Vorbereitung auf eine heilige Zeit

Ein Weg in 24 Schritten

Zusammenfassung des Adventskalenders 2018

Text und Bildauswahl von Manuela Schindler 

 

 

 

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Ein Weg in 24 Schritten: Reinigung - Verstehen - Akzeptieren - Vergeben
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Einleitung

 

Die aufgeführten Schritte sind ein Auszug aus uralter heiliger Überlieferung, die der spirituellen Vorbereitung auf besondere Lebensabschnitte dienen. Wer diese Schritte ernsthaft nachvollzieht und nacheinander konsequent umsetzt, wird erleben dürfen, wie das Leben sich wandelt, reinigt und vertieft. Es ist lohnend, sich jeden Tag auf das entsprechende Thema einzulassen, denn man merkt schon nach wenigen Tagen, dass sich etwas tut.

Mitunter scheinen die Schritte sich thematisch zu ähneln, doch das täuscht. Manche Themen sind dermaßen vielschichtig, dass man sie von mehreren Seiten her betrachten und bearbeiten muss, um sie vollumfänglich in ihrer Wirkung und ihren Anliegen erfassen zu können.

Die Kurztexte sind am Ende jeweils mit einer konkreten Aufgabe versehen, sodass man zutiefst praktisch an ein hochgeistiges Thema herantreten kann. Jeden Tag einen Schritt gehen, bis man alle 24 Tage absolviert hat, und am Ende wieder neu zu beginnen, immer wieder und über einen langen Zeitraum hinweg, das ist hier empfohlen!

Wer es nicht schafft, die einzelnen Schritte nacheinander zu gehen soll wissen, dass schon jeder Schritt für sich eine positive Wirkung hinterlassen wird! Trotzdem wäre es natürlich gut, irgendwann einmal den ganzen Weg zu gehen. Es lohnt sich auf jeden Fall!

 

 

 

 

Sich ernsthaft einzulassen

auf eine Aufgabe, Herausforderung oder auf einen 24-Schritte-Weg ist schon eine Prüfung an sich, denn der Alltag mit seinen vielen Pflichten lenkt schnell ab und stellt das Durchhaltevermögen oft auf eine harte Probe. 

Ehe man es sich versieht, sind ein paar Tage vergangen bevor man bemerkt, dass man einen ganz besonderen Erfahrungsweg antreten wollte, um die segensreichen Wirkungen an sich selbst zu erfahren, und es einfach vergessen hat! 

Der erste Schritt auf diesem Weg

beinhaltet deshalb zunächst nur die Beantwortung der nachfolgenden Fragen: "Bin ich wirklich bereit, mich einzulassen und mein Leben einmal ganz neu zu erleben? Bin ich bereit, alles zu hinterfragen und gedanklich zu arbeiten, zu betrachten und Konsequenzen zu ziehen aus den Ergebnissen?" Denken Sie den ganzen Tag darüber nach und prüfen Sie Ihren Alltag dahingehend, dass diese 24-Tage-Übung überhaupt einen Platz findet.

Wenn die Antwort JA lautet, dann zünden Sie heute Abend eine Kerze an, die Sie speziell für diesen "Lehrgang" ausgewählt und auf einen eigens eingerichteten „besonderen Platz“ gestellt haben. Diese Kerze soll die nachfolgenden Tage begleiten, erinnern und immer wieder fragen: "Na? Hast du dich wirklich eingelassen oder bist du in Gedanken schon wieder ganz woanders?"

Zünden Sie sie jeden Abend nur dann an, wenn Sie sich eingelassen und die Tagesaufgabe absolviert haben. Die Kerze symbolisiert dann das Licht, das Sie durch Ihre aktive Mitwirkung erschaffen. Haben Sie hingegen nichts gelesen und schon gar nichts umgesetzt, können Sie die Kerze getrost einem anderen Zweck zuführen. Allerdings könnte es sein, dass die Kerze, bis sie abgebrannt ist, Sie immer wieder fragen wird: "Warum hast du es nicht wenigstens versucht?"

Der Segenswunsch für diesen Tag lautet: 

Wir brauchen für ein erfülltes Leben Bewegung in unseren Gedanken, Worten und Taten. Und doch sind wir so oft in Gefahr, uns festzufahren in dem, was wir fühlen und tagtäglich zum Ausdruck bringen. Bitten wir jeden Tag neu um die Gabe, beweglich zu bleiben, aufeinander zugehen zu können und offen zu sein für die Menschen und Gelegenheiten, denen wir begegnen. 

 

 

 

 

Als Vorbereitung für die nächsten Schritte ist zunächst eine Art Einkehr vonnöten.

Jeder ist seinen Lebensweg mehr oder weniger glücklich gegangen, hat viel erlebt im Guten wie im Schlechten und ist reich geworden an Erfahrungen. Seltsamerweise haften besonders die stark emotionalen Momente am besten im Gedächtnis, vor allem die negativen! Das ist vor allem deshalb so, um anzuzeigen, dass da etwas noch nicht vollständig verarbeitet und in höhere Erkenntnisse umgearbeitet wurde, und somit nicht wirklich abgeschlossen werden konnte.

Gerade die vielen "normalen" guten Dinge, die uns das Leben geschenkt hat, sind eher unauffällig und hinterlassen keinen großen Eindruck im Bewusstsein. Obwohl gerade sie besonders große Dankbarkeit verdient haben, denn sie bilden die Basis unseres Lebens und sind der tragende Boden, auf dem wir sicher durch die Zeit gehen können!

Die heutige Aufgabe hat deshalb den Schwerpunkt auf die Dankbarkeit gelegt:

und darauf, dass Sie sich einmal vor Augen führen, WIE VIEL Sie erlebt haben und WIE REICH an Wissen und Erfahrung Sie dadurch geworden sind. Egal, wie sehr Sie dafür kämpfen mussten.

