V. Achtsamkeit bei der Arbeit in einer Gemeinschaft

von Manuela Schindler (C)

 

Die hier aufgezählten Grundsätze bilden die Basis der Zusammenarbeit innerhalb von Phoenix, sind aber genauso anwendbar für andere Gemeinschaften und Gruppen, da sie vom Prinzip her neutral sind. Dieser Text wurde ursprünglich im Jahre 2006 verfasst, im Jahr 2017 umgearbeitet und bis Mitte 2018 durch die Erfahrungen der letzten Jahre ergänzt. 

 

 

Das Thema Achtsamkeit hat eine größere Bandbreite, als man meistens vermutet und führt über die rein mentale Beobachtung und persönliche Konzentration auf eine gerade stattfindende Situation mit oder ohne einer anderen Person weit hinaus, denn man muss auch die Folgen dessen, was man in Achtsamkeit tut oder lässt, beurteilen können, zumindest weitestgehend. Folgegedanken, Folgehandlungen oder Einschätzungen werden meistens erst später eintreten, wenn die aktuelle Situation beendet ist und man Zeit zur Reflektion hat. Dass es gilt, auch hier sehr achtsam zu sein, wird mitunter unterschätzt. Denn aus einer rein äußerlich gelebten Achtsamkeit im Augenblick, die letztlich doch sehr oberflächlich sein kann, könnte sich eine spätere Unachtsamkeit entwickeln, wenn man an die nachträgliche Bewertung oder Entscheidungsfindung geht. Achtsamkeit bedeutet auch, Regeln anzunehmen, die ein Werk schützen, den Umgang oder die Arbeit miteinander qualitativ hochwertig gestalten wollen und sicherzustellen, dass von einem selbst ausgehende und ungewollte Störungen geblockt werden. Jedenfalls solange, bis man sich klar ist über das eigene Verhalten, die Motive und die Entscheidungen, die man getroffen hat. Gut, dass es bei uns intern die Seelsorge und Mitgliedersprechstunde gibt, denn hier wird eine gute Kompensationsmöglichkeit angeboten, damit nichts dauerhaft unterdrückt werden muss und wirklich alles hinterfragt und in einem Gespräch vorgelegt werden kann.

 

1. Die größte Herausforderung für eine freiheitliche spirituelle Gemeinschaft ist heutzutage, den natürlichen Drang der neuen Mitarbeiter, Mitglieder und Studenten zu "bändigen", alles nach ihren Vorstellungen umzuformen, und stattdessen neu auszurichten auf die spirituelle Formung, für die sie sich entschieden haben durch den Beitritt.

Das heißt, dass man gleich am Anfang lernen muss, vor allem sich selbst formen zu wollen und nicht versuchen sollte, die Gemeinschaft oder das Gegenüber zu formen. Schafft man es nämlich, seine Prägung auf die Gemeinschaft zu übertragen, wird der spirituelle Anspruch unter Umständen erlöschen, da nicht automatisch der stärkste Mensch hier entscheiden darf, sondern bei allem Gottes Einverständnis und das der verantwortlichen und in ihr Amt berufenen Leiter vorliegen muss.

Geraten die Dinge nicht, sind schwierig und zäh, häufen sich die Probleme und laufen immer mehr Angelegenheiten "aus dem Ruder", hat die Gemeinschaft genau dieses Problem!

Um nun so etwas zu verhindern und um die selbst gewählten Ziele und Aufgaben sicher bemeistern zu können, wurden Leitlinien für alle Beteiligten in den verschiedensten Positionen aufgestellt, die auf alten traditionellen spirituellen Grundlagen beruhen und die noch heute ihre Gültigkeit haben.

Daher ist es empfohlen, sich die Regeln, Gebote und Grundlagen der entsprechenden Gemeinschaft jeden Tag anzuschauen und immer wieder die einzelnen Grundsätze zu studieren und durchdringen zu wollen. Das hat einen sehr positiven Effekt, der schnell zu den gewünschten Fortschritten führen dürfte.

