Weibliche Spiritualität

oder "Spiritualität ist weder männlich noch weiblich"

von Manuela Schindler (C) 2013 - überarbeitet 2019

 

Dieser Text will eine heikle Situation ansprechen, soll aber gleichzeitig keinesfalls neue Fronten eröffnen. Damit sollen die nachfolgenden Aussagen lediglich bestehende Zustände sachlich beleuchten anhand von realen Beispielen, zwecks Überprüfung, Erkenntnis und Neuausrichtung, da nur so ein Aufbruch zu neuen spirituellen Ufern kraftvoll und intelligent eingeleitet werden kann. 

 

Ein berühmter zeitgenössischer (westlicher, nicht-kirchlicher oder irgendeiner Religion angehörender) spiritueller Lehrer/Meister, dessen Namen ich hier keinesfalls nennen werde, veröffentlichte vor wenigen Jahren die Stellungnahme, „dass Frauen keine spirituellen Meister werden können, das läge gar nicht in ihrer Natur“. Wenn man bedenkt, dass Frauen nicht männlich werden können ohne den Preis ihrer kompletten Selbstaufgabe, und sie deshalb auch nicht Meister, sondern logischerweise Meisterinnen werden würden, stimmt diese Aussage sogar.

 

Setzt sich damit die Unterdrückung der weiblichen Energie auch in der „freien“, nicht-konfessionellen und neuzeitlich ausgerichteten Spiritualität durch? Hat sich in der Esoterik und neuzeitlich spirituellen Bewusstseinsentwicklung wieder einmal vor allem die männliche Macht durchgesetzt, und werden spirituelle Werte und Entwicklungsmöglichkeiten fortan auch weiterhin von Männern bestimmt und definiert?

Anders gefragt: Sollte man als spirituelle Frau WIEDER EINMAL oder IMMER NOCH, wenn man keinem Mann dienen, aber Sicherheit auf dem spirituellen Weg haben wollte, entweder in die Klöster oder die Hexenzirkel verbannt werden?

 

In Stellungnahmen auf Youtube und durch Schriften ehemaliger Nonnen wird in der heutigen Zeit jedoch vermehrt auf ein grundsätzliches Manko in der kirchlichen und klösterlichen Spiritualität hingewiesen, das einfach nicht mehr zeitgemäß ist. Es wird mitgeteilt, dass Frauen auch dort eher schlecht und unwürdig behandelt oder sogar sexuell missbraucht würden, und nur durch bedingungslose Folgsamkeit und Unterwürfigkeit ein gutes Auskommen haben können. Sicherlich ist das Geschmackssache, denn es gibt auch sehr glückliche Nonnen, aber dass selbst dort eine gewisse Diskriminierung der Weiblichkeit besteht, sieht man an der Zusammensetzung der Amtsinhaber und Würdenträger im Vatikan, wo Frauen nicht zu finden sind.

 

Forscht man jedoch einmal gründlich in der alten monastischen und religiösen Tradition, wird man eine Überraschung erleben! Es gab bedeutende Frauen als Äbtissinnen, sogar im erzkatholischen Spanien, wie eine Dokumentation in Fernsehen (siehe Mediathek) eindringlich beweist. Immer war es der Machtanspruch der Männer, der blühende Frauenaktivitäten zu ersticken suchte, und es den Frauen sehr schwer machte, konstruktiv am Leben teilzunehmen. (Selbst die mehr als 900 Jahre alte Beginenbewegung der freien spirituellen Frauen wurde erst ab dem 13. Jahrhundert verfolgt und beinahe ausgerottet).

Es werden in der Zukunft auf jeden Fall - da bin ich mir sicher - noch mehr Fakten entdeckt werden, die aufzeigen, dass diese Unterdrückung der Frauen in Religion und Spiritualität gar nicht so alt ist wie wir dachten. Da sich einige hochgebildete und einflussreiche Frauen intensiv forschend betätigen, dürfen wir sicher sein, dass wir die Ergebnisse auch erfahren werden!

 

Männer beanspruchen somit selbstverständlich für sich, dass die Frauen nicht geeignet sind für eine wirklich tiefgreifende Spiritualität, die über eine dienende und untergeordnete Position hinausführt. Oder meint man vielleicht nur, dass die Frau, wenn sie in all ihren anerzogenen Mustern und erlernten Verhaltensweisen "steckenbleibt", keine spirituelle Meisterschaft erlangen könnte? Immerhin wäre auch möglich, dass Frauen sich wahrscheinlich für eine bewusst angepeilte spirituelle Meisterschaft gar nicht interessieren, da bereits diese Position schon wieder etwas mit Macht und Ansehen zu tun hat, was einer echten und sehr tief gelebten Spiritualität zuwiderläuft. 

