten, die den Regeln ja erst ihren Sinn und ihre tiefere spirituelle Bedeutung verleiht.

Das angemessen anzuordnen war nicht leicht, denn allein durch die Erläuterung aller spirituellen Hintergründe und der gleich im Anschluss folgenden Regeln würde alles sehr weit auseinandergezogen und damit sehr unübersichtlich werden, zumal diese oft wiederholt werden müssten, da sie oft themenübergreifend sind. 

Daher wurden Abschnitte eingerichtet, die sich vor allem zunächst auf die Grundthemen und Überbauten konzentrieren.  Letztlich kann es passieren, dass in den allgemeinen Phoenix-Regeln etwas steht, was genauso gut in das Kapitel „Der Phoenix-Weg“ gepasst hätte und umgekehrt, oder Gruppenregeln gut zum Kapitel „Achtsamkeit im Umgang miteinander“. Doch sind die praktischen Erfordernisse dergestalt, dass man sich an den Überbauten grundsätzlich zunächst besser orientieren kann. 

 

Daher teilt sich das Regelwerk folgendermaßen auf:

 

Einleitender Aufsatz „Die erlösende Spiritualität – Leben mit Gott“, welcher einen Gesamtüberblick bietet über die persönliche Sicht auf den Phoenix-Weg, und das ergänzt durch spirituelles Wissen, um das persönliche Erleben in einen höheren Sinn zu übertragen;

 

„Der Phoenix-Weg“ – der sich mit einzelnen Themen befasst, die auf dem spirituellen Weg wichtig sind und als spiritueller Überbau betrachtet werden  kann;

genauso wie der Text „Die Stufen des spirituellen Lebens, der einen Gesamtüberblick über den Ablauf an sich bietet.

 

Erfahrungen mit der Gruppenarbeit, die sowohl wichtige energetische Regeln als auch das erforderliche Gruppenverhalten beinhalten, und dabei auch den Platz der Einzelpersönlichkeit im Gruppengeschehen mit den darin befindlichen Herausforderungen regelt;

 

Die Abschnitte "Achtsamkeit im Umgang miteinander und bei der Zusammenarbeit in einer Gemeinschaft" beinhalten Regeln und Rechte bei der Zusammenarbeit sowie einige Tipps, wie man mit sich selbst und mit seiner auf den anderen gerichteten Aufmerksamkeit umgehen sollte;

 

Achtsamkeit bei der Arbeit mit Schutzbefohlenen ist besonders wichtig für Berater und Mitarbeiter bei Phoenix, die seelsorgerische Aufgaben haben, Studenten betreuen und einen leitenden Posten bekleiden. Dieser Abschnitt befindet sich nicht auf dieser Homepage, sondern nur im Gesamtwerk, welches den Mitarbeitern ausgehändigt wird oder in Kurzversion im Buch KANAL-SEIN.

 

Die allgemeinen Phoenix-Regeln, die den Titel „Achtsamkeit im Leben“ tragen, und die auf jedes Geschehen angewendet werden können, sowohl im persönlichen Alltag als auch in der Gruppe oder bei der Zusammenarbeit, runden das Regelwerk ab.

 

Der Text Abschnitte und Ergebnisse stellt einen zusammenfassenden und gleichzeitig auch weiterführenden Abschluss dar. Hier werden alle vorangehenden Lehren zusammengefasst und - bei treuer praktischer Umsetzung - in ihren Wirkungen und Ergebnissen innerhalb der verschiedenen Lebensabschnitte und Arbeitsbereiche aufgezeigt.

 

Zuletzt wird mit dem Text Risiken, Irrwege, Fallen und Täuschungen auf die Gefahren hingewiesen, in welche sich ein Ego begeben kann, selbst wenn es alle spirituellen Regeln und Gebote vordergründig einhält.

 

Für diejenigen, die gern eine Inspiration dazu hätten, wie man die Gottesverbundenheit und Spiritualität im Alltag formell leben kann, wurde der Text Rituale, Zeremonien und praktische Vorgehensweisen hinzugefügt.

 

Um Wiederholungen zu vermeiden, erschien mir diese Aufteilung am sinnvollsten, um einen schnellen Zugriff in akuten Situationen zu ermöglichen. Zuerst das Schwerpunktthema aufsuchen, um dann ergänzend dazu die allgemeinen Phoenix-Regeln zu Rate zu ziehen, hat sich bisher sehr positiv bewährt. Trotzdem ließen sich einige Wiederholungen nicht ganz vermeiden, sind aber jeweils individuell formuliert und auf das jeweilige Thema hin angepasst worden, und somit nicht unbedingt als solche erkennbar.

Wer eine andere Ordnung für sich als besser erkannt hat, kann die Regeln natürlich umsortieren. Wichtig ist nur, dass der Zusammenhang damit nicht verloren geht, was aber leider sehr schnell geschehen kann, weshalb ich davon abrate. 

 

Spirituelle Praktiken sind ansonsten nicht geregelt in diesem Werk. Da der Phoenix-Weg Menschen aus verschiedenen spirituellen Richtungen und Religionen ansprechen kann, soll hier die Freiheit des Einzelnen, wie man seine auf Gott bezogene Spiritualität leben will, wie man Gott anbetet oder ihm sonst huldigt, gewährleistet sein.

Wer jedoch gern eine spirituelle Anleitung wünscht, kann sich am Text Rituale, Zeremonien und praktische Vorgehensweisen orientieren.

 

Manuela Schindler, im Oktober 2017

Überarbeitet im Mai und Juni 2018