Das bedeutet aber nicht, dass man sich selbst fortan beständig unterdrücken, sich nur noch anpassen und zurücknehmen sollte, denn es gibt genügend Möglichkeiten, konstruktive Kritik, Verbesserungsvorschläge oder Neuerungen einzubringen. Es gibt immer Raum für konstruktive Beiträge, den man einfach nur nutzen muss. 

 

2. Auch im persönlichen Miteinander kann die unter Punkt 1 genannte Schwierigkeit der persönlichen Selbstverwirklichung - über die formulierten Grenzen der Gemeinschaft hinaus - auftreten, denn der Mensch an sich ist gesellig, sucht Freunde und Gleichgesinnte zwecks Austauschs, klönt gern, feiert miteinander und spielt seine Spiele, liebt und hasst, streitet und versöhnt sich, tröstet und verletzt sich, usw.; dabei lernt und wächst er und entwickelt sich weiter. Das ist normal und innerhalb der menschlichen Gesellschaft sogar wünschenswert.

Es ist vom Grundsatz her eine natürliche persönliche Lebensweise, die auf Sympathie und Antipathie, Leidenschaft und Zweckmäßigkeit, selbstsüchtiger Wunschbefriedigung und Erfüllungssuche beruht, welche der - den Menschen lenkenden und belehrenden - Evolutionsströmung der Natur unterstellt ist.

Doch wenn man in eine spirituelle Gemeinschaft eintritt, sind diese Gewohnheiten plötzlich gar nicht mehr gut und normal, ja sie sind sogar gegensätzlich zu den spirituellen Zielen und können Spaltung hervorrufen, wo Einheit erlernt werden soll. Wenn also ein „persönlicher Mensch“ in eine überpersönliche (nicht unpersönliche; das ist ein wichtiger Unterschied) Gemeinschaft kommt, steht er plötzlich vor dem Dilemma, dass seine natürlichen Verhaltensweisen zu einem Problem werden können!

Das ist in der Regel eine sehr schwierige Phase am Anfang, die solange anhält, bis man seinen Platz in der spirituellen Ordnung gefunden hat, oder aber - bei Nichtakzeptanz - die spirituelle Gemeinschaft verlassen hat und in die eigene rein persönliche Lebensweise zurückgekehrt ist.

Wenn man versucht, seine gewohnten Neigungen innerhalb einer überpersönlich, auf Gott ausgerichteten Seelengemeinschaft zu leben, beginnt man zu stören und Unruhe zu verbreiten. Man schafft z.B. Cliquen, die automatisch zum Ausschluss anderer Gruppenmitglieder führen müssen. Man mag einige Mitglieder lieber und andere weniger, also behandelt man den einen sehr großzügig und der andere wird bestenfalls ignoriert. Innerhalb der „neuen Freundschaften“ entstehen dann irgendwann die natürlichen Ärgernisse, die aber nun in die Gemeinschaft hineingetragen werden, und den harmonischen Ablauf energetisch beeinträchtigen.

Aus vorheriger Zuneigung kann plötzlich Abneigung entstehen. So entsteht Spaltung statt der angestrebten Einheit einer Seelengemeinschaft, und dieses wirkt der Arbeit der Gruppe und dem angestrebten Ziel von einer ganz anderen Seite entgegen und blockiert irgendwann alles.

Bei sehr ungeschulten Personen kommt es mitunter sogar von ihnen ausgehend zu zerstörerischen Intrigen, die sie leider selbst nicht als solche erkennen. In der Folge solcher Ereignisse wird versucht, gesunde Strukturen - die zum Schutz aller bestehen - zu unterwandern. Der Boden, auf dem alle sicher stehen sollten, wird wieder und wieder systematisch unterhöhlt, und die Berater und Begleiter damit beschäftigt gehalten, die Sicherheit der Gemeinschaft immer wieder neu aufbauen zu müssen. So manch eine spirituelle Schule und Gemeinschaft kam dadurch zum Zusammenbruch. 