Deshalb den heutigen Tag damit beschließen, dass Sie Ihre Kerze (siehe Schritt 1) anzünden und sich aufschreiben, wofür Sie Gott und dem Leben dankbar sind. Sie werden sehen, die Liste wird sehr lang, vorausgesetzt, Sie haben sich nicht von unverarbeiteter Negativität "einfangen" und binden lassen. Denn dann sieht man nur wenig Gutes, da diese Energie leider beinahe alles überdeckt. Hier sollte man sich der Aufgabe zuliebe durchsetzen, denn es gibt immer Gründe im Leben, dankbar zu sein. Und die gilt es, „einzufangen“.

Dankbarkeit ist eine der stärksten positiven Energien, die wir selbst erzeugen und durch unseren Körper leiten können. Sie bringt Linderung, Heilung, Erlösung und Freude. Und sie bringt die Liebe, die unmittelbar mit Gott verbindet. Was kann besser sein?

Die fertige Liste am Schluss noch einmal gründlich durchlesen, dann eine Rolle daraus machen und mit einem Geschenkband zusammenbinden. Diese Rolle neben Ihre Kerze legen und dort liegen lassen bis zum 24. Dezember 2018, dem Heiligen Abend.

Der Segensspruch des heutigen Tages lautet: 

Dankbarkeit führt zur Freude, Freude zur Liebe und Liebe zu Gott! Nur die Wertschätzung meiner Lebensleistung und der Gaben des Lebens ermöglichen mir, ein Licht auf dieser Welt zu sein und Erfüllung zu finden.

 

 

 

 

Die Welt an sich, die Mitmenschen, die ständigen Reibungen, aber auch das eigene Unvermögen, die großen Schwierigkeiten und Herausforderungen des Lebens immer mit leichter Hand zu meistern, lassen einen schnell bitter werden, wenn man nicht aufpasst.

Dann wird GOTT manchmal die Schuld gegeben, denn warum greift er nicht ein? Es kann schon vorkommen, dass man so denkt. Doch ändert das nichts. Denn dass wir als Menschen einen freien Willen erhalten haben und hier sind, um mitschöpferisch zu lernen und durch die Rückwirkungen (Karma) zu reifen, wird oft übersehen oder vergessen. Und so verschließen viele Menschen mehr und mehr ihr Herz, sodass letztlich das Glück kaum noch eintreten kann in ihr Leben.

DAS ist das eigentliche Drama, und nicht, dass es hier so schwierig sein kann auf diesem Planeten. Nur durch Akzeptanz, gepaart mit Selbstannahme, werden neue Erlebnisräume geschaffen. Viele alte Menschen können berichten, dass sie milder geworden sind durch das Alter und viel mehr Verständnis für alles gewonnen haben. Aber warum so lange warten?

Die heutige Aufgabe lautet,

Verkrustungen und tiefe innere Ablehnung von Dingen, Ereignissen, anderen Menschen oder sich selbst, und dem Leben generell, bewusst zu machen.

Am Abend wieder die Kerze (siehe Schritt 1) anzünden und die größten Ablehnungen und Rebellionen aufschreiben. Wenn alles notiert wurde, beginnt das Umarbeiten mit der Frage: „Wie könnte ich das alles noch sehen? Was ist die positive Herausforderung? Was habe ich bisher gewonnen aus den gemeisterten Krisen und schwierigen Situationen?“ Befreien Sie sich so und zerreißen Sie symbolisch am Ende dieser Arbeit den Bogen mit den Notizen. Durch die Gegenüberstellung ist zumindest für den Moment alles energetisch neutralisiert worden und kann das Leben augenblicklich nicht mehr beeinflussen. Wenn Sie es zulassen, kann es vielleicht für immer so bleiben. (Ansonsten diese Übung einfach im Laufe der Zeit wiederholen, bis Sie befreit sind, oder warten bis zur nächsten und ähnlichen Übung in dieser Schrittfolge.)

Bitten Sie am Ende (Gott oder das Höhere Selbst /Gott in uns) darum, im kommenden Jahr Akzeptanz in alle Bereiche Ihres Leben bringen zu dürfen! Wer glaubt, schon alles richtig zu sehen, sollte trotzdem vorsorglich darum bitten, denn es gibt immer blinde Flecken, bei jedem Menschen.

Der Segensspruch des heutigen Tages lautet:

Wir sind nicht hier, um die Schöpfung und die Menschheit zu kritisieren, sondern um ein Licht in dieser Welt anzuzünden, ein jeder mit seinen Mitteln.

 

 

 

 

Auf dem Bild trägt Jesus sein Kreuz und jemand tritt hinzu, um ihm die Last leichter zu machen. Das ließ er nicht zu, denn er wusste, dass er seine Last allein zu tragen hatte.

Bei uns ist es nicht so extrem, man hat vielleicht sogar Helfer, und doch ist man belastet, trägt vieles mit sich herum, und wundert sich, warum man manchmal nur so mühsam vorwärtskommt auf seinem Lebensweg. Auf dem spirituellen Weg ist die Befreiung von Ballast weit mehr als nur ein  "simplify your life"!

Es geht im tiefsten Inneren vor allem darum, belastende Erinnerungen loszulassen und Abschied zu nehmen von alten "Geschichten", Schmerzen zu vergeben und von den daraus resultierenden energetischen und zutiefst krankmachenden Belastungen freizukommen. Das geht wunderbar, indem man zunächst damit beginnt, all seine Sachen durchzusehen und das auszusortieren, was für unerwünschte Erinnerungen, alte schwere Zeiten oder unerfüllte Liebe steht.

Wenn man in Liebe dabei vorgeht, die einzelnen Dinge in die Hand nimmt oder anschaut, und sich ein letztes Mal erinnert, wofür sie stehen, und dann sagt: "Ich befreie mich nun von dir, von den beständigen Erinnerungen und Energien, die an dir haften", kann man den entsprechenden Gegenstand weggeben, entsorgen oder verkaufen. Durch Vergebung reinigt man ihn und er kann gefahrlos weitergegeben werden.

