VI. Achtsamkeit im Umgang miteinander

in einer Gemeinschaft, insbesondere bei Phoenix

 

von Manuela Schindler (C)

 

 

Das Ego und die Möglichkeiten, es wirkungsvoll zu blockieren - Empfehlungen

 

Aufgrund unserer langjährigen Erfahrungen wurde sehr schmerzlich erkannt, dass das Ego ein ganz eigener Faktor im Geschehen einer Gemeinschaft ist, der niemals unterschätzt werden darf. Es entscheidet letztlich über das Wohlbefinden oder negative Absinken der gesamten Gemeinschaft, wenn man ihm zu viel Raum und Ausdrucksmöglichkeiten anbietet. Da es mitunter nicht leicht ist zu erkennen, ob ein Ego seine Muster abspielt, um bestimmte Sonderaufmerksamkeiten zu erreichen, oder ob jemand tatsächlich einer betreuenden Hilfe bedarf, sind hier ergänzend Ratschläge im Umgang miteinander festgehalten:

 

1. Jeder hat ein Recht auf ein eigenes Gesicht!

Wenn jemand traurig in die Gegend schaut oder sonstwie einen bedrückten Eindruck macht, so sei es ihm  gegönnt, so schauen zu dürfen. Niemand sollte sofort zu Hilfe eilen, sondern respektvoll Abstand halten, denn es gibt durchaus die Möglichkeit, von sich aus Hilfe innerhalb von Phoenix zu erbitten. Dafür gibt es die Mitgliedersprechstunde mit Martina, und letztlich auch die Möglichkeit, in ganz besonders schwierigen Fällen direkt mich (Manuela) um ein Gespräch zu bitten. Wir sollten jedoch nicht von uns aus jemanden ansprechen, der einen durch die Mimik regelrecht dazu herausfordert, denn so fällt man in der Regel auf eine beliebte Ego-Masche herein. Wer sich seltsam benimmt, darf das, sofern es nicht andere TeilnehmerInnen belästigt.

 

2. Niemand muss wirklich schwierige Probleme allein bewältigen!

Bei uns ist immer jemand da, wenn jemand wirklich Hilfe braucht! Wir haben einen gut strukturierten Betreuungsrahmen erschaffen, welcher an sich ausreichen müsste.

ABER: man muss sich zunächst selbst um eine Lösung bemüht haben, und erst, wenn die eigenen Bemühungen, das Gebet und das Selbst-Hinterfragen durch die Regeln und Grundsätze unserer Gemeinschaft nicht die nötige Lösung gebracht haben, das Problem innerhalb von Phoenix anzusprechen. Dazu bietet sich bei Mitgliedern und Mitarbeitern vor allem die Mitgliedersprechstunde und die interne Seelsorge an.

 

3. Niemand muss und sollte sich Sorgen machen müssen um das Gegenüber!

Wir gehen grundsätzlich davon aus, dass es keine Probleme gibt, wenn sie nicht angesprochen werden. Sich leise Sorgen zu machen ist unproduktiv und vor allem riskant, denn wir durften die Entdeckung machen, dass dann die ursprünglich positive Ausstrahlung der Gemeinschaft „in den Keller geht“ in den Bereich der düsteren Ahnungen, was Gegenkräfte gern für sich nutzen, um fast augenblicklich einen negativen Kanal zu öffnen und die Arbeit zu stören.

Das Helfersyndrom ist weit verbreitet bei den spirituell Strebenden, doch hat es eigentlich gar keine positive Berechtigung, sondern muss eher als krankhaft angesehen werden! Stattdessen ist es gut, die Grenzen des Gegenübers zu respektieren und darauf zu achten, nicht gegen seinen Willen sein Problem anzusprechen, welches er möglicherweise nicht angesprochen haben will!

Wer sich treu an die Regeln und Vorgaben von Phoenix hält, steht bereits unter einem ganz besonderen Schutz, der neues böses Karma verhindert. Sollte dann trotzdem einmal etwas geschehen (wegen altem Karma oder Ego), dann sind die beiden vorangehenden Punkte 1 und 2 abzuarbeiten um zu schauen, welche Lösungsmöglichkeiten es gibt.

 

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal ganz besonders intensiv auf die Sorge eingehen!

 

Sorge ist  sehr düster! Wenn man geborgen in Gott lebt, sollte man zwar nicht sorglos im Sinne von Leichtsinnigkeit sein, aber doch weitestgehend frei von bösen Sorgen oder Vorannahmen, die das Schlimmste vorweg nehmen, obwohl noch gar nichts passiert ist oder auch nur angedroht wurde.

Mit der zunehmenden spirituellen Kraft der Phoenix-Mitarbeiterinnen tritt auch das Problem der negativen Manifestation auf, die sehr schlimme Folgen haben kann. Das haben wir erlebt, und ich insbesondere auch im Umgang mit medialen Frauen, die fast sofort, als sie sich besorgt äußerten ohne konkreten Anlass, einen dunklen Kanal öffneten und jede Menge unerwünschter Energien kanalisierten. Das letzte Erlebnis dieser Art hatte ich gerade erst im Februar 2017, und ich schätze, das war gut so, um es endgültig zu begreifen. Man unterschätzt diese Haltung, ihre zugrundeliegende Negativität und ihre weit reichenden Folgen!

Genau so verhält es sich mit Melancholie und der vermeintlichen Überlastung! Sicherlich wird man nicht immer frei sein können davon, doch sollte man sich in solchen Fällen beständig vor Augen halten, dass damit Gegenkraft entweder angezogen wird oder gerade sie die Melancholie oder vermeintliche Überlastung mental  „aufoktroyiert“ hat, um uns im Dienst an Gott und an unserem Wirken für ihn nachhaltig zu behindern.

Der Dienst an Gott, das Leben mit ihm und das Wirken in diesem Bereich ist Freude und vermittelt Freude, weshalb auch viele Nonnen so strahlen und freundlich aussehen. Wer beständig grimmig schaut, traurig oder böse wirkt, ist definitiv NICHT wirklich in dem höheren Verständnis eingebettet, worum es hier geht. Außer natürlich, wenn es konkrete Anlässe gibt. Ausnahmen gibt es immer. Und ein Friede - Freude - Eierkuchen - Weg soll mit meinen Worten auch keinesfalls gezeichnet werden!

Aber als Grundsatz ist hier festzustellen, dass man so hervorragend ein manipulatives Ego erkennen kann beim Gegenüber, welches durch Mimik und Gestik geschickt die Aufmerksamkeit auf sich lenkt und die Kräfte der anderen an sich bindet. Wie im Text Hintergründe zur Gruppenarbeit gut zu lesen ist, verfügen wir beim Phoenix-Netzwerk über ausreichend Erfahrungen auf diesem Gebiet.