Es gibt noch sehr vielfältige Störungsmöglichkeiten, die ich hier nicht alle aufzählen möchte. Persönlichkeiten, die es eigentlich vom Grund her nicht böse meinen, werden plötzlich zu Störenfrieden, Aggressoren oder Zerstörern einfach deshalb, weil sie sind, was sie sind: ein menschliches Ego. Somit zeigt sich also, dass man mit seinen normalen menschlichen Umgangs- und Verhaltensformen plötzlich sogar ein potentieller „Feind“ der Gemeinschaft werden kann, wenn man sich nicht gründlich neu orientiert und bereit ist, sich anfangs lieber zurückzunehmen im Umgang miteinander, die schützenden Leitlinien anzunehmen und sein Verhalten daran auszurichten! 

Um dieses zu fördern, gibt es in Klöstern, Ordensgemeinschaften und freiheitlichen spirituellen Gemeinschaften wie der unsrigen die vorgegebenen Strukturen, die schützen und bewahren sollen, was gut und richtig ist, und welche egoistischem Wirken Grenzen setzt.

 

Was zur Lösung empfohlen wird:

Es wird empfohlen, sich zunächst zwei Verhaltensweisen - eine private und eine spirituell/gemeinschaftliche - zuzulegen. Dieses gilt solange, bis man sich an die neue Umgebung und das möglicherweise fremde Miteinander gewöhnt hat. Meistens kann man dann sowieso bereits erkennen, wozu gewisse Strukturen nützlich sind. Um das zu erleichtern, gibt es eine wichtige Grundregel der Gleichbehandlung in einer spirituellen Gemeinschaft, die in diesem Falle sehr unterstützend dabei begleiten kann: Jeden gleich behandeln: keine Bevorzugungen, keine „besonderen“ Freundschaften. 

Weitere Empfehlungen für den achtsamen Umgang miteinander finden sich im entsprechenden Text.

 

3. Wenn verschiedene Menschentypen mit verschiedensten Aufgabenfeldern zusammenkommen zu einem Gemeinschaftstreffen, vermischen sich die Energien und es entsteht so etwas wie eine "Gruppenseele". Seltsamerweise kann die oft sehr unangenehm sein, wohingegen die Einzelmenschen sehr positiv sein können. Warum das oft so schwierig ist, liegt vermutlich an der Zusammensetzung des sich ergebenden Feldes, welche die verschiedenen Komponenten zu einer Einheit mit manchmal unerwarteten Wirkungen zusammenfasst. So werden unbewusste Faktoren, unerlöste Schattenanteile und verborgene Motive mit erfasst, was das gemeinschaftliche Miteinander sehr zu stören in der Lage ist. 

Erlösen kann man diese Problematik nur, wenn sich alle Teilnehmer auf die Sache, für die man zusammengekommen ist, und auf das eigene Anliegen, welches man innerhalb der Gemeinschaft erarbeiten, verwirklichen oder kommunizieren will, konzentriert. Im Umgang mit den anderen sollte man Geduld, Abwarten, Loslassen und Geschehenlassen praktizieren, und eigene stille Bewertungen und Abwertungen sein lassen. Laufende Prozesse, schöpferische Arbeiten und auch der eigene spirituelle Fortschritt gehen nicht immer glatt, weshalb das auch nicht gleich Anlass zu negativer Bewertung und Verurteilung geben muss. 

 

4. Wir haben in den letzten Jahren erlebt, dass die beständige Vermischung der Mitarbeiter durch beliebige und ungeordnete Querkontakte oft - nicht immer - ungewollte energetische Störungen hervorgerufen hat.