 

Dass da genau ein wichtiger Ansatz verborgen ist, der die spirituellen Frauen des neuen Zeitalters dringend etwas angehen sollte, ist unübersehbar!

Denn es steht zwar einerseits fest, dass eine Frau auch heute noch sowohl in der alltäglichen Welt als auch im spirituellen Leben größere Nachteile "einzustecken" hat, als man annehmen möchte anhand der wenigen leuchtenden weiblichen Beispiele in Politik, Management und (vorwiegend evangelischer) Religion, aber andererseits in ihrem Verhalten - von einigen Ausnahmen natürlich abgesehen - große Schwächen aufweist. 

 

Die Bereitschaft, sich der männlichen Welt unterzuordnen, ist nicht nur auf Erziehung und jahrhundertealte Tradition aufgebaut, sondern könnte auch auf einer grundsätzlich ängstlichen und vielleicht auch bequemen Haltung beruhen, die Risiken scheut und sich deshalb lieber in komfortable Nischen flüchtet, auch wenn das ein gewisses Maß an Unfreiheit mit sich bringt. Die Bereitschaft der Frauen, sich dem Manne anzubieten als Dienerin und freizügige Gespielin in unserer westlichen Gesellschaftsordnung steht einer vollverschleierten und unterdrückten Frau in der moslemischen Welt gegenüber. Durch die extreme Freizügigkeit auf der einen Seite wird auf der anderen Seite eine ebenso extreme Gegenhaltung hervorgebracht werden müssen, denn das Leben strebt immer nach Gleichgewicht. Beide Seiten offenbaren jedoch die gleiche Erwartung der Frauen, durch ihre "Opfer" einen Versorgungsanspruch an die männliche Welt stellen zu können, die sich dafür um alles zu kümmern, und sowohl Verantwortung als auch Macht zu tragen hat.

 

In der spirituellen Welt ist diese Situation nicht nur bedenklich, sondern fast schon bedrohlich, weil durch gelebte Unterdrückung auch das göttliche Seelenpotenzial der Frauen unterdrückt, oder für den Dienst an einer fremden Sache eingespannt und verbraucht (verbrannt) wird. Seit Jahrhunderten hat eine spirituelle Frau in die Klöster zu verschwinden, hat zu schweigen, kann nicht Papst werden und hat selbst im Buddhismus als Nonne bestenfalls eine den Mönchen dienende Funktion. Frauen haben auch im neuzeitlichen spirituellen Geschehen eine seltsame Rolle zu spielen, die nicht so offenkundig sichtbar ist, wenn man nicht ganz genau hinschaut, und die ich so keinesfalls akzeptieren kann und möchte.

 

Ein Beispiel aus dem Jahr 2000: Im Rahmen meiner spirituell orientierten Netzwerkarbeit hatte ich rege Kontakte weltweit zu allen möglichen spirituellen und neuzeitlichen Netzwerken zwecks Austausch und gemeinsamer Vertiefung unserer Werte. Dabei kam es auch zu einem sehr freundschaftlichen Kontakt mit einem bekannten Schweizer Netzwerk, der einige Jahre bestand und teilweise sehr innig war (solange der Gründer noch dabei war). Anlässlich einer im Jahre 2001 gemeinsam geplanten länderübergreifenden Veranstaltung kam es im Vorfeld zu (normalen) kleinen Ungereimtheiten, und wir von Phoenix-Netzwerk machten freundlich in einer E-Mail darauf aufmerksam. Nun war das Phoenix-Netzwerk schon immer hauptsächlich von weiblichen Mitarbeitern besetzt, zumal ich als Gründerin ja auch bekanntermaßen weiblich bin, was allen Netzwerkpartnern von Anfang an bekannt war.

 

Was für eine böse Überraschung mussten wir jedoch erleben, als die Antwort kam: wir wurden auf unseren Platz verwiesen als weibliche Personen! Ich werde auf die Inhalte der unglaublichen Antwort nur eingeschränkt eingehen, um unnötige Negativität zu vermeiden: z.B. wurden wir aufgefordert, ruhig zu sein, uns still zu verhalten und abzuwarten, was das Planungskomitee (nur Männer) festlegen werde. Drei (!) Männer unterschrieben die E-Mail, und zwar unmissverständlich. Damit waren wir auf einen Schlag mundtot gemacht und auf einen wirkungslosen Platz verbannt worden.

