VI. Achtsamkeit im Umgang miteinander

in einer Gemeinschaft, insbesondere bei Phoenix, und mit Schutzbefohlenen

 

von Manuela Schindler (C)

 

 

Das Ego und die Möglichkeiten, es wirkungsvoll zu blockieren - Empfehlungen

 

Aufgrund unserer langjährigen Erfahrungen wurde sehr schmerzlich erkannt, dass das Ego ein ganz eigener Faktor im Geschehen einer Gemeinschaft ist, der niemals unterschätzt werden darf. Es entscheidet letztlich über das Wohlbefinden oder negative Absinken der gesamten Gemeinschaft, wenn man ihm zu viel Raum und Ausdrucksmöglichkeiten anbietet. Da es mitunter nicht leicht ist zu erkennen, ob ein Ego seine Muster abspielt, um bestimmte Sonderaufmerksamkeiten zu erreichen, oder ob jemand tatsächlich einer betreuenden Hilfe bedarf, sind hier ergänzend Ratschläge im Umgang miteinander festgehalten:

 

1. Jeder hat ein Recht auf ein eigenes Gesicht!

Wenn jemand traurig in die Gegend schaut oder sonstwie einen bedrückten Eindruck macht, so sei es ihm  gegönnt, so schauen zu dürfen. Niemand sollte sofort zu Hilfe eilen, sondern respektvoll Abstand halten, denn es gibt durchaus die Möglichkeit, von sich aus Hilfe (innerhalb von Phoenix) zu erbitten. Wir sollten jedoch nicht von uns aus jemanden ansprechen, der einen durch die Mimik regelrecht dazu herausfordert, denn so fällt man in der Regel auf eine beliebte Ego-Masche herein. Wer sich seltsam benimmt, darf das, sofern es nicht andere TeilnehmerInnen belästigt.

 

2. Niemand muss wirklich schwierige Probleme allein bewältigen!

Bei uns ist immer jemand da, wenn jemand wirklich Hilfe braucht! Wir haben einen gut strukturierten Betreuungsrahmen erschaffen, welcher an sich ausreichen müsste.

ABER: man muss sich zunächst selbst um eine Lösung bemüht haben, und erst, wenn die eigenen Bemühungen, das Gebet und das Selbst-Hinterfragen durch die Regeln und Grundsätze unserer Gemeinschaft nicht die nötige Lösung gebracht haben, ist das Problem innerhalb von Phoenix anzusprechen. Dazu bietet sich bei Mitgliedern und Mitarbeitern vor allem die Mitgliedersprechstunde und die interne Seelsorge an.

 

3. Niemand muss und sollte sich Sorgen machen müssen um das Gegenüber!

Wir gehen grundsätzlich davon aus, dass es keine Probleme gibt, wenn sie nicht angesprochen werden. Sich leise Sorgen zu machen ist unproduktiv und vor allem riskant, denn wir durften die Entdeckung machen, dass dann die ursprünglich positive Ausstrahlung der Gemeinschaft „in den Keller geht“ in den Bereich der düsteren Ahnungen, was Gegenkräfte gern für sich nutzen, um fast augenblicklich einen negativen Kanal zu öffnen und die Arbeit zu stören.

Das Helfersyndrom ist weit verbreitet bei den spirituell Strebenden, doch hat es eigentlich gar keine positive Berechtigung, sondern muss eher als krankhaft angesehen werden! Stattdessen ist es gut, die Grenzen des Gegenübers zu respektieren und darauf zu achten, nicht gegen seinen Willen sein Problem anzusprechen, welches er möglicherweise nicht angesprochen haben will!

Wer sich treu an die Regeln und Vorgaben von Phoenix hält, steht bereits unter einem ganz besonderen Schutz, der neues böses Karma verhindert. Sollte dann trotzdem einmal etwas geschehen (wegen altem Karma oder Ego), dann sind die beiden vorangehenden Punkte 1 und 2 abzuarbeiten um zu schauen, welche Lösungsmöglichkeiten es gibt.