Tatsächlich muss berücksichtigt werden, dass Phoenix-Mitarbeiter und Studenten ihre erforderlichen Läuterungs- und Lernphasen haben, die sie alleine oder mit Gottes Hilfe bewältigen müssen. In solchen Zeiten werden Schlacken gelöst, Muster hochgespült und Emotionen zwecks Reinigung, Klärung und Neuausrichtung ausgelöst. Damit das nicht auf die anderen Mitarbeiter übertragen wird, ist eine geregelte Umgangsform erforderlich, wie wir schmerzhaft lernen mussten.

Abstand zu halten zwischen den festgesetzten Terminen ist somit ein sehr wichtiger Faktor bei Phoenix, der nur durchbrochen werden darf, wenn es wirklich außergewöhnliche oder wichtige Situationen zu besprechen gibt. Wenn man die Vereinbarungen durchbrechen will und eine Sonderregelung wünscht, sollte man das unbedingt im Auge behalten und sich zumindest soweit beruhigt haben, dass man ruhig und besonnen gemeinsam mit Beraterinnen bei uns die Klärung der Situation erarbeitet.

 

5. Persönliche Ansprüche an Phoenix, dessen Mitarbeiter oder andere Mitglieder zu haben ist eine sehr beunruhigende Fehlhaltung, denn auch sie löst zunächst energetische Probleme aus, die sich zu größeren Spannungen im Umgang miteinander auswachsen können. Durch das Anspruchsdenken verliert man seine Ausrichtung auf GOTT, der grundsätzlich bei uns der wirkliche und einzige Helfer und Berater ist, und unserer Erfahrung nach auch niemandem im Stich lässt.

Konzentriert man sich hingegen fordernd auf andere Mitarbeiter oder Studenten, kann es sehr problematisch werden: Es werden dann innere Gespräche geführt und die Zielperson energetisch bedrängt, was echte körperliche Kopfschmerzen und Nervenschmerzen auslösen kann. Vor allem dann, wenn der Beanspruchende aufgewühlt, traurig oder gereizt ist! Bei uns mitzuarbeiten oder in einem engeren Radius an den Aktivitäten teilhaben zu können bedeutet, die eigenen Erwartungen und Ansprüche zurückstellen zu können, denn Phoenix ist NICHT eine Plattform für persönliche Selbstverwirklichung, sondern eine Arbeitsgrundlage für spirituelle Erlösung im Zusammenwirken mit GOTT.

Siehe dazu bitte auch bei den energetischen Gruppengesetzen den Punkt 8, wo diese Problematik genauer geschildert wird.

 

6. Erprobung der spirituellen Werte im Umgang miteinander hat ein großes Gewicht bei uns. Ehrlichkeit im Umgang miteinander, aber liebevoll und immer in der Bewusstheit dessen, dass man auch und vor allem sich selbst gerade sieht im Gegenüber, ist unabdingbar. Der Grundsatz "Was du nicht willst, das man dir tu, das füge auch keinem anderen zu" definiert hier sehr klar die Grenzen.

Sowie man irgendetwas plant, tut, spricht oder denkt, und man bei der Reflektion diesen Satz daneben legt, wird man sogleich erforderliche Korrekturen erkennen. Dass dieser Leitsatz nicht handlungsunfähig macht wie viele denken, ist daraus begründet, dass man natürlich von einer positiven Lebenshaltung ausgeht und nicht aus Berechnung agiert wird.

Ein positiver Umgang mit den schwierigsten Situationen, die in einer Gruppe oder bei der Zusammenarbeit auftauchen können, hilft sehr dabei, den Anspruch der Erprobung der spirituellen Werte zu vertiefen! Egal, wie konfliktreich sich mitunter alles gestaltet, und wie verletzt sich das Ego wähnt und zum sofortigen Angriff oder schmollenden Rückzug neigt, gerade das nicht zu tun und nicht negativ über den Vorfall "zu brüten" ist hier richtig, sondern sich die Frage zu stellen: "Was kann ich hieraus gewinnen, lernen oder integrieren? Welche Werte werden hier trainiert? Wie wäre jetzt die angemessene Lösung, wenn ich treu innerhalb dieser Werte agieren will, ohne mich dabei zu verleugnen?"

