VIII. Abschnitte und Ergebnisse

 

von Manuela Schindler (C) - April 2018

 

 

Dieser Text stellt einen zusammenfassenden und gleichzeitig auch weiterführenden Abschluss dar. Hier werden alle vorangehenden Lehren zusammengefasst und - bei treuer praktischer Umsetzung - in ihren Wirkungen und Ergebnissen innerhalb der verschiedenen Lebensabschnitte und Arbeitsbereiche aufgezeigt.

Er wird unterteilt in die verschiedenen Spezialisierungen und Lebensfelder, sodass klar ersichtlich wird, welche Ergebnisse man erzielt haben sollte, um von dort aus den Weg in eine größere Intensität gehen zu dürfen.

 

 

I. Psychische Begabungen

 

Die Frage, ob psychische Begabungen als von Gott gewollt zu betrachten sind, ist nicht einfach zu beantworten. Grundsätzlich muss man davon ausgehen, dass sie wertvolle Grundanlagen sind, und der Mensch durch Freiwilligkeit und einer gewissen Wahlfreiheit bestimmen kann, auf welcher Ebene sie wirken und wohin sie führen werden. Ausschlaggebend dazu sind die grundsätzliche zielgerichtete Lebensführung (Einhaltung der Reinheitsgebote) und die Bemeisterung der spirituellen Disziplin, die sich aus gegebenen Regeln und Geboten, und dem Ringen mit ihnen und der Gegenkraft, ergibt. (Die Verführung, psychische Macht egoistisch oder zur Beeindruckung anderer Menschen zu benutzen, ist sehr groß, daher bezeichne ich das auch als Gegenkraft!)

 

Folgende Bedingungen müssen erfüllt werden, um psychische Begabung und Macht in einem höher führenden spirituellen Kontext sicher eingebettet zu haben:

 

1. KANAL-SEIN: Mit sich selbst in Einklang sein, und zwar mit allen inneren Ebenen, sodass eine über uns hinausführende geistige Macht (aus dem Christusbewusstsein) übernehmen, uns anleiten oder überschatten kann. (Gefühle, Denken, Wollen und Handeln müssen gleich und im Einklang sein.) Ist das nicht gewährleistet, kann sich der Kanal nicht klar ausrichten und öffnet sich bereits unten in astrale Ebenen, durch die Elementarwesen und finstere geistige Kreaturen eindringen können.

 

2. Harmlosigkeit: bedeutet eine grundlegende Friedfertigkeit und vor allem Freiheit von Rache- und Vergeltungstendenzen, und Bestrafungswünschen anderen Menschen gegenüber. Harmlosigkeit schafft es, selbst die schwierigsten und unangenehmsten Ereignisse in positive umzudeuten und jede Gegenaktion damit außer Kraft zu setzen, die negativ und rein reaktiv wäre. Ist ein Mensch harmlos, wird er kaum lange zürnen können und sämtliche Verantwortung zunächst vor allem bei sich selbst suchen.

 

3. Ungeteiltes Wohlwollen: Es gibt keine „besonderen“ Menschen mehr, sondern alle haben gleiche Rechte, allerdings nach dem Maß dessen zu beurteilen, was sie individuell auf- und annehmen können. Hierbei ist es wichtig, niemanden zu überfordern oder zu bedrängen. Meistens ist es sogar erforderlich, dass jeder sein "Heil" selbst erarbeitet, Schritt um Schritt im Einklang mit der inneren geistigen Führung, damit er sich vollständig entwickelt und stark wird. Jemanden zu bevorzugen (und womöglich unverdient mit geistigen Gaben zu beschenken, die ihm gar nicht zustehen) ist nicht zulässig, da in jedem Menschen potenziell Gott wohnt und er somit nicht mehr zu unterscheiden ist von den anderen Menschen.

 

4. Klarheit: Verblendung durch starke Emotionalität (dazu gehört auch Angst), Leidenschaftlichkeit und Begierden sind nicht mehr allmächtig, sondern können recht schnell eingegrenzt und an die Seite gestellt werden durch die Erkenntnis: ich habe das, aber ich bin das nicht.

 

5. Konzentration: Fokussierung im 3. Auge, vermeiden von Träumereien und einem „ausgebreiteten Bewusstsein“, da dieses zurückführt in halb- oder unbewusste Medialität, sofern diese Begabung vorhanden ist. Hier ist wieder das Risiko gegeben, dass man den Kanal öffnet für Einflüsse, die man nicht einlassen will. Konzentration allein schafft es oft schon, Fremdbestimmung oder Manipulationen auszuschalten!

 

 

Sind diese 5 Grundlagen nicht stabil und möglichst dauerhaft gegeben, sollte man seine psychischen Begabungen lieber nicht einsetzen! Das Risiko ist einfach zu groß, vom aufwärts führenden Weg in einen bindenden oder gar abwärts führenden Weg überzuwechseln, weshalb hier gründliche und kritische Selbstüberprüfung erforderlich ist. Man erkennt dann recht schnell, wo es bei einem fehlt und kann konzentriert und intensiv daran arbeiten, das Fehlende zu erwerben.

 

 

II. Polarität, Weltgeschehen und Welteinsatz

 

Definitiv gibt es im irdischen Lebensfeld die Polarität, die aufteilt in positiv und negativ. Das ist der freien Wahl geschuldet, die wir sonst nicht hätten, um zu entscheiden, wohin wir uns entwickeln wollen: in die Befreiung oder weitere Einbindung in die Lebenskette von Geburt, Tod und Wiedergeburt.

