VII. Achtsamkeit im Leben: Die allgemeinen Phoenix-Regeln

 

von Manuela Schindler (C) 2010 - 2018

 

 

Der Alltag im Weltgetriebe - und der persönliche Umgang mit dem Leben und seinen Herausforderungen - ist ein wichtiges Betätigungsfeld, um das Leben mit den spirituellen Geboten zu festigen und dauerhafte Gewohnheiten im Umgang damit aufzubauen. Innerhalb einer Gruppe oder Gemeinschaft ist es oft leichter, sich daran zu halten. Doch allein zu stehen, und die Herausforderung eines solchen Lebens konsequent und beharrlich zu verwirklichen, ist noch einmal eine ganz besondere Angelegenheit. Die Erfahrung hat gezeigt, dass hier mitunter eine Spaltung auftreten könnte, und sich ein spirituell Strebender im Alltag ohne die Gemeinschaft sehr viel schwerer tut, da mangelnde Beobachtungsgabe, oder die Unfähigkeit zur beständigen Selbstbeobachtung, vorliegen. Von daher ist es gerade am Anfang gut und nützlich, wenn man abends eine Rückschau des Tages macht und jeden einzelnen Punkt abfragt. So kommt man sich auf die Spur, erkennt Nachlässigkeiten oder unbewusstes Handeln, und kann durch Wahrnehmung dessen eine stetige Umbildung der Persönlichkeit - die sich ansonsten möglicherweise widersetzen würde - herbeiführen.

 

 

 

Haltung, Grundeinstellung

 

 1. Alles was geschieht, jedes Ereignis, jede Herausforderung oder Aufgabe wird präsentiert, weil es Gottes Wille ist.

Wir sollten es als Geschenk und Hilfe verstehen, um daran zu reifen und spirituelle Attribute (und ein konsequent gelebtes ethisches Bewusstsein) zu entfalten, die ohne diese herausfordernden Ereignisse verkümmern oder unentwickelt bleiben, oder uns in materieller/karmischer Gefangenschaft halten würden. Nur durch beständige Herausforderung dessen, was wir sind, entwickelt sich eine innere und tragfähige Ethik, die wirklich echt ist und nicht nach Bedarf ausgetauscht oder den persönlichen Zielen untergeordnet werden kann. Auch dient noch so schweres Karma, wenn es als Erfahrung gestattet wird, lediglich der Ausgleichung und Reifung, und damit letztlich der Befreiung, unterliegt also damit auch göttlichem Willen. Wir werden nur mit dem belastet, was wir auch (er)tragen können!

 

A. Vorausgesetzt, man ist nicht entgegen einer inneren Warnung, aus Leichtsinn oder Dummheit, in schwierige Situationen geraten. Aber selbst dann kann man durch Einsicht und dem Vertrauen darauf, dass man es dann genauso brauchte, um zu erwachen und zu einer größeren Reifung gelangen zu können, mit dem 1. Grundsatz verbinden. Wichtig ist aber vorher die Einsicht, dass man in diesem Falle nicht gehört hat und die schwierige Situation hätte vermeiden können. Der Weg der Erkenntnis folgt immer, wenn man die Gnade der inneren Warnung nicht annehmen wollte oder konnte. Die Verantwortung muss man in diesem Falle ganz alleine übernehmen, man wird aber innerlich nicht allein gelassen bei der Lösung des Problems, wenn man die eigene Verantwortung erkannt hat!

 

B. Lässigkeit, Nachlässigkeit und Unzuverlässigkeit wären ebenfalls Fallaspekte, die man sich nicht erlauben sollte! Die Lektionen, die daraus erwachsen, kann man nur durch Gründlichkeit, Achtsamkeit und Ernsthaftigkeit, bzw. einer täglichen verbindlichen Weihung verhindern. Auch in einem solchen Fall gilt die Verantwortungsübernahme, um dann gemeinsam mit göttlicher Hilfe aus schwierigen Situationen herausgeführt werden zu können.

 

2. Nur Gott allein genügt!

Alles andere kann und wird uns nicht dauerhaft befriedigen können, sondern einen beständigen Hunger nach 'noch mehr' und Zerstreuung fördern!