In einer spirituellen Gemeinschaft wie der unsrigen geht es nicht um Verwirklichung des Egos, sondern um Transzendierung desselben, was oft reichlich Konfliktstoff anbietet! Vor allem dann, wenn durch die so eingeforderten Lernschritte wichtige Schwellen bemeistert werden sollen, die bei Nichtbemeisterung das Ego zu festigen in der Lage sind, statt die Seele zu befreien!

Ein weiterer wichtiger Aspekt in diesem Themenbereich ist folgender:

Mediale und sensitive Fähigkeiten müssen soweit erkannt und gebändigt worden sein, dass man sich ihrer Risiken vollumfänglich bewusst ist und alles tun kann, um schlechte Einflüsse bewusst auszuschalten.

Das gilt auch für eine Gruppensituation: sowie das Eindringen von Gegenkräften erkannt wird, muss es angesprochen und deutlich innerhalb der Gruppe thematisiert werden, um den Schwachpunkt aufzudecken und für sofortigen Schutz zu sorgen. Schafft man es aufgrund von Schwäche nicht, die Medialität einzudämmen, sollte man auf eine Gruppenteilnahme verzichten und stattdessen weiter an einer inneren Festigkeit arbeiten, die Abgrenzungsschwächen beheben und die ungewollten medialen Tendenzen blockieren kann.

  

7. Respekt dem Amt gegenüber und Akzeptanz - Wenn jemand in einer Gemeinschaft, insbesondere bei uns, einen leitenden Posten einnimmt, ist dies ein Zeichen dafür, dass derjenige nicht nur gründlich geprüft wurde vom Schicksal, durch interne Vorgänge oder im Miteinander, und sich bewährt hat in der Anwendung der Tugenden und Vertrauenswürdigkeit, sondern vor allem eine Berufung durch göttliche Macht vorliegt.

Das Amt und der Amtsträger haben Respekt verdient und sollten niemals angefochten werden, wenn dieser Entscheidungen trifft, die nicht gefallen. In der Regel gibt es immer einen Grund dafür, denn jede Entscheidung basiert auf langjähriger Erfahrung und dem Wissen um die beschützende Richtigkeit der Entscheidung.

Solch ein Amtsträger ist vor allem und allezeit Gott gegenüber zur Rechenschaft verpflichtet, in besonders schwierigen Situationen jedoch auch der Gesamtleitung der Gemeinschaft. Glaubt man, ungerecht behandelt oder nicht angemessen im Bemühen wahrgenommen worden zu sein, kann man es durchaus zwecks vertiefender Erläuterung anfragen, sollte aber vorsichtig sein damit. Gerade in spirituellen Bestrebungen ist es ein Ziel, die Werte von Respekt und Akzeptanz zu integrieren, vor allem dann, wenn das eigene Gewissen im Grunde verstanden hat, dass die Entscheidungen im Prinzip richtig waren und zumindest nachvollzogen werden können, auch und vor allem dann, wenn sie nicht gefallen. Da alle Menschen grundsätzlich frei sind in ihren Entscheidungen, ist im Gegensatz dazu bei Phoenix keinerlei Interesse vorhanden, das über ein harmonisches Miteinander und dem gemeinschaftlichen Bestreben, die spirituellen Werte vollendet in das Ego einzubauen, hinausführt. Ehrgeiz, Amtsanmaßung und die Intrigen, die dazu dienen sollen, jemanden aus seinem angestammten Amt zu vergraulen, führen zum Ausschluss oder zumindest zu einer Randposition bei Phoenix.