Das Schöne: Man spürt schon während des Vorgangs, dass man leichter und lichter wird! Und am Ende, wenn man fertig ist, ist man selbst auch ein gutes Stück entlastet. Dann vertieft sich die Arbeit, und man schaut, wo man in seinem Leben unfrei ist, falsche Kompromisse gemacht hat und mehr, und beginnt nun auch hier, systematisch aufzuräumen, zu beenden, loszulassen.

Die heutige Aufgabe lautet,

sich einen Überblick zu verschaffen, wie frei man ist oder wie viel Ballast man im Keller (Unterbewusstsein) und sonst wo versteckt hat. Kerze anzünden und eine Arbeitsliste schreiben, womit man anfangen möchte und was man im nächsten Jahr anders haben will. Das Abarbeiten dieser Liste kann man dann im neuen Jahr in Ruhe machen, aber bitte nicht vergessen. Haben Sie diese Prozedur schon hinter sich und wissen genau, wie sich das anfühlt am Ende? Dann zünden Sie die Kerze an und seien Sie einfach nur dankbar, dass Sie so klug gewesen sind!

Der heutige Segensspruch lautet: 

Wenn man Lasten tragen muss, die man nicht ändern kann, verstehe man sie als Gnade, Segen und als große Chance, ein sehr starkes Licht in der Welt sein zu dürfen. Nicht was wir hatten an Besitz und Erlebnissen wird am Ende unseres Lebens wichtig sein, sondern was wir geworden sind, denn das nehmen wir mit.

 

 

 

 

Man macht sich beständig Gedanken darüber, wie man nachhaltiger leben kann. Vielleicht kämpft man wie so viele andere Menschen auch dagegen an, so viel Müll produzieren zu müssen. Ebenso bemüht man sich nach Kräften, der Umweltvergiftung und Ausbeutung Einhalt zu gebieten und das eigene Leben friedvoller zu gestalten. Kurz und gut: die globale Lage IST unübersichtlich und verfahren und braucht genau das alles als Gegengewicht! 

Man kann zwar nicht allein die Weltprobleme lösen, aber man kann für sich selbst schauen, was geht und was nicht. Denn: Als spiritueller Mensch ist man - solange man auf dieser Erde lebt - auch bewusster Mitschöpfer und Erhalter der Schöpfung zugleich! Die schöne Erfahrung vieler Menschen, dass die Lebensumstellung nach anfänglichen Schwierigkeiten auf Dauer glücklich macht, ist inzwischen kein Geheimnis mehr. Bewusster Verzicht oder Umdenken der gewohnten Lebensstrategien zugunsten einer besseren Lebensform stellen eine Energie bereit, die unglaublich motivierend ist und auf einen Weg führt, der eine Loslösung aus überliefertem Verhalten ermöglicht. Man wird tatsächlich mit Glücksgefühlen belohnt! Vermutlich als evolutionärer Anreiz, damit immer mehr Menschen diese Herausforderung annehmen mögen?

Die heutige Aufgabe lautet

folgende Fragen ehrlich zu beantworten: Wie gehe ich um mit den Dingen, mit Mensch, Tier und Materie? Wertschätze ich alles und gehe sorgsam um mit allem? Trägt mein Leben dazu bei, die Welt zu erhalten oder zu vernichten?

Kerze anzünden und alle Missstände, die man im eigenen Leben entdeckt, aufschreiben. Dann müsste das schnellstmöglich geändert werden, damit eine geistige Befreiung einsetzen kann, die ganz neue Erfahrungen im Leben zulassen wird. Ist man schon auf diesem Weg, und durfte größere Fortschritte erzielen, ist jetzt ein Grund zur Freude!

Der heutige Segensspruch lautet:

Habe Geduld mit den Dingen, die du nicht ändern kannst. Aber was du ändern kannst und willst, das ändere!

Aus den Phoenix-Bewusstseinskarten

 

 

 

 

Geht man bewusst einen spirituell ausgerichteten Lebensweg, steht man irgendwann vor dem Thema "Vergebung". Ein durchaus heikles Thema! Wahre Vergebung ist nicht immer leicht gewährt, vor allem dann nicht, wenn man etwas einstecken musste, dass man auch nach Jahren der intensiven Auseinandersetzung damit weder verstehen noch nachvollziehen kann.

Selbst das Studium von Karma = Ursache - Wirkung bringt manchmal keine Antworten, die erklären könnten, warum etwas geschehen musste. Die Bereitschaft zur Vergebung ist jedoch eine wichtige Haltung, die positive Kräfte und Umstände in das Leben holen kann, um Ausgleich zu schaffen. Dann wird Bitternis durch Verständnis, Unverständnis in Verständnis und Unglück in Glück verwandelt. Und bei den wirklich schrecklichen Dingen dieser Welt findet man zumindest irgendwann Frieden und versteht besser, warum diese Welt so ist wie sie ist. Wer den Weg mit Gott geht kennt es: Wer bereit ist zur Vergebung erhält eine Entschädigung für das erlittene Unrecht! Auch ich kann das bezeugen!

Der erste Schritt der Vergebung ist jedoch, zunächst sich selbst zu vergeben, wenn man noch nicht wirklich alles vergeben kann! Sich einzugestehen, dass es gar nicht so leicht ist, zu vergeben, wenn die Wunden noch schmerzen und die Folgen im Leben durch Schaden und Verluste immer noch spürbar sind, ist jedoch ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Eine Hilfe bei den leichteren Themen wäre, sich selbst einmal im Geschehen nachträglich zu beurteilen, als wäre man der Andere. Dann kann es manchmal gelingen, auch wenn es Zeit braucht. Sich zu fragen, was man selbst zur Situation beigetragen hat, ist auch extrem hilfreich, solange man nicht in inneren Rechtfertigungen steckenbleibt.

Die heutige Aufgabe lautet:

Setzen Sie sich vor Ihre Kerze und machen Sie sich bewusst, wem oder welcher Situation Sie gern vergeben würden, es aber noch nicht können.