 

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal ganz besonders intensiv auf die Sorge eingehen!

 

Sorge ist  sehr düster! Wenn man geborgen in Gott lebt, sollte man zwar nicht sorglos im Sinne von Leichtsinnigkeit sein, aber doch weitestgehend frei von bösen Sorgen oder Vorannahmen, die das Schlimmste vorweg nehmen, obwohl noch gar nichts passiert ist oder auch nur angedroht wurde.

Mit der zunehmenden spirituellen Kraft der Phoenix-Mitarbeiterinnen tritt auch das Problem der negativen Manifestation auf, die sehr schlimme Folgen haben kann. Das haben wir erlebt, und ich insbesondere auch im Umgang mit medialen Frauen, die fast sofort, als sie sich besorgt äußerten ohne konkreten Anlass, einen dunklen Kanal öffneten und jede Menge unerwünschter Energien kanalisierten. Das letzte Erlebnis dieser Art hatte ich gerade erst im Februar 2017, und ich schätze, das war gut so, um es endgültig zu begreifen. Man unterschätzt diese Haltung, ihre zugrundeliegende Negativität und ihre weit reichenden Folgen!

Genau so verhält es sich mit Melancholie und der vermeintlichen Überlastung! Sicherlich wird man nicht immer frei sein können davon, doch sollte man sich in solchen Fällen beständig vor Augen halten, dass damit Gegenkraft entweder angezogen wird oder gerade sie die Melancholie oder vermeintliche Überlastung mental  „aufoktroyiert“ hat, um uns im Dienst an Gott und an unserem Wirken für ihn nachhaltig zu behindern.

Der Dienst an Gott, das Leben mit ihm und das Wirken in diesem Bereich ist Freude und vermittelt Freude, weshalb auch viele Nonnen so strahlen und freundlich aussehen. Wer beständig grimmig schaut, traurig oder böse wirkt, ist definitiv NICHT wirklich in dem höheren Verständnis eingebettet, worum es hier geht. Außer natürlich, wenn es konkrete Anlässe gibt. Ausnahmen gibt es immer. Und ein Friede - Freude - Eierkuchen - Weg soll mit meinen Worten auch keinesfalls gezeichnet werden!

Aber als Grundsatz ist hier festzustellen, dass man so hervorragend ein manipulatives Ego erkennen kann beim Gegenüber, welches durch Mimik und Gestik geschickt die Aufmerksamkeit auf sich lenkt und die Kräfte der anderen an sich bindet. Wie im Text Hintergründe zur Gruppenarbeit gut zu lesen ist, verfügen wir beim Phoenix-Netzwerk über ausreichend Erfahrungen auf diesem Gebiet.

 

 

 

Achtsamkeit im Umgang mit Schutzbefohlenen

 

Eigentlich braucht dazu nichts weiter geschrieben zu werden, denn wenn die Grundregeln eingehalten werden und das spirituelle Basiswissen integriert wurde, ist das immer noch die beste Ausrichtung. Doch gibt es im Umgang mit Schutzbefohlenen Risiken, die nicht nur durch sie, sondern vor allem auch durch einen selbst entstehen können, vor allem dann, wenn man an dem Thema Liebe arbeitet und hier die verschiedenen Abstufungen erst verstehen muss. Daher halte ich es für wichtig, einige Zusatzempfehlungen hinzuzufügen. (Wurden bereits teilweise veröffentlicht im Buch KANAL-SEIN“.)

Die Regeln aus dem Ehrenkodex für spirituelle Berater sind eine wichtige Grundlage, die man unbedingt achten, schützen und leben muss. Ansonsten riskiert man den Verlust seiner Position aus geistiger Sicht, denn es wird durch mangelnde Einhaltung umgehend die Gegenkraft auf den Plan gerufen, die nur zu gern auf solcherart Fehler wartet, um dann mit Fug und Recht eingreifen zu können. Schon manch ein hochbegabter und erleuchteter spiritueller Berater ist an diesem Ehrenkodex gescheitert und zu Fall gebracht worden! Also aufgepasst!