 

Nun ist es nicht meine Art, mich einfach mundtot machen zu lassen, doch ich war verblüfft und entsetzt, dass ein „spirituell orientiertes, kulturell-kreatives Netzwerk für das neue Zeitalter“ die alten unterdrückenden Muster - ohne daran zu zweifeln oder sie zu hinterfragen - ganz selbstverständlich mit aufnahm in seine „neuzeitlichen“ Strukturen. Es blieb uns anfangs die Hoffnung, dass alles nur ein Missverständnis war und auf Fehler in der Kommunikation beruhte, die zwischen verschiedenen Nationalitäten durchaus vorkommen können.

 

Also entschieden wir uns, erneut höflich anzufragen, worauf sich ihre Entscheidung denn begründete und ob das ihr letztes Wort sei, doch bekamen wir daraufhin noch nicht einmal mehr eine Antwort. Hätte ein männliches Mitglied von Phoenix-Netzwerk die Email geschrieben, wäre mit Sicherheit Antwort gegeben worden. Somit war klar: wir stiegen aus dem Projekt aus, und zwar sofort. Nie vergesse ich die bittere Bemerkung meiner Schülerin: „Na ja, Schweizer. Da dürfen die Frauen ja teilweise noch nicht mal wählen gehen, und wenn, dann noch nicht lange!“

 

Es geht noch beeindruckender: Eine Zeit lang hatte ich einen männlichen Schüler als Mitarbeiter, der im Phoenix-Haus auch sein eigenes Büro hatte, und plötzlich musste ich erleben, wie alle E-Mails und Briefe, sogar von mir selbst bestellte Warenlieferungen (!) an seinen Namen gingen. Zwar an das Phoenix-Netzwerk, aber zu seinen Händen. Es geht noch schlimmer, denn teilweise hatte ich andere männliche Netzwerkpartner angeschrieben und mit meinem Namen unterschrieben, wurde aber ignoriert und die Antwort ging dann an ihn, und so weiter. Sehr verdutzt beobachtete ich dieses seltsame Phänomen. Wie konnte das geschehen? Zumal ich direkt unterschrieben hatte? Lag das vielleicht daran, dass man als spirituell orientierte Frau sanfter und nicht so durchsetzungsstark auftritt, wie es aber erforderlich zu sein scheint auf dieser Welt, wo das männliche Prinzip ganz selbstverständlich das Ruder übernimmt? Oder daran, dass man gleich an die höchste Stelle bei Phoenix wollte und selbstverständlich davon ausging, dass die von einem Mann besetzt ist? 

 

In Zeiten einer Bundeskanzlerin Merkel ist jetzt vielleicht eine Änderung möglich, trotzdem wird immer noch mit einer „Frauenquote“ gedroht (so empfinde ich es), um endlich der weiblichen Kraft Eintritt in männliche Domänen zu erlauben. Das finde ich persönlich als Frau für Frauen sehr diskriminierend.

 

Besonders schlimm aber sind die Vorgaben, die uns Frauen innerhalb der Spiritualität genauso begrenzen wollen wie im Rest des Lebens auch. Wie ich oben schon geschrieben habe, hat Frau zu dienen, zu folgen, kann keine spirituelle Macht tragen, kann keine spirituelle Meisterschaft erlangen und hat selbst in magischen Kreisen eher den Anhauch eines „dämonischen Wesens“ und einer tendenziellen „schwarzen Hexe“, wenn sie ihre Macht annimmt.

 

Meine eigenen Erfahrungen in den letzten Jahren erlauben mir, es hier so deutlich schreiben zu dürfen.

 

Dass Frauen auf astralen Ebenen genauso sexuell angegangen werden wie auf der physischen Seite dieser Welt, ist auch ein sehr großes Problem. Schildert eine Frau solche Situationen, ist das in der Regel allein ihr Problem. Man kann so wunderbar die Augen davor verschließen und einen psychiatrischen Fall daraus machen, oder ein Traumerlebnis, welches lediglich von verdrängten sexuellen Begierden dieser Frauen kündet. Männer machen doch so etwas nicht, vor allem dann nicht, wenn sie spirituell orientiert sind! Leider muss ich aber dazu anmerken, dass in meinen Beratungen für meinen Geschmack zu viele Frauen berichten, dass sie nachts teilweise sogar von ihren männlichen spirituellen Lehrern „besucht“ werden und es zu sexuellen Handlungen kommt. Bedingt durch meine spirituellen Erfahrungen weiß ich, dass es gravierende Unterschiede zwischen Träumen und astralen Erlebnissen gibt, und anhand von bestimmten Fakten, die erfüllt sein müssen, kann ich das klar unterscheiden.