Bitten Sie Gott um Hilfe, dass er Ihnen zeigt, wie Sie das schaffen und so von alten Energien frei werden können, die den Körper und die Psyche enorm belasten!

Der heutige Segensspruch lautet: 

Lass uns das Leben wahrnehmen in seiner Fülle und Kraft, wie es uns trägt und formt. Lass uns die unsichtbaren Geschenke hinter allem erkennen und welche Wunder selbst in den kleinsten Dingen stecken.

 

 

 

 

Die meisten Menschen können erst im Alter erkennen, dass viele Dinge, die sie als junger Mensch als sehr belastend erlebt hatten, nicht wirklich SO schlimm gewesen sind! Man sagt dann, dass die Vergangenheit durch eine rosarote Brille betrachtet wird und hat Mitleid mit diesen Alten!

Aber eigentlich sind wir Jüngeren diejenigen, die Mitleid verdient haben. Denn durch die Reife im Alter erkennt man oft, dass die damalige Interpretation nicht angemessen war, dass die Emotionen durch ihr dramatisches Naturell vieles in düsteren Farben gezeichnet, und damit die wahre Schönheit des Lebens überdeckt haben. Durch das Nachverdauen und Wiederkäuen, welches meistens erst im reiferen Lebensabschnitt einsetzt, arbeitet man viele Erinnerungen um durch Neubewertung und selbstkritische Reflektion. Das verleiht unserem Leben nachträglich die Würde, die es verdient hat.

Durch die Neu-Verarbeitung der Ereignisse, die Hinzufügung von Erfahrungen, die erst später gemacht wurden und der Erkenntnisse, die man daraus gewonnen hat, ändert sich die Erinnerung tatsächlich! Oft fragt man sich dann, wieso man das nicht gleich so hatte wahrnehmen können.

Als spiritueller Mensch (unter geistiger Lenkung stehend) erinnert man sich oft spontan an vergangene Erlebnisse, auch wenn man noch jung ist. Man weiß dann, dass diese Erinnerung umgearbeitet und neu bewertet werden muss, da es immer noch nicht die reine Wahrheit ist, was man da bisher abgespeichert und in sich eingelagert hat.

Dieser Vorgang ist eine besonders tiefe Art der Reinigung, die den gesamten Erinnerungsspeicher nach und nach erfasst und den Menschen zunehmend energetisch befreit. Deshalb sind viele alte Menschen so milde, nachsichtig, dankbar und liebevoll. Auf dem spirituellen Weg bedeutet es tatsächlich weit mehr, denn man verarbeitet Karma in eine höhere Form, sodass daraus entweder nur Gutes erwächst oder man einfach nur befreit wird von schweren und belastenden Energien.

Die heutige Aufgabe lautet: 

Beobachten Sie im Laufe des Tages, welche Erinnerungen sich in den Vordergrund drängen wollen. Die erste Erinnerung, die auftaucht, ist noch nicht genügend umgearbeitet oder richtig verarbeitet worden. Vielleicht steckt sogar eine emotionale "Ladung" darin, die nur auf ihren Ausbruch wartet. Gehen Sie sie systematisch mit Ihrem heutigen Wissen durch, denken Sie sie neu, reichern Sie Ihre Erinnerungen mit den aktuellsten Erfahrungen an und speichern sie neu ab. Folgende Fragen können sehr hilfreich dabei sein: "Wie sehe ich es heute? Wie könnte man es noch sehen?" Manchmal helfen schon kleine Standpunktwechsel. Wer zu beschäftigt ist am Tag, kann es auch am Abend vor der Kerze tun nach einer kleinen Entspannungsübung.

Vielleicht gelingt es Ihnen im Laufe der Zeit, Ihre Vergangenheit bereits jetzt schon aufzuwerten, und nicht erst im Alter?

Der heutige Segensspruch lautet:

Mögest du erkennen, dass die Gestalt deiner Seele einzigartig ist, dass dir hier ein besonderes Schicksal beschieden ist, und dass sich hinter der Fassade deines Lebens etwas Schönes, Gutes und Ewiges ereignet.

Irischer Segen

 

 

 

 

Jedes Lebewesen hat Bedürfnisse! In den meisten Fällen sind sie gesund und dienen dem Erhalt des Lebens. Doch gibt es auch Bedürfnisse, die künstlich und "die Seele verstrickend" sind, weshalb die ernsthaft spirituell strebenden Menschen eher die Askese bevorzugen. Spirituelle Askese zeigt sich als Zurückhaltung bei Konsum und Zerstreuung, und als Konzentration auf das Wesentliche. Das hilft dabei, die künstlichen von den natürlichen Bedürfnissen zu trennen und sich dann die künstlichen Bedürfnisse abgewöhnen zu können, sofern man es denn will. Nun will ich hier keine Askese vorschlagen, aber doch ein wachsames Auge empfehlen auf das, was man so alles zu brauchen oder zu müssen meint.

Die natürlichen Bedürfnisse angemessen fördern und die künstlichen reduzieren zu können, ist eine positive Wirkung aus dem Prozess der Selbstbeobachtung. Denn nun erhält man eine Wahlmöglichkeit, wo es vorher keine gab. Das erschafft Freiheit im Geiste und ermöglicht, bewusster Entscheidungen zu treffen darüber, was man muss, will und braucht, und was nicht. 

Man sollte niemals übertreiben, denn dann gereicht es nicht zum Vorteil! Sparsamkeit muss, genauso wie Üppigkeit, in Balance gebracht werden, will der Mensch nicht irgendwann aus dem Gleichgewicht geraten. So gesehen ist Übertreibung in jeglicher Form kein Beleg für eine gereifte Seele!

Das Gleichgewicht zwischen den eigenen Bedürfnissen und der Fürsorge für Andere ist hingegen nicht immer leicht zu finden. Selbstaufopferung, manchmal sogar bis zur Erschöpfung, wird zwar eher positiv bewertet, ist aber negativ und schadet einem Menschen.