Es ist wichtig, dass sich jeder Berater bewusst macht, dass nur derjenige, der sich in der Lage sieht, den Ehrenkodex einzuhalten, es verdient hat, ein spiritueller Lehrer oder Berater genannt zu werden, denn sein Leben soll ja ein manifestiertes Zeugnis seines spirituellen Weges sein. Alles andere ist Lug, Betrug und Täuschung, und findet seine eigene karmische Folgewirkung.

 

1. Derjenige, der einen spirituellen Berater aufsucht, ist ein "Schutzbefohlener" und muss als solcher behandelt werden. Er ist grundsätzlich kein persönlicher Freund und potentieller Partner!

 

Freundschaften oder sexuelle Kontakte zu suchen bei den Schutzbefohlenen ist ein Tabu und absolut unehrenhaft, zerstört langfristig die Arbeit und sämtliche spirituellen Erfolge, macht die Belehrungen und jeglichen Arbeitseinsatz wirkungslos und bringt den spirituellen Berater in große Gefahr. Vor allem die ständige Suche nach einem Partner oder sexuellen Gefährten innerhalb des Kreises der Schutzbefohlenen ist in diesem Beruf ausgeschlossen, da sich so eine grundlegend falsche und dunkle Ausrichtung zeigt. Wer dieses bei sich verspürt, muss sich darüber klar werden, was er gerade tut und dass er sich im selben Moment und Ausmaß, wie er Ausnahmen zulässt, aus seinem Berufsstand entfernt.

 

Verliebt man sich in einen Klienten oder Schüler, sollte man sich bewusst werden darüber, dass man höchstwahrscheinlich einer Verblendung aufsitzt, denn es ist keine Beziehung, die sich aus einer gleichartigen Position heraus ergibt. Auch verwechselt der Berater hier die herzliche Dankbarkeit eines Schutzbefohlenen oft mit persönlicher Verliebtheit, was aber ein großer Irrtum ist. Es mag sein, dass der Schutzbefohlene eine Art Liebe spürt zum Berater, was auch absolut sinnvoll und verständlich ist, solange sie nicht vom Berater zu einer rein persönlichen Angelegenheit gemacht wird. Am besten die zeitweilige Verliebtheit des Schutzbefohlenen ignorieren, und sich stattdessen auf die Arbeit mit ihm konzentrieren.

 

Darauf achten, dass man keine sexuellen Reaktionen beim Schutzbefohlenen herausfordert! Die Schutzbefohlenen reagieren meistens - aufgrund ihrer natürlichen Lebensausrichtung - sehr auf die geringsten (manchmal nur vermeintlichen) sexuellen Signale. Man darf das Phänomen der Projektion keinesfalls unterschätzen! Daher ist eine ständige Bewusstheit des Beraters diesbezüglich und eine gute Sitzungsvorbereitung, im Sinne einer vorherigen Reinigung und Selbstbetrachtung, unbedingt erforderlich. Man achte auf die Kleidung (so wenig Haut wie möglich!) und seine Bewegungen/Signale, verhindere dadurch ungewollte sexuelle Auslöser, und sei sich selbst seiner momentanen Impulse diesbezüglich bewusst, um diese dann durch einen Willensakt beiseite zu stellen! Absolute Wachsamkeit in diesem Falle ist besonders angesagt, da ein Nichtbemeistern dieser sexuellen Themen einen "Herausfall" aus der spirituellen Beratertätigkeit zur Folge haben wird (muss).