 

Dass magisch interessierte Männer gern mediale Frauen und deren schöpferische Lebensenergien (miss-) gebrauchen, um erst so wirklich (!) beeindruckende Wirkungen in ihrer Arbeit auslösen zu können, die über normalen „magischen Kleinkram“ hinausführen, wird auch gern unter den Tisch gekehrt. Die Frauen eignen sich ja schließlich bestenfalls als Medien und Energiegeber, zum Gebrauch und zur Lenkung, mehr nicht. Die Früchte dieser Arbeit gehören dann dem Manne, der alles so wunderbar hinbekommen hat. Ähnlich wie die Durchschnittsmänner, die der schwangeren Frau ja das Kind „gemacht“ haben, sind auch die meisten spirituellen Männer der Meinung, dieses „ererbte Recht“ auf ihr Tun ausweiten zu dürfen.

So manch ein berühmter und angesehener spiritueller Lehrer besitzt gar einen ganzen „Harem“ an Frauen zu seinem persönlichen Vergnügen und glaubt sogar, darauf ein Recht zu haben. Das Schlimme: kaum einer aus seiner Gefolgschaft zweifelt daran! Auch hier nenne ich KEINE Namen, da ich nicht bestimmte spirituelle Lehrer anprangern, sondern Frauen zum Aufwachen ermuntern möchte.

 

Leider setzt sich das in der medialen Praxis auch durch: viele (männliche) Geistwesen werden plötzlich zu Dämonen, wenn ihr weibliches Medium sich neuen spirituellen Erfahrungen zuwenden und die Medialität zugunsten eines vertieften Kontaktes zu Gott beenden möchte. Bei solcherart heftigen Befreiungskämpfen habe ich schon so oft beistehen müssen, sodass ich das hier wirklich mit Fug und Recht schreiben darf.

 

Was bedeutet das aber nun für uns weibliche Menschen, diejenigen, die weder Meisterschaft erlangen können (bestenfalls Meisterschaft im Bedienen der männlichen Menschen) noch spirituell etwas sagen dürfen, ohne gleich als Hexe oder machtbesessene dunkle Kraft angegangen zu werden?

 

Mit dieser Frage habe ich mich intensiv auseinandergesetzt durch Studium der verschiedenen spirituellen Richtungen und den Plätzen, die Frauen darin einnehmen (dürfen). Als ich keinen offiziell zugelassenen spirituellen Weg für freie Frauen, der sicher ist vor Missbrauch der weiblichen Energie – außer dem Hexenwesen – finden konnte, wandte ich mich nach innen, um meine innere geistige Führung zu fragen.

 

Ich gebe jetzt die Antwort sinngemäß wieder:

 

„Spiritualität ist weder männlich noch weiblich. Sie ist.

Das Leben in der Schöpfung  an sich ist grundsätzlich eine weibliche Qualität.

Aus geistiger Sicht ist das materielle physische Leben innerhalb der Natur immer weiblich.

Das schließt physisch männliche Wesen mit ein.

Da sie materielle Formwesen sind, mit einer irdischen Persönlichkeit ausgestattet - aus Natursubstanz bestehend -, sind auch sie aus spiritueller Sicht weiblich!

Die große kosmische Polarität von Geist – Materie (Plus- und Minusenergie, oder männlich und weiblich, vereinfacht ausgedrückt) erschafft erst die Möglichkeit, Schöpfung und (Mit-) Schöpfersein erleben zu dürfen und darf daher nicht außer Acht gelassen werden in ihrer Wichtigkeit und ihrem Rang /Wert.

Eure Versuche, das Eine zugunsten des Anderen abzuwerten sind fruchtlos und sollten umgehend aufgegeben werden zugunsten eines Gleichgewichts, welches Heilung und eine Neuerschaffung von Welt und Werten ermöglicht.