Die Unmittelbarkeit Gottes im Leben zu erfahren ist ein wichtiges Ziel im Leben; seine Gegenwart und seine Hilfe in jedem Augenblick zu vergegenwärtigen ist ein Segen und führt in ein immer engeres Verhältnis zu ihm. Rituale und komplizierte Techniken braucht er nicht, haben auch nichts mit ihm direkt zu tun, sondern gehören der Schöpfung an und sind vor allem für den Menschen selbst hilfreich.

Das betrifft auch die vielen Techniken und Rituale der Esoterik, die zwar, wenn sie mit Gott verbunden sind, innerhalb der Schöpfung etwas bewirken, die aber ohne Gott zum Fluch des Einzelnen werden können. Man braucht auch nicht Wesen, Mächte, Götter, Engel, Meister und Geister, um zu einem Kontakt mit ihm zu gelangen! Im Gegenteil ist die übermäßige Beschäftigung mit Mittlern (formhaften Wesen) aus der Schöpfung eher ablenkend und gegebenenfalls sogar eine böse Falle.

 

3. Treue, Standhalte- und Durchhaltevermögen, Ehrlichkeit und Dauerhaftigkeit

sind Werte, die einen beständigen und gesicherten Fortschritt auf dem spirituellen Weg ermöglichen. Selbst in schwierigen Phasen sollte man nicht leichtfertig die Verantwortung abgeben und Schuldige suchen an der eigenen Situation. Die Einkehr in sich selbst und das innere Gespräch mit GOTT (Gott in uns, dem Höheren Selbst) zu suchen, um Erklärungen oder Lösungen zu finden, ist die einzige Methode, die wirklich hilft. Wer vorschnell seine Ziele aufgibt, Bemühungen einstellt oder abbricht, sich zu schnell verängstigen oder einschüchtern lässt, wer leicht resigniert oder wankelmütig seine eigenen Entscheidungen immer wieder hinterfragt und so zu keiner eindeutigen Haltung findet, wer sich der Traurigkeit und Depression hingibt ohne sich zu wehren, begibt sich aus spiritueller Sicht in Gefahr, abzuirren oder sich in Beliebigkeit zu verlieren. Außerdem wird man so zur leichten Beute für die Gegenkraft, die nichts lieber hat, als Seelen durcheinanderzubringen, sie zu verwirren und zu verführen zur Untreue den eigenen Zielen gegenüber, bis hin zum Gelöbnisbruch.

 

4. Die edlen Gebote der Bibel und aller anderen Weisheitsbücher sind die Grundlage eines spirituell geführten Alltagslebens.

Ohne diese verliert man schnell den Halt, wenn man mit Versuchungen oder gar der Gegenkraft selbst konfrontiert wird. Leider ist die Gegenkraft ein uraltes Prinzip auf einer Welt, die gern die Seelen behalten und nicht wieder an Gott herausgeben möchte.

Schon die alten Gnostiker wussten, dass der spirituelle Weg der Befreiung auch durch die Zonen führt, in welchen dämonische Kräfte versuchen, die Seele einzuschüchtern und in den „Pferch des weltlichen Lebens“ zurückzutreiben. Ignatius von Loyola, Teresa von Avila, die Wüstenväter und viele andere heilige Menschen berichten davon, und die Gründerin von Phoenix kann auch durch eigene Erfahrungen bestätigen, dass es so ist.

Nur die bedingungslose Einhaltung der Gebote und der spirituellen Weisungen kann verhindern, dass man durch Dämonie und auftauchende eigene Verschattungen ins Verderben geführt werden kann.

Die Regeln von der Enthaltung des Tötens, des Schädigens, des Lügens und Betrügens sind ja hinlänglich bekannt. Dass man das noch ausdehnen kann dahingehend, dass generell die eigene Lebensweise weder für Mensch noch Welt schädlich ist, versteht sich.

 

5. Wichtig ist zu wissen, dass man alles andere als vollkommen ist, und aus nur eigener Kraft auch niemals sein wird!

Die Entwicklung der seelischen Vollkommenheit geschieht allein durch die Gottesnähe und den aktiven Einsatz eines Gott gefälligen Lebens und der daraus resultierenden geistigen Hilfe und Gnade, aber nicht allein aus eigener Kraft.