Gott ist es egal, ob wir uns selbst oder anderen Menschen Schaden zufügen! KEIN Mensch darf durch uns Schaden oder Raubbau an den Kräften erleiden, auch wir selbst nicht.

Die heutige Aufgabe lautet 

herauszufinden, wo man natürliche Bedürfnisse unterdrückt und die Selbstfürsorge verbessern muss. Auf der anderen Seite sollte man prüfen, wo man damit übertreibt und wie man das Übermaß in ein gesundes Gleichgewicht bringen kann. Das am besten schriftlich, damit man für das neue Jahr eine schöne Merkliste hat. Am Abend dann vor die Kerze setzen und sich versprechen, dass man dort in Zukunft wachsamer sein wird. 

Der heutige Segensspruch lautet:

Nichts im Übermaß! Nur das Gleichgewicht im Geben und Nehmen, im Handeln und Nichthandeln, in Tat und Ruhe ist ein der Garant dafür, ein wertevolles Leben auch auf Dauer aufrechterhalten zu können.

 

 

 

 

Selbstlosigkeit, Hilfsbereitschaft, Anteilnahme, Einsatzbereitschaft, all das sind Werte, die man in Zeiten des Zustroms von Flüchtlingen und bei zunehmenden Umweltkatastrophen sehen darf.

So traurig diese Ereignisse sind, zeigen sie doch auch, dass der Mensch von Natur aus spontan hilfsbereit ist, sogar bis zur Selbstaufopferung! Doch sollten diese "Tugenden" dauerhaft gepflegt, und nicht nur durch kurzzeitige emotionale Anteilnahme hervorgerufen werden! Denn wenn die Umstände sich verändern und man in Versuchung gebracht wird, nur für sich selbst und seine Lieben zu leben, werden diese Werte schnell zurückgestellt oder ganz verworfen. Dann regiert als Gegensatz die totale Selbstbezogenheit nach dem Motto: "Zuerst die Meinen und ich!"

Die positiven und spirituellen Werte des allumfassenden Miteinanders sollen den Lebensweg eines Menschen jedoch unangreifbar machen, ihn vor karmischen Rückschlägen bewahren und auch durch wild bewegte Zeiten sicher tragen können! Dann erst baut man das eigene Leben auf stabilem Fels und kann mit Recht gelassen auf die Stürme schauen, die zum Leben auf der Erde gehören. Zumal in Zeiten, in denen gerade - ausgelöst durch Karma - Gegensätze kollidieren zwecks Reinigung und Findung eines neuen und besseren kollektiven Gleichgewichts, wie es gerade weltweit geschieht!

Die heutige Aufgabe lautet

herauszufinden, nach welchen höheren Werten man lebt, und ob man konsequent dabei ist. Falls nicht, gilt es nun diese Nischen zu verschließen und einen geradlinigen Weg, der mit guten Werten gepflastert ist, im neuen Jahr einzuschlagen. Besonders hilfreich ist dabei der Vorsatz, dass man niemandem das tun wird, was man selbst auch nicht erleben will und all das tun wird, was man selbst auch gern auf dieser Welt sehen würde.

Der heutige Segensspruch lautet:

Lebe den Wandel, den du auf der Welt sehen willst!

Ghandi

 

 

 

 

Nichts ist schlimmer für einen jungen Menschen, als in einer "gottlosen" Welt aufzuwachsen und in ihr leben zu müssen. Das schreibe ich aus eigener Erfahrung, denn eine Welt ohne Gott IST die Hölle, auch wenn sie sich vielleicht zeitweilig freundlich zeigt, man erfolgreich ist und auch sonst ein gutes Leben hat.

Im Ernstfall aber, wenn das Schicksal sich meldet, spürt man das Ausgeliefertsein an eine Welt, die man nicht wirklich beeinflussen kann (wie man vorher aber dachte) und die macht, was sie will, ohne sich unser Einverständnis zu holen. Solange man jung ist oder alles wunschgemäß verläuft, merkt man gar nicht, dass man sich auf einem Pfad vorwärts bewegt, der von Vergänglichkeit geprägt ist und direkt in den Tod führt.

Irgendwann steht jeder vor den Fragen nach dem Sinn des eigenen Lebens und dem großen WARUM. Wenn man dann ohne Gott lebt oder ihn sogar für eine Fantasie schwacher Geister hält, ist man plötzlich sehr einsam und alles ist tatsächlich sinnlos!

Gott ist aber da, um uns herum, und auch in uns, im tiefsten Grund der Seele, wohnt ein Teil von Ihm. Er wartet darauf, dass wir aufwachen und merken, dass das Leben ohne ihn leer und sinnlos ist, und dass man nur in der Gemeinschaft mit ihm Sinn finden wird in allem, auch dem, was nur das irdische Leben betrifft.

So wird man zu innerem Frieden gelangen, zur Akzeptanz und einem höheren Verständnis als Antwort auf die besonders schwierigen Fragen des Lebens.

Es funktioniert, was ich mit freudigem Herzen bezeugen möchte! Mag sein, dass es bei dem Einen schneller geht und bei dem Anderen langsamer, bis man den Wandel bemerken kann, aber das ist eigentlich egal. Denn er geschieht. Und vielleicht auch noch das ein oder andere Zeichen, Wunder und so fort, sodass sich Glauben in Wissen und Gewissheit verwandeln wird.

Die heutige Aufgabe lautet

herauszufinden, wie es bei Ihnen aussieht? Leben Sie mit Gott oder nur für sich alleine und Ihre Familie? Setzen Sie sich vor Ihre Kerze und denken Sie tief darüber nach. Wie war es, wie ist es jetzt? Wenn Sie sich für einen einsamen und kalten Weg entschieden haben, überdenken Sie vielleicht jetzt Ihren Standpunkt neu? Falls Sie bereits mit Gott leben, danken Sie ihm dafür und freuen sich. Dann ist Ihr Leben gesegnet!