 

Alle gleich behandeln gemäß ihrer Verdienste. Persönliche Freundschaften und besondere Beziehungen zu Schutzbefohlenen können (ohne sachlichen Arbeitshintergrund, der automatisch immer wieder ausgleichend wirkt) kein gutes Ende nehmen, da sich rein persönliche Interessen immer mehr in den Vordergrund stellen und emotionale Polaritäten hervorgebracht werden. Dieses führt zu einer Aufhebung des Lehrer-Schüler Verhältnisses und einer gravierenden Erschütterung des Vertrauens, und der Schüler und Schutzbefohlene kann nicht mehr die Lehren des Lehrers annehmen oder respektieren. Stattdessen entstehen nun die üblichen Konflikte zwischen Freunden oder gar Partnern, die in persönliche Ebenen verstricken und den Stand des spirituellen Beraters zu Fall bringen.

 

Umarmungen mit Schutzbefohlenen tragen immer die Gefahr in sich, dass man ungewollte sexuelle Impulse beim Gegenüber auslöst. Daher sollte man sie nur als Mittel einsetzen, wenn der Schutzbefohlene ihrer wirklich bedarf, vielleicht aufgrund einer akuten schweren Krise. Achtsamkeit im Körperkontakt ist trotzdem auch dann  immer vonnöten!  Auch ist unter Zugrundelegung der Regel, dass man jeden gleich behandeln muss automatisch gegeben, dass man dann alle Schutzbefohlenen umarmen müsste, um keine "besonderen Beziehungen" zu erschaffen.

 

2. Der Schutzbefohlene ist in dem Moment, wo er sich an einen wendet, (augenblicklich) der wichtigste Mensch im Leben des Beraters!

 

Er hat die größte Aufmerksamkeit, Konzentration und Selbstvergessenheit des Beraters verdient, weshalb der Berater seine persönliche Befindlichkeit für diese Zeit völlig auszuklammern lernen muss. Persönliche Wünsche, Sehnsüchte, Ärgernisse oder Enttäuschungen sollen nicht auf den Schutzbefohlenen projiziert, übertragen und an ihm ausagiert werden. Deshalb ist es wichtig, sich ständig seines Amtes und der damit einhergehenden Verantwortung bewusst zu sein, und sich nicht gehen zu lassen. Niemals.

 

Davon einmal abgesehen, dass sich jeder spirituell strebende Mensch in jedem Augenblick seines Lebens bemüht und das Beste zu geben bereit ist, auch und gerade in schwierigen (persönlichen) Krisensituationen, gilt dieses umso mehr für einen spirituellen Berater. Im Umgang mit Schutzbefohlenen gilt das in besonderem Maße: Nachlässigkeiten, Lässigkeiten und schlampiger Umgang mit den Anliegen des Ratsuchenden sind daher absolut unverzeihliche Fehltritte.

Kann man aufgrund seiner augenblicklichen persönlichen Befindlichkeit seinen Schutzbefohlenen nicht angemessen gegenübertreten, sollte man sich zurückhalten oder ganz absagen bzw. einen Beraterkollegen bitten, einzuspringen.

 

Der Schutzbefohlene ist derjenige, der aufgrund seiner Position das Sonderrecht erhält, Fehler machen zu dürfen und trotzdem darauf hoffen kann, vom spirituellen Berater erneut "abgeholt" zu werden. Der spirituelle Berater erfüllt besonders in solchen Momenten die Funktion eines "Älteren", der sich selbst zugunsten des "Jüngeren" zurücknehmen und auf Stolz und/oder Enttäuschungsgefühle verzichten muss. (Sofern es sich im normalen Rahmen bewegt! Hier gilt natürlich auch das Gebot der Abgrenzung, wenn grobe Verstöße trotz vorheriger Ermahnung vorliegen!)

 

3. Die eigene Bedürftigkeit nicht im Umgang mit den Schutzbefohlenen ausleben.

 

Bei eigenen persönlichen Krisen ist es nicht sinnvoll, Schutzbefohlene als Ratgeber hinzuzuziehen, außer es geht um übergeordnete Fragen, vor allem die Arbeit mit den Schutzbefohlenen selbst betreffend.