Alle postulierten abstrakten Gedanken von Nicht-Polarität und Leugnung der Schöpfung als eigenständige Realität helfen hier keinesfalls weiter, um das persönliche Lebensthema zu (er)lösen und den eigenen spirituellen Auftrag zu erfüllen.

Trotzdem ist diese Realität nicht als DIE dominierende Macht anzusehen!

Sie ist jedoch auf jeden Fall sehr ernst zu nehmen, weshalb man sich mit ihr angemessen auseinanderzusetzen hat, um letztendlich irgendwann das große Loslassen vollziehen zu dürfen, weil man alles erfüllt hat. Dieses Loslassen wird dann aber nicht aus abstrakter Gleichgültigkeit heraus erwirkt, sondern durch liebende Anteilnahme der Schöpfung - und dem erforderlichen Respekt allen Lebens innerhalb der Schöpfung - gegenüber.

Negative Ablehnung der Schöpfung ist hinderlich auf einem befreienden spirituellen Weg, da sie aus Verweigerung und Verurteilung heraus entstanden ist und erst einmal eine grundlegende Umwandlung erfahren muss.

 

Folgende Grundsätze sind erforderlich, um ganz sicher mit der Polarität umzugehen, und zwar in einem befreienden Modus:

 

1. Konzentration auf das Erhaltende, Pflegende, Förderliche, Gute, Voranbringende ist gegeben. Negativität wird ignoriert bzw. umgehend in einen Modus verwandelt, der den in der Vorzeile genannten Attributen entspricht. Nur so wird es Wachstum und Freude geben, und jegliche Blockierung, Vergeblichkeit und Fruchtlosigkeit aufgehoben. Die negativen Meldungen der Welt aufzunehmen ist insofern zu vermeiden, da man dadurch in der Gefahr ist, selbst negativ zu werden. Es ist besser, sich abzuwenden und sich auf das Positive zu konzentrieren. Wie an anderer Stelle schon geschrieben, geht das in dieser Form aber erst, wenn man Vorstufen gemeistert und die damit verbundene Selbsterkenntnis erlangt hat! Ansonsten besteht nämlich die Gefahr der Gleichgültigkeit oder Verdrängung!

 

2. Klarheit: Das bedeutet, seinem spirituellen Ziel ungeteilt verpflichtet zu sein, ungeachtet dessen, was die Welt einfordert. Solange man alle unter Punkt 1. genannten Attribute einbringt, wird man auch alle Pflichten und Aufgaben in der Welt sehr klar und stabil ableisten können, ohne in die Gefahr des Fallens oder der erneuten Verstrickung zu geraten.

 

3. Ungeteiltes Wohlwollen und Harmlosigkeit: Im Wesentlichen gilt alles, was in der Rubrik I. zu diesen Begriffen genannt wurde. Daraus ergeben sich dann in Folge natürliche Großzügigkeit, sinnvolles und nützliches Verhalten, Geduld und Langmut, freudige Anstrengung und Güte, und zuletzt Weisheit, die befreit. Hier ist eine ungebrochen intensive Arbeit mit den Tugenden, Ethik und Geboten Voraussetzung, um diesen hohen Anspruch zu verwirklichen!

 

4. Einsatzbereitschaft: Wenn man psychische Begabungen hat oder als direkter geistiger Kanal fungieren kann, sollte man das nutzen! Aber selbst wenn man keine Begabungen hat, ist die Lebenszeit konstruktiv einzusetzen und damit der Schöpfung, und letzten Endes Gott, zu dienen. Gerade auf dem Anfangsabschnitt des Weges gerät man schnell in die Verweigerungshaltung, stellt Forderungen und weist das Gute und Richtige ab, doch sollte dieses inzwischen überwunden sein und einem kontinuierlichen Einsatz - der nicht mehr wankt und schwankt - zum Wohle der Schöpfung Platz gemacht haben. 

 

5. Ressourcen bedingungslos einsetzen: Da ohnehin alles nur von der Schöpfung geliehen wurde, haben wir auf jeden Fall verbessert zurückzugeben, was wir erhalten haben. Dazu gehört auch der Einsatz aller Mittel, über die man verfügt. Wer den spirituellen Weg der Befreiung geht, verzichtet auf jeden Besitzanspruch und ist mehr als bereit, sämtliche Mittel und Kräfte gezielt einzusetzen, um das Gute, Wahre und Schöne zu fördern und dem göttlichen Geist Tribut zu zollen. Um dieses vollendet und mit reinem, nicht berechnendem Herzen umsetzen zu können, ist die intensive Arbeit mit den Tugenden und deren beständige Erprobung im Alltag unbedingt erforderlich.

 

6. Schöpferische Verantwortungsübernahme: Menschen, Tiere und Situationen, die mit einem in Kontakt gekommen sind, sollten ebenfalls immer in ihrer Lage "verbessert" hinterlassen werden. (Siehe dazu auch im Text I. Der Phoenix-Weg den Abschnitt 10 - Prüfungen.) 

 

Es ist sorgfältig darauf zu achten, dass niemand in irgendeiner Form gemindert wurde, nachdem er mit einem zu tun hatte, sondern jeder und alles gewonnen hat durch den Umgang mit einem. Das nennt man auch "den Weg des Herzens gehen", was die sichere Integration sehr vieler Tugenden voraussetzt!

 

 

 

An diesem Text wird noch gearbeitet!