Der heutige Sinnspruch lautet:

Ein einziger dankbarer Gedanke gen Himmel ist das vollkommenste Gebet!

Gotthold Ephraim Lessing

 

 

 

 

Angesichts der aufwühlenden Zeit, in der wir leben, kann man schnell das Vertrauen in das Leben verlieren und in große Angst geraten! Manch einer wiederum hatte noch nie Vertrauen, was meiner Meinung nach weitaus schlimmer ist.

Wie im Schritt 10 schon kurz behandelt wurde, kann nur das Vertrauen in eine höhere Macht dem Leben hier auf der Erde mit ihren teilweise schlimmen Kämpfen Sinn und Würde verleihen!

Vertrauen kann man jedoch nicht allein durch mentale Techniken erwerben! Die wohlklingenden Affirmationen funktionieren nur, wenn bereits ein Grundvertrauen und Glaube an eine höhere Macht vorhanden ist. Tatsächlich muss man sich innerlich dafür entscheiden und es aus ganzem Herzen wollen!

Im Grunde genommen beginnt man bei allem, was man plant auf Erden, mit dem Wollen. Genauso ist der Glauben an eine höhere und wohlwollende Macht anfangs ein Willensakt, auch wenn man es nicht unbedingt so nennen würde. Manche sagen, dass es eher eine innere Gewissheit ist. Doch selbst innere Gewissheit basiert auf Willenskraft, was man spätestens dann merken würde, wenn alles angefochten wird!

Glaube und Vertrauen wandeln sich im Laufe der Zeit zur tiefen Erfahrung, dass Vertrauen in das Leben und in Gott absolut gerechtfertigt ist. Durch die Bereitschaft, sich darauf einzulassen beginnt ein Prozess, der einem ganz langsam die Augen öffnet für das, was man vorher nicht sehen, wahrnehmen oder messen konnte. Langsam beginnt die Welt sich zu wandeln und das Leben auf ihr eine Tiefe zu gewinnen, die erschütternd sein kann, wenn man erst in späteren Jahren zurückfindet.

Vertrauen als Lebenshaltung entbindet jedoch nicht von der Pflicht, einen gesunden Menschenverstand zu entwickeln, mit dem man lebt und arbeitet. Echtes Vertrauen in das Leben und Gott hat nichts mit naiver Blindheit, Handlungsunfähigkeit oder passiver Abwartehaltung zu tun, sondern ist eine kraftvolle und zutiefst positive Energie, welche "Berge versetzen" kann und die gesamte Lebensführung kräftigt, stärkt und energetisiert.

Die Handlungen werden kraftvoller, die Präsenz nimmt zu, die bis dahin unüberwindlichen Hindernisse werden überwunden und man erlebt im Leben Wendungen, wie man sie sich noch nicht einmal erträumen konnte.

Doch muss auch die Bereitschaft vorhanden sein, zu kämpfen! Der kraftvolle Einsatz für das Gute, für Ziele, Träume und Hoffnungen, gegen Krankheit und Mangel, für Gerechtigkeit und bessere Lebensbedingungen wird von uns erwartet. Es formt uns und bringt der Seele wunderbaren Gewinn! Zu kneifen angesichts der Herausforderungen ist keinesfalls richtig und macht nur krank und traurig! Auch wenn man den Menschen leider oft nicht trauen kann, sollte man dennoch niemals das Vertrauen in das Leben selbst verlieren!

Johannes Tauler (1300 - 1361, Dominikaner) predigte seiner Gemeinde folgendermaßen:

"Ihr Lieben. Wollt ihr jemals vollkommen werden und zu eurem Besten gelangen, behaltet diese beiden kleinen Punkte: das eine ist, dass ihr euer Inneres frei und ledig macht aller geschaffenen Dinge und eures Egos, und dass ihr euren äußeren und inneren Menschen in Ordnung haltet, damit der Heilige Geist in seinem Wirken von euch nicht behindert werde.

Das andere: dass ihr Schwierigkeiten, wo immer sie herkommen mögen, was immer es sei, ohne Widerstreben annehmt und nicht anders, denn Gott will euch damit selber für sich und seine großen Gaben bereiten, die übernatürlich und wunderbar sind, und zu denen man niemals gelangen könnte, außer durch Erdulden und nicht ohne das äußere Wirken des Feindes oder feindlicher Menschen."

Die heutige Aufgabe lautet:

herauszufinden, auf welcher Grundenergie das eigene Leben basiert. Ist es Vertrauen? Oder Angst? Oder beides im Wechsel? Wenn Sie bereits ein Grundvertrauen haben, seien Sie dankbar. Dann finden Sie immer wieder schnell in das Vertrauen zurück. Haben Sie mehr Angst als Vertrauen? Dann bitten Sie Gott um Hilfe, Sie das Vertrauen zu lehren. Vertrauen Sie darauf, dass er sich der Sache annehmen wird!

Der heutige Segensspruch lautet: 

Vertraue auf Gott und das Leben. Aber verliere die Wachsamkeit nicht.

Oder anders: Vertraue auf Gott, aber schließe dein Auto ab.

 

 

 

 

Die Mitte des 24-Schritte-Weges als "Vorbereitung auf eine heilige Zeit" wurde erreicht. Bevor es nun weitergeht, muss eine Auswertung erfolgen. Dazu bedarf es der Bereitschaft, sich zurückzuziehen und entsprechend den Raum und die Zeit zuzugestehen, die es braucht.

Jetzt gilt es herauszufinden (und am besten schriftlich festzuhalten), was man in den vorangegangenen Schritten erreicht, entdeckt, dankbar zur Kenntnis genommen oder sich zur weiteren Bearbeitung vorgenommen hat.