Private Belange des spirituellen Beraters sind weitestgehend aus dem Verhältnis zu dem Schutzbefohlenen herauszuhalten. "Small-Talk" und das Erzählen von persönlichen Alltagsdingen, die nichts mit dem Unterricht oder der Betreuung des Schutzbefohlenen zu tun haben, vermeiden, da sich sonst das Verhältnis zunehmend auf ein persönliches Niveau begeben wird. Die daraus entstehenden Folgen kann man im 4. Absatz des 1. Punktes (s.o.) nachlesen.

 

Der Berater hat unbedingt darauf zu achten, dass man gestärkt und mit genügendem Energiehaushalt in die Arbeit mit den Schutzbefohlenen eintritt, damit man ihre Energien nicht ungewollt mindert, um sich selbst zu stärken. Man sollte immer gut gereinigt und vorbereitet in die Begegnung mit den Schutzbefohlenen gehen, damit diese immer gestärkt und ausgerichtet (aber nicht unbedingt befriedigt!) die Beratung verlassen.

 

Eigene Schwächen im Umgang mit Wahrheiten und dem klaren Aussprechen derselben dürfen nicht zu viel Raum erhalten. Der Schutzbefohlene verlässt sich darauf, alles für ihn Wichtige zu erfahren. Zurückhaltung wichtiger Aussagen aus Scheu, Angst vor der Reaktion des Schutzbefohlenen oder aus persönlicher Feigheit, ist nicht zulässig. Stattdessen besteht die Auflage, liebevoll und achtsam anzusprechen, was gesagt werden muss, um den anderen zu schützen (denn dafür kommt er ja und sucht die Beratung!).

 

Finanzielle Nöte des spirituellen Beraters dürfen nicht an den Schutzbefohlenen weitergegeben werden, indem man ihn überredet, an Kursen oder Seminaren sowie an zusätzlichen Sitzungen teilzunehmen. Hier gilt es deutlich zu trennen und nur auf das zu schauen, was für den Schutzbefohlenen wichtig ist! Geldnöte werden von der spirituellen Ebene aus geregelt, wenn man sich diesbezüglich als verantwortungsvoller Mitarbeiter zeigt.

 

Hat ein Schutzbefohlener Visionen und spirituelle Erlebnisse, die diejenigen des Beraters übersteigen sollten (was evtl. vorkommen kann), sollte man klar dazu stehen und die Bereitschaft haben, trotzdem zu beraten und zu belehren, denn der Schutzbefohlene ist nicht ohne Grund geschickt worden. Wahrscheinlich braucht er dann an anderer Stelle wirksame Hilfe, Stabilisierung und Unterstützung, damit ihn seine spirituellen Erlebnisse nicht auf der menschlichen Ebene zu Fall bringen können, z.B. wenn das Ego zu ungeübt oder ungeregelt ist. Aufpassen, dass man in diesem Falle nicht in eine unwirksame Haltung von Bewunderung, Neid oder andere unstatthafte Gefühle hineingezogen wird.

 

4. Strukturen und Grenzen sind unbedingt einzuhalten.

 

Die persönlichen Neigungen nach Gemütlichkeit und Harmonie dürfen nicht dazu führen, dass eine der bisher genannten Regeln durchbrochen wird. Es gilt immer wieder, diese Neigungen im Auge zu behalten, ja sogar damit zu rechnen, dass man die selbst aufgebauten Strukturen versuchen wird zu boykottieren, und selbstverständlich auch bei dem Schutzbefohlenen damit rechnen muss.

 

Strukturen dienen der Aufrechterhaltung von Ordnung und Harmonie im höheren Sinne. Daher ist es vorrangig wichtig, gleich während des liebevollen Umgangs mit den Schutzbefohlenen die Strukturen einzuhalten und auf Einhaltung zu bestehen. So wird unnötiger Ärger vermieden, eine lernintensive und vertrauensvolle Atmosphäre aufgebaut, gegenseitiger Respekt bezeugt und die Möglichkeiten zu tiefer spiritueller Entwicklung gewährleistet.