Der Beginn, dieses innerhalb der „weiblichen“ Lebensform Mensch zu erarbeiten, darf nicht länger aufgeschoben werden, denn ansonsten macht ihr es euch nur unnütz schwer.“

 

Auf meine Frage hin, was wir Frauen denn tun sollten, um entgegen der männlichen Gegenkraft zu einem eigenen spirituellen Ausdruck zu finden, fiel mir spontan ein Satz aus dem Kampfsport ein, wo es (sinngemäß) heißt: „…dass man sich an der Gegenkraft entlang vorwärts bewegen müsse, um daraus Schwung und Kraft zu beziehen.“

 

Konkret bedeutet es für uns Frauen…….ja, was?

 

 

Aufbruch in eine neue Zeit 

 

Wir haben die Zeitenwende 2012 durchschritten. Das Alte muss zugunsten neuer positiverer Lebensformen umgewandelt und verfeinert werden. Insbesondere auf dem Sektor Spiritualität und Annahme der weiblichen Macht, denn nur so entstehen neue Möglichkeiten für diese Welt und ihre Menschen. Das bedeutet daher NICHT, die Männer und ihre teilweise zweifelhafte Haltung, die ja auch oft nur anerzogen wurde, zu bekämpfen. Denn noch sind es viel zu viele Frauen, die dieses böse Spiel fördern und sich nicht auflehnen, ja, es sogar noch unterstützen. Warum auch immer, sie werden ihre Gründe haben. 

 

Es bedeutet auch NICHT, alte Feindbilder neu zu errichten und sich in hilflosem Schimpfen und Beklagen zu verlieren. Genauso wenig geht es darum, der männlichen Welt etwas „wegnehmen“ und sich „aneignen“ zu wollen.

Meiner Meinung nach geht es darum, sich vom Weltlich-Männlichen unabhängiger zu machen, um der Welt etwas Neues hinzuzufügen. Das bedeutet auch, das eigene Leben so aufzubauen, wie man es haben möchte und sich wohlfühlen kann darin. Es bedeutet weiterhin, die (eigenen) weiblichen Verhaltensweisen gründlich im Auge zu behalten und sich ab sofort reifer und selbstbestimmter zu verhalten im Umgang mit Männern. Und dort, wo man nichts auf die Schnelle verändern kann, baut man eben etwas Eigenes auf, ganz ohne Mann.

 

Ich denke, dass das zumindest eine gute Ausgangsbasis ist, wenn man durch die männlichen Strukturen und Verhaltensweisen zu leiden hat. Wer sich im Leben wohl fühlt und der Meinung ist, dass alles richtig ist so, darf auch gern aus freiwilliger, aber bitte bewusster Entscheidung heraus, so weiterleben. Denn tatsächlich SIND bereits Veränderungen im Gange, das kann man überall sehen. Eine sehr stille Revolution der weiblichen Kräfte findet bereits sanft, aber nachhaltig statt. Jeder hat dort, wo er steht, seine Aufgabe zu leisten. Und Kampf GEGEN etwas bedeutet, dass man nichts Neues aufbauen kann. Daher heißt es – wenn das Wort Kampf schon gebraucht werden muss – Kampf FÜR etwas.

 

Was das im Einzelnen bedeutet, hat jede Frau nun selbst intensiv zu erarbeiten. Die alten Lebenshaltungen von Gefolgschaft, Fremdbestimmung, Passivität, ausschließlich als sexuelle oder dienende Wesen leben „zu dürfen“ und generell - das schließt auch die Spiritualität ein - freiwillig den Definitionen zu folgen, die von männlichen Menschen vorgegeben wurden, müssen nun hinterfragt werden. Die Bequemlichkeit, sich hinter dem Manne zu verstecken, um keine Verantwortung tragen zu müssen, muss überwunden werden, eine Ausrede gilt nicht mehr. Wir befinden uns jetzt in einem neuen Zeitalter und MÜSSEN nun auch selbst daran arbeiten, es einzuläuten, denn von alleine kommt nichts. Ein stiller und einsamer Weg, der ohne Applaus und Anerkennung zu gehen ist, liegt vor uns, um wirklich spirituelle Gefilde erreichen zu können. 

 

Vielleicht hilft es auf diesem Weg daran zu denken, dass GOTT weder männlich noch weiblich ist?

Ich würde mich sehr freuen, wenn sich viele Frauen angesprochen fühlen und einmal nachschauen mögen, ob ich nicht vielleicht gerade SIE meine mit diesen Zeilen.