Als spirituell lebender Mensch macht man das regelmäßig mindestens einmal die Woche, einige täglich. Vorzugsweise eignet sich der Abend, wohingegen andere sich lieber am Morgen auf den Tag vorbereiten. Es wird dann geprüft, was zu beachten ist, welche Ziele man sich vornimmt und welche Risiken - auch und insbesondere die des eigenen Egos - man im Auge behalten sollte. Das ist sehr weitblickend und weise, da man so niemals den Überblick verlieren kann, selbst in wilden Zeiten nicht. Man sollte sich eingestehen, dass ein Leben ohne diese regelmäßige Reflektion ungeregelt und zufällig verlaufen könnte! Das erlaubt jeder Menge Chaos, ungebeten einzutreten und sich auszubreiten. Ein weiteres Risiko ist, dass man die langfristig gesteckten Ziele aus dem Auge verliert und beginnt, spontan und rein nach dem Lustprinzip zu leben. Das tun übrigens sehr viele Menschen!

Die Folge ist dann Unlust und mangelnde Bereitschaft, das für den spirituellen Weg und das eigene Leben Richtige zu tun. Man überlässt - oft unbemerkt - fremden Kräften die Lenkung, da man sich selbst nicht wirklich gut kennt, obwohl man glaubt, es sei so. Nur durch regelmäßige Innenschau, durch Reflektion und freundliche Selbstkritik wird man zum Lenker des eigenen Lebens, erkennt Fremdbestimmung und bekommt in Folge höhere schöpferische und spirituelle Entwicklungsmöglichkeiten.

Ein seinen Stimmungen und Vorlieben ausgelieferter Mensch hingegen wird die langfristigen Ziele nicht erreichen können, und am Ende vielleicht sogar mit leeren Händen dastehen. Nur regelmäßiger Rückzug und innere Einkehr/Reflektion ermöglichen, Fehler oder Unterlassungen zu erkennen und zu korrigieren. Auch Verantwortungsübernahme für die oft selbst verursachten Fehlschläge, und neue Strategien entwickeln zu können, sodass man einer langfristig und schleichend entstehenden Opfersituation entgeht, ist ein Kennzeichen der reflektiven  Lebensweise.

Die heutige Aufgabe lautet:

Den Tag so ruhig wie möglich angehen, und jeden ruhigen Abschnitt zur Reflektion zu nutzen. Hat man die Herausforderungen dieses Weges angenommen, alles oder teilweise? War man in der Lage, wertvolle Früchte daraus zu gewinnen und hat jetzt mindestens eine Liste zum Abarbeiten? Hat man es vielleicht nur gelesen und dazu abgenickt? Am Abend eine Bilanz erstellen, um zu entlarven, wo man Dinge liest und kennt, aber nicht zur Tat schreitet. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse könnten das Leben drastisch verändern, wenn man sie annimmt und sich neu besinnt. Es könnte DER Weckruf sein!

Der heutige Segensspruch lautet:

Das Leben ist ein Geschenk Gottes an uns. Was wir daraus gemacht haben, ist unser Geschenk an ihn.

 

 

 

 

Kompromisse sind eine gute Sache, wenn zwei an sich völlig unvereinbare Gegensätze sich darum bemühen, an einem Strang zu ziehen zugunsten einer größeren guten Sache. Dann sind sie gesund, gut und richtig, und führen auf jeden Fall zu einem guten Ergebnis.

Viele Kompromisse im Alltag sind oft jedoch eher aus Angst, Unsicherheit, Mutlosigkeit oder Desinteresse eingegangen worden. Und das manchmal sogar ohne Not, nur durch Vorwegnahme des vermeintlich zu erwartenden negativen Resultats! 

So finden Gespräche oder Verhandlungen zur (Er)Lösung einer unerfreulichen Situation oft gar nicht erst statt. Daraus ergibt sich langfristig ein gesundheitliches Problem, denn das ständige Ausweichen oder Verweigern führt unter Umständen zu Krebs oder Nervenerkrankungen, da die an sich kreative Energie irgendwo ihren Ausdruck finden muss! Energie wird nicht weniger durch Unterdrückung, sondern bahnt sich einen anderen Weg, meistens dann auf unerfreuliche Art und Weise. 

Auf dem spirituellen Weg, der in Freude und Erlösung münden soll, ist so eine Haltung nicht mit spiritueller Friedfertigkeit zu verwechseln! Man kann auch friedlich seinen Standpunkt vertreten. Hauptsache, man vertritt ihn und lässt sich nicht auf faule Kompromisse ein. Diese sorgen nämlich dafür, dass man seine Werte nicht (aus)lebt, sondern sie begräbt zugunsten stärkerer Meinungen. "Man" passt sich an", "heult mit der Meute", obwohl man im Innersten ganz anders denkt.

Das muss unbedingt geprüft werden, denn ein erfülltes Leben kann nur dann stattfinden, wenn man die "faulen" Kompromisse ausfindig gemacht und (am besten freundliche) Klärung gesucht hat! Der Seele mit ihren oft sehr hohen Werten treu zu sein ist eine Haltung, die den spirituellen Weg begleitet. Sie fordert ein, dass man authentisch ist und auf die 2-Gesichter-Strategie verzichtet! Das funktioniert sehr gut, wenn man nur mutig genug ist, zu sich selbst zu stehen, und das auf eine Art, die niemanden verletzt.

Die heutige Aufgabe lautet:

Ausfindig machen, ob oder wo das eigene Leben erstickt wird durch faule Kompromisse oder ungeliebte übernommene Aufgaben. Am besten eine Liste anfertigen, um diese Angelegenheiten in der nächsten Zeit gezielt umzuarbeiten, vielleicht auch mit therapeutischer Hilfe.

Der heutige Segensspruch lautet:

Worauf Gott seine Hoffnung setzt, das wage ich!

Mechthild von Magdeburg, Begine

 

 

 

 

Freude ist ein wunderbares Gefühl! Vor allem dann, wenn man sie fühlen darf ohne äußeren Anlass!