 

Die Schutzbefohlenen bringen durch ihre Ausstrahlungen Energien mit, die das Leben und die Ordnung eines spirituellen Beraters sehr in Unordnung bringen können. Vor gefährlichen Verstrickungen in die Angelegenheiten, Energien und unbewusst ausgesendeten Wunschenergien des Schutzbefohlenen sei gewarnt! Gute Strukturen im Ablauf einer Beratung helfen hier, den spirituellen Berater zu stützen, um nicht aus der selbst geschaffenen Ordnung herausgezogen zu werden.

 

Ebenso darf man nicht zulassen, dass ein Schutzbefohlener den Lehrer- oder Beraterplatz einnehmen will. Das geschieht gern bei zukünftigen (oder bereits tätigen) spirituellen Beratern. Man hat immer die von einem selbst gesetzten Strukturen, Grenzen und Verantwortungen aufrechtzuerhalten, zu schützen und ggf. auch durchzusetzen, egal, ob es dem Schutzbefohlenen gefällt. Zu den einzuhaltenden und schützenden Strukturen und Grenzen rechne ich auch die selbstverständliche Einhaltung sämtlicher spiritueller und ethischer Gebote, und die spirituellen Weisungen den Alltag betreffend.

 

5. Die Bereitschaft zu einer ständig wachen und selbstkritischen Eigenbeurteilung ist Voraussetzung, ebenso die Annahme von gerechtfertigter Kritik zur Selbstvervollkommnung und zur daraus resultierenden Verbesserung der spirituellen Arbeit.

 

 

Umgang mit Klienten und Schutzbefohlenen, auch in Gruppen

 

1. Gemütliche Teerunden und Small-Talks mit Schülern und Schutzbefohlenen in den Pausen sind zu vermeiden.

 

2. Allen die gleiche Menge an Aufmerksamkeit gewähren (alle gleich behandeln), nur in außergewöhnlichen Sonder- oder Notfällen ist ein höheres Maß zuzulassen.

 

3. Pausen einhalten, sich entfernen oder mit der Arbeitsvorbereitung des nächsten Gruppenabschnitts befassen. Konzentriert bei der Arbeit bleiben, sich nicht in belanglose Gespräche oder unwesentliche Sonderfragen verstricken lassen. Immer den Hinweis auf die Gruppe und der Möglichkeit, dort die Frage stellen zu können, geben!

 

4. Gruppenstrukturen gewissenhaft einhalten, sich keinesfalls durch einen Schüler oder Schutzbefohlenen "das Heft aus der Hand nehmen" lassen. Es ist wichtig, seinen Stand als berufener spiritueller Berater und Lehrer durch eine natürliche Autorität und die dazu geschaffenen Strukturen zu stützen. Das gilt es nachhaltig zu überwachen und auch ggf. durchzusetzen! Ansonsten wird man den Respekt und die Lernbereitschaft der Schüler und Schutzbefohlenen verlieren. 

 

5. Alle Konflikte mit einzelnen Gruppenteilnehmern in die Gruppe bringen (das betrifft vor allem Dauergruppen), damit keine „Mauscheleien“ oder Sonderbehandlungen entstehen.

Auch wird die Gruppe durch diese Klarheit immer davon Kenntnis haben, was parallel abläuft. Das schafft Ordnung, Vertrauen und die Möglichkeit für den Berater, Hilfe durch Statements der Teilnehmer zu erhalten.