Die Gefahren des „Sich-Selbst-Überhebens“ und des geistigen Stolzes sind die gefährlichsten Fallaspekte auf dem spirituellen Weg und sollten deshalb immer im Auge behalten werden. Wer sich selbst über andere stellt, sich also selbst erhöht, wird zwangsläufig zu Fall kommen.

Das dient dann dem Schutz des spirituellen Weges, der Seele und der Erschaffung wahrer Demut. In einem solchen Fall haben wir den Merksatz: "Wen du verurteilst und angreifst, der steht über dir!"

 

6. In vielen alten spirituellen Traditionen gilt das Gebot der Armut für spirituell Strebende,

was aber nicht bedeutet, nichts haben zu dürfen, sondern lediglich den Besitzanspruch an weltliche Güter insofern loszulassen, als dass er auf Gott zu übertragen ist. Geld und materielle Mittel sind gute Diener, die unsere Arbeit und unser positives Wirken in der Welt konkreter machen können, sie sind jedoch nicht Mittel zum Selbst-Zweck und zur Anhäufung. Hier gilt immer noch das Gebot, dass derjenige, der ernsthaft auf dem spirituellen Weg auf Gott konzentriert ist, alles das erhalten wird, was er braucht. Unsere Erfahrungen der letzten Jahrzehnte bestätigen dieses ausdrücklich!

(Siehe dazu bitte auch vertiefende Erläuterungen zum Thema  im Kapitel „Der Phoenix-Weg“ unter Punkt 6  „Von Besitz, Reichtum und Armut“.)

 

7. Ein einwandfreier Stand innerhalb der gesellschaftlichen Gesetze ist ebenfalls unabdingbar,

auch wenn man mit vielen Vorgaben und Beschlüssen nicht unbedingt einverstanden ist. Hier gilt dann die Regel „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist“.

Unmögliche Gesetze aber, die erkennbar schädlich und für das eigene und andere Leben nachweislich zerstörerisch sind, kann man getrost ignorieren und stattdessen ethisch einwandfreiere Wege einschlagen. Wer glaubt, dass dadurch alles leichter wird, irrt. Im Gegenteil ist es oft leichter, sich zweifelhaften Geboten, Forderungen und Gesetzen anzupassen, als sich zu wehren und seine inneren hohen Werte nicht zu verraten!

 

8. Mit Anfechtungen leben zu lernen

Das bedeutet, die evtl. immer wieder auftauchenden Zweifel der Außenwelt (z.B. an unserer Arbeit im Phoenix-Netzwerk) ernst zu nehmen und sich jedes Mal der Selbstprüfung bzw. der Prüfung unserer Arbeit zu widmen, wenn solche Anfechtungen kommen. Die Bereitschaft, sich dem Prozess total zu stellen, ohne in Feindschaft oder Schuldzuweisung nach außen zu geraten, ist eine echte Herausforderung. Das bedeutet jedoch nicht, sich nicht zu wehren, wenn Unrecht geschieht, jedoch dieses in einem Maße, das mit der Tugend, Ethik und den spirituellen Geboten vereinbar ist. Das gilt genauso für Einzelpersonen, wenn sie angegriffen werden, denn sehr oft sind die Kritiker und vermeintlichen Feinde auf seelischer Ebene Freunde, die einem oft (nicht immer) die Wahrheit sagen oder als Hüter der Schwelle fungieren dürfen, um zu prüfen wo man steht und wie wahrhaftig alles ist, was einen ausmacht oder umgibt.

 

9. Der Umgang mit der Welt erfordert höchste Achtsamkeit,

da in ihr jede Menge Stolperfallen, Verführungen und bindende Elemente, die der Befreiung der Seele entgegenstehen, befindlich sind, und die einen unachtsamen Menschen ganz langsam und womöglich unbemerkt vom spirituellen Weg wegführen in einen erneut bindenden materiell-weltlich-karmischen Weg der Erkenntnis. Das ist auch der Grund, warum seinerzeit Eremitagen und Klöster erschaffen wurden. Doch in der heutigen Zeit müssen viele Gottesfreunde innerhalb der Welt leben, da sie keinen Platz in den traditionellen Konventen einnehmen können aufgrund ihrer freiheitlichen Ausrichtung.