 

8. Rechte und Pflichten:

 

Entscheidungsrecht - Eigene Anliegen und Gefühle/Ahnungen/Neigungen sind absolut zu berücksichtigen und bei der Entscheidungsfindung einzubringen bzw. vorzutragen. Niemals sich zurücknehmen ohne zu hinterfragen und miteinander zu kommunizieren. So wird die Unterdrückung von eigenen kreativen Impulsen, die möglicherweise wichtig sein könnten für die Gemeinschaftsarbeit, vermieden.

 

Mitgestaltungsrecht - im Sinne von mitschöpferischer Tätigkeit innerhalb von Phoenix, d.h., das Einbringen EIGENER Ideen und weiterführender Vorschläge ist absolut erwünscht. Dazu wählt man am besten das direkte Gespräch und unterlässt im Gegenzug eigenwillige Strategien, um Veränderungen zu erzwingen.

 

Sorgfaltspflicht - im Sinne dessen, dass man ständig genau prüft,  ob man Vereinbarungen eingehalten und umgesetzt hat, und sich an die vorgegebenen Achtsamkeits-Strukturen gehalten hat.

 

Die Zusammenarbeit darf nie unterminiert werden durch Eigen-Ehrgeiz und den Versuch, eigene Anliegen durchzusetzen, welche die Interessen von Phoenix und der einzelnen Mitarbeiter unterlaufen. Da so dafür gesorgt wird, Verzögerung, Verhinderung oder gar Schäden hervorzubringen, wäre das ein erster und sehr ernster Grund, der bei wiederholtem Auftreten zum Ausschluss führen könnte! 

Der Wunsch zur echten Zusammenarbeit, beständige Bereitschaft zur Selbstüberprüfung diesbezüglich, Wertschätzung gegenüber der Arbeit von Phoenix, und der anderen Mitglieder und ihrer Arbeiten, sind Grundvoraussetzungen zur erfolgreichen und dauerhaften Zusammenarbeit.

 

Probleme, die innerhalb einer Arbeitsgruppe auftauchen, sind auch dort zu klären.

Es sollten Nebengespräche außerhalb der Gruppe, die beteiligte Personen ausschließen und damit zur Spaltung führen, möglichst vermieden werden. Jeder hat die Pflicht (nach einer Gewissensprüfung, ob ein Einwand wirklich berechtigt ist, oder man erst in Ruhe darüber nachdenken sollte, bevor man etwas anspricht), sein Problem innerhalb derselben Gruppe anzusprechen, in der das Problem entstanden ist, so dass alle an der Lösung eines möglichen Konfliktes beteiligt werden.

 

 

Erläuterungen zum Abschluss

 

Diese Grundregeln für ein achtsames Miteinander bieten einen hilfreichen Rahmen zur Orientierung an, der durch zusätzliche Regeln zwar noch feiner ausgearbeitet und ergänzt werden kann, der aber auch ohne zusätzliche Regeln funktioniert, wenn man sich grundsätzlich an die spirituelle Ethik hält.

Denn es besteht immer die Gefahr, dass zu viele Regeln eine lebendige Weiterentwicklung auch blockieren können, weshalb grundsätzlich gilt, dass die Einhaltung aller Regeln mit dem eigenen Gewissen übereinstimmen muss und man notfalls die Gemeinschaft verlassen sollte, wenn man keine Akzeptanz der Strukturen und Regeln gegenüber verspürt.

In der Regel besteht dort aber kein Problem, da sie grundsätzlich von ihrer Ausrichtung her positiv, also das Leben bejahend und achtend - und vor allem wachstumsfördernd - aufgebaut wurden.

Die allgemeinen Regeln aus Spiritualität und Religion, und insbesondere unsere Phoenix-Regeln, sind bitte ergänzend zu diesen Achtsamkeitsregeln zu verwenden, um durch sie vor allem den Umgang mit der Welt spirituell zu gestalten, aber auch um die eigene spirituelle Ausrichtung noch mehr zu vertiefen.

 

 

Überarbeitete Version vom 9. Oktober 2017

Urtext von 2006 - Manuela Schindler (C)