 

Zusammenfassung:

  • Keine persönliche Freundschaft oder sexuelle Verhältnisse mit Schutzbefohlenen;
  • keinen Partner suchen im Klientel oder bei Schutzbefohlenen;
  • keine sexuellen Signale durch Kleidung oder Bewegungen senden, Bewusstheit diesbezüglich als Vorbereitung zu Sitzungen und Treffen ist zwingend erforderlich;
  • alle gleich behandeln gemäß ihres Verdienstes - niemanden bevorzugen   oder gesondert herausheben, außer durch Arbeitsleistung desjenigen;
  • Umarmungen sind nur in echten Notfällen, als Mittel zur Hilfe, empfohlen;
  • der Schutzbefohlene ist in dem Moment, wo er sich an einen wendet, der (augenblicklich) wichtigste Mensch;
  • Gründlichkeit auf allen Ebenen (Denken, Sprechen, Handeln);
  • sich selbst bei eigenen persönlichen Krisen zurücknehmen können;
  • Schlampigkeit, Lässig- und Nachlässigkeit, sowie unangemessenes Verhalten vermeiden;
  • persönliche Belange aus der Arbeit herauszuhalten - keine Projektionen auf die Schutzbefohlenen, sondern durch Verantwortungsübernahme sofort zurückholen;
  • Wahrhaftigkeit bei der Arbeit, denn man muss in der Lage sein, das eigene Handeln vor Gott rechtfertigen zu können;
  • Strukturen sind zu schützen, und zwar sowohl vor sich selbst als auch vor der Unterwanderung durch die Schutzbefohlenen;
  • selbstverständliche Einhaltung sämtlicher spiritueller Gebote;
  • die Fähigkeit zur positiv-konstruktiv ausgerichteten kritischen Selbstanalyse erwerben und pflegen.

 

Die „Säulen für Berater“

 

Grundsatz 1: Gott ist überall, es ist seine Welt und er kann jederzeit überall eingreifen und dafür sorgen, die richtige Hilfe für ein Lebewesen bereitzustellen.

 

Grundsatz 2: Jeder Mensch befindet sich in den Lebensumständen, die wichtig und richtig sind für ihn und das fördern, was gefördert oder hervorgebracht werden soll.

Jeder Mensch hat immer genau die Umstände und Hilfen, die ihm nützen, unabhängig davon, ob er es auch so sieht.

 

Grundsatz 3: Daraus ergibt sich, dass man seine eigene Bedeutung nicht überbewerten und glauben sollte, dass ein Mensch, der nicht „ins Schema passt“ und den wir somit nicht annehmen können, damit automatisch dem Untergang anheim gegeben wird.

Wer nicht in unser Schema passt, ist lediglich bei oder für uns nicht richtig. Gott hat dann andere Wege für diesen Menschen vorgesehen.

 

Grundsatz 4: Alle Menschen sollen gleich behandelt werden gemäß ihrer Verdienste.

Vorlieben und Abneigungen zeigen auf, dass man die Arbeit zu persönlich und ungerecht handhabt. Wenn man Sonderrechte einräumt, geht man das Risiko der notwendigen (manchmal sehr schmerzhaften) Ausgleichung von Ungerechtigkeit ein,  oder man räumt gleich allen diese Sonderrechte ein.

Das birgt dann allerdings wieder Risiken der Auflösung von Struktur und gesunder Ordnung in sich.

 

Grundsatz 5: Pflichtbewusstsein dem Schutzbefohlenen gegenüber ist nur dann gut, wenn es innerlich positiv „geladen“ ist und ohne Überforderung gehandhabt wird! Eine spirituelle Verantwortungspflicht ist automatisch mit tiefer Freude und Erfüllung gekoppelt, wenn sie Sinn macht und positive Ergebnisse zu zeitigen in der Lage ist. Wenn jedoch ein Druck entsteht, der das Pflichtbewusstsein erzwingen will, ist etwas nicht richtig gehandhabt worden, oder die Einstellung hat sich verschoben hin zum Helfersyndrom. Hier ist dringend geraten, die eigene Haltung zu hinterfragen, die Situation als Ganzes zu beleuchten und den Abstand zum Schutzbefohlenen wiederherzustellen, der Freude und Liebe dann wieder ermöglicht.