Man merkt die weltliche Ausrichtung meistens daran, dass man plötzlich wieder öfters ärgerlich, emotional, gereizt oder aufgewühlt wird durch Reizungen, die von ihr ausgehen. „Sei in dieser Welt, aber nicht von ihr“ ist ein wichtiger Leitsatz, der die Arbeit der Phoenix-Mitglieder unablässig begleiten sollte. Dieses darf wiederum nicht in eine feindselige Haltung der Welt gegenüber einmünden, da sie unser Dienst- und Arbeitsgebiet ist und wir in ihr entweder mitschöpferisch oder erlösend tätig werden dürfen. Sie ist und bleibt Gottes Werk, wobei sein Werk natürlich niemals mit ihm selbst verwechselt werden darf. Auch das bietet die Welt als Falle an: alles ist göttlich! In letzter Instanz stimmt es sogar, ist aber aus Sicht der Orientierung nicht zweckmäßig. GOTT wirkt in ihr, aber ER ist nicht die Welt! Sie ist durch, in und von GOTT, aber sie ist nicht ER.

 

10. Nicht die Menge der geleisteten Arbeit und Einsätze bei der Arbeit und im Alltagsleben ist entscheidend,

sondern die Qualität. Arbeiten, die mit Zorn und starken Emotionen verbunden, in großer Hetze und Lieblosigkeit erbracht wurden, sind sehr schädlich und bringen oft das Gegenteil von dem, was ursprünglich angestrebt wurde. Zumindest kann dadurch der Erfolg der Arbeit erheblich verlangsamt werden, damit die Ernte der erwirtschafteten Früchte auch so ausfällt, wie es für die Fortsetzung der Arbeit (das schließt die Erfolge auf dem spirituellen Weg mit ein!) sinnvoll und besser passend ist. Je negativer/ aggressiver die Arbeit getan wird, desto länger verzögert sich die Ernte, und auch die spirituelle Reifung wird entsprechend verlangsamt. (Oder man wird sogar krank, um alles zu überdenken und qualitative Veränderungen im Leben einzuleiten.)

Da unser Einsatz zu Gottes Gefallen getan wird und nicht nur, um irgendwelche sichtbare oder die Welt beeindruckende Erfolge zu erwirtschaften, ist die qualitative Lebenshaltung wichtiger als alles andere!

 

11. Die regelmäßige Arbeit mit dem Regelwerk verleiht Standfestigkeit und Durchhaltevermögen, und ist ebenso in der Lage, die Persönlichkeit (das Ego) mit einzubeziehen in das gewählte Ziel.

Daher ist es angeraten, regelmäßig darin zu lesen, oder in akuten Krisensituationen erst dort das entsprechende Thema nachzuschlagen, bevor man sich in eine Reaktion oder Handlung begibt.

 

 

 

Emotionalität, Gefühle, Konflikte lösen

 

Im Text „Der Phoenix-Weg gibt es unter Punkt 3 den Hinweis auf den Hüter der Schwelle. Sich im akuten Fall im Vorfeld diesen Textabschnitt durchzulesen, und dann erst die nachfolgenden Regeln durchzusuchen, ist besonders effektiv!

 

12. Es gibt drei Risikofaktoren, auf die man dringend achten muss:

 

I. Entsteht Kummer aufgrund von materiellen Angelegenheiten (Häuser, Besitz an sich, nicht genug zu haben und ähnliches) ist das abwärts führend. Materieller Kummer bindet an die Welt. Kummer darüber hingegen, Gott und seine Nähe zu vermissen, und geistige Werte mehr verwirklichen und spüren zu wollen, führt aufwärts.

 

II. Entsteht Kummer aufgrund von mangelndem Erfolg, zu wenig Ansehen und Aufmerksamkeit und scheinbar fruchtloser Arbeit, ist das abwärts führend. Wenn man tut, woran man glaubt, was man will und was einem im Innersten gefällt, ist es egal, ob die Welt es sieht oder haben will. Tut man es, um Gott zu gefallen, und verwirklicht dabei auch sich selbst, ist das aufwärts führend.

 

III. Entsteht Kummer durch emotionalen Stress mit Menschen, so ist das wohl das schwierigste Gebiet. Dort kann man nur mühsam einüben, gelassener zu reagieren und die Situationen liebe- und gleichzeitig verantwortungsvoll zu klären. Streit führt abwärts, das Bemühen um freundliche Klärung jedoch aufwärts, selbst wenn nicht gleich befriedigende Lösungen gefunden werden können.

Warum ist das, was abwärts führt, so gefährlich? Weil Gegenkräfte alles tun werden, unsere vermeintliche "Not" zu lindern und Erfolg, Geld und Macht herbeizuschaffen. Der Preis aber ist am Ende unseres Lebens unsere Seele, und zu Lebzeiten die Energie unserer Seele, zumindest anteilig. Warum ist es so wichtig, bei Problemen zwischen materiellen und seelischen unterscheiden zu lernen? Damit man in die Freiheit gelangen kann, in die Erlösung. Deshalb blockiert der Himmel viele unserer Anliegen, weil mitunter noch zu viel "Hölle" in unserer Arbeit steckt: zu viele Erwartungen, Wünsche und Hoffnungen, die, sollten sie jetzt bereits erfüllt werden, abwärts und in neue Verstrickungen führen würden, da sie hauptsächlich dem Ego entstammen und eher als divergierende Interessen zu betrachten sind.

 

13. Starke Emotionen sind ein wichtiger Hinweis darauf, dass man an dem Thema, welches so aufwühlend ist, etwas ganz wichtiges lernen muss. Sie sind nicht dazu gedacht, ausgelebt zu werden oder Entscheidungen herbeizuführen und diese mit ihnen zu begründen, denn dann wird man nicht glücklich mit dem Ergebnis. Starke Emotionen sind ein Hinweis, dass man sich zurückziehen sollte um zunächst mit sich selbst zu klären, was genau das Kernthema ist und ob man selbst zur Problematik beigetragen hat. Reizungen, die durch die Welt entstehen, sind Übungsfelder. Nicht mehr und auch nicht weniger. Wenn man sehr emotional reagiert und auch nicht so schnell aus dieser Situation herausfindet, gilt immer der Grundsatz, dass man zu sehr mit der Welt verhaftet ist und sie schleunigst loslassen, bzw. etwas zurücktreten zu müssen. Ansonsten riskiert man erneute Bindung, die zu noch stärkeren Problemen führt.

 

14. Konflikte müssen angemessen gelöst werden,

und zwar auf den Grundlagen der spirituellen Gebote basierend. Nur so ist gewährleistet, dass es keine Blockaden gibt im Leben oder Verzögerungen, die das Lebenswerk vereiteln könnten. Sich drücken zu wollen vor schwierigen Angelegenheiten ist zwar aus menschlicher Sicht nachvollziehbar, aber nicht wirklich sinnvoll und nutzbringend. Zumal starke Emotionen, die nur verdrängt werden ohne anschließende Klärung, auf Dauer sehr krank und depressiv machen können. Das wäre dem spirituellen Weg zuwiderlaufend, weshalb eine aktive Klärung in solchen Fällen immer das Heilmittel darstellt, und zwar nach der Beruhigung der mit der Situation verbundenen starken Emotionen.

 

15. Unterdrückung darf nur zeitweilig stattfinden,

denn wie unter Punkt 14 geschrieben, kann es ansonsten auf Dauer unschöne Folgen hervorbringen. Doch kann Unterdrückung auf dem spirituellen Weg sehr nützlich sein, um sich erst einen Überblick zu verschaffen, ob man selbst sich als Seele dort lebt, womöglich einem fremden Einfluss folgt oder einem egoistisch motivierten Widerstand begegnet. Erst nach Klärung des Sachverhalts kann man sich über die angemessene Vorgehensweise Gedanken machen. Ist es Gegenkraft, muss abgewiesen oder ignoriert werden; ist es das Ego, muss vermittelt werden; ist es ein wirklicher Grund der Seele (heiliger Zorn), muss besänftigt und nach einer Änderungsmöglichkeit gesucht werden, sofern möglich, ansonsten muss man sich für das zeitweilige Opfer entschädigen bzw. belohnen.