Wer Freude allein nur durch äußere Umstände erhält, ist spätestens dann dem Umschlagen in das Gegenteil ausgeliefert, wenn die Ereignisse kippen und sich plötzlich von ihrer schwierigen Seite zeigen.

Äußerliche Freude ist reaktiv, sehr emotional und flüchtig. Sie entsteht aus Vergnügung oder durch kurzfristige Erfolge; setzt danach die Katerstimmung oder Überdruss ein, ist das ganz normal. Denn Freude und Nicht-Freude bedingen einander, schwingen hin und her, weshalb es niemals das eine ohne das andere geben kann.

So ist man den unablässigen Schwankungen des Lebens ausgeliefert und muss ständig um sein inneres Gleichgewicht ringen.

Man nennt das aus gutem Grund "emotionale Achterbahnfahrt"! Das ist sehr anstrengend, denn man wird gesteuert durch Reize und ist nicht selbst Lenker des eigenen Lebens. Und doch ist diese Freude empfinden zu können zumindest ein Anfang.

Denn es gibt eine Freude, die sehr ruhig, unabhängig und dauerhaft ist, und vor allem erst einmal entdeckt werden muss. Der Auslöser zu dieser Freude ist nicht im Außen zu finden! Manch einer durfte sie schon kurzzeitig erleben in Momenten, wo man spontan die ganze Welt umarmen möchte, ohne einen besonderen Auslöser. Diese Freude ist hell und hat kein Gegenteil, denn sie ist nicht emotional und reaktiv, sondern entstammt direkt aus den Tiefen unserer Seele!

Dazu haben wir auf dieser Homepage einen schönen Text: Der Weg der Freude.

Echte Freude hat einen weit höheren Stellenwert als nur den, ein gutes Gefühl für den Augenblick zu sein. Sie kommt oft unerwartet, ohne äußeren Anlass, und lässt das Herz singen und klingen. Manchmal kommt sie auch in besonders schwierigen Momenten, um die Last leichter zu machen. Das wird oft vom Ego irritiert zur Kenntnis genommen, während es sich müht und plagt, und eigentlich gerade traurig ist. Doch weiß man dann, dass man genau das Richtige tut. Selbst wenn alles gerade anstrengend und zutiefst unerfreulich ist.

Diese Freude weist den Weg in ein intensives spirituelles Leben und zu erlebter Gottesfreundschaft. Dankbarkeit zu entwickeln ist der erste und wichtigste Schritt in diese Richtung, weshalb schon an anderer Stelle in diesem 24-Schritte-Plan darauf hingewiesen und dazu ermuntert wurde.

Die heutige Aufgabe:

Setzen Sie sich vor Ihre Kerze und prüfen Sie in Ruhe, welche Qualität Ihre Freude hat und welche Auslöser sie braucht. Lesen Sie anschl. den empfohlenen Text (siehe Link oben) und denken in Ruhe darüber nach.

Der heutige Segensspruch lautet:

Helle Freude ohne erkennbaren Grund ist ein Zeichen, dass man Gott gerade ganz besonders nah ist.

 

 

 

 

Am Anfang des spirituellen Weges steht neben der Weisung "Mensch, erkenne dich selbst" immer auch die Aufgabe, fortan nur (!) noch Gutes zu tun und sich jeder anderen Handlung dringend zu enthalten! Das hilft dabei, den Lebensweg auf eine wachstumsfördernde Weise zu lenken. Es ermöglicht, eine ganz andere Welt kennenzulernen, von der man vorher keine Ahnung gehabt hatte, dass sie hier - auf derselben Erde - gleichzeitig existiert!

Ein geistiger Lehrer sagte einmal, dass die Welt sieben verschiedene Wahrnehmungsebenen hat, und der Mensch bereits in seinem Leben auf der Erde aufsteigen kann in die höchstmögliche Form des physischen Seins. Man nennt die niedrigste Form "Massebewusstsein", welches in Stufen aufsteigt in das mittlere "Energiebewusstsein", um dann schrittweise in die höchste Form einzumünden, dem "Raumbewusstsein". Es dürfte sich also lohnen, diesen Ansatz ernsthaft zu verfolgen, um zu entdecken, auf welcher Lebensebene man sich eigentlich aufhält. Auf jeder Ebene gibt es die Polarität von Freude und Leid, nur eben in einer jeweils anderen Frequenz!

Mich machen das Internet-Mobbing und die vielen Hasskommentare sehr traurig. Aber nicht nur deshalb, weil Menschen leiden müssen. Denn sie können dadurch sehr stark werden, und ihr weiteres Leben kraftvoller und ohne Einschränkung authentisch leben. Das werden viele Stars und andere in der Öffentlichkeit stehende Menschen bestätigen können.

Doch diejenigen, die so etwas tun, sinken hingegen beständig ab in düstere Gefilde! Wie ein Stein, der ganz langsam nach unten sinkt. Sie haben nicht den Hauch einer Chance, daraus etwas gewinnen zu können! Sie können höchstens irgendwann zur Erkenntnis finden, dass sie umkehren sollten, um nicht völlig zerstört zu werden. Und das wäre schon sehr viel! In einer Zeit, wo wir Aufstieg und Befreiung anstreben, ist so etwas wirklich traurig, oder?

Es ist bereits eine gute Tat, wenn man sich nicht erlaubt, eine schlechte Tat auszuführen oder auch nur ein böses Wort zu sagen (oder zu schreiben)! Man kann die Wahrheit auch freundlich präsentieren, mit Mitgefühl und Verständnis gepaart. Zumal das karmische Gesetz dafür sorgen wird, dass jeder exakt das ernten muss, was er sät. Gebe Gott, dass man keine Disteln gesät hat, denn was soll man mit einer solchen Ernte anfangen, die man nicht haben möchte, aber einfahren muss?

Die Aufgabe heute lautet, sich zu fragen:

Wem kann ich heute Gutes tun, wen loben, wem Dankbarkeit bezeugen? Dann bitte möglichst umgehend umsetzen! Es wird gut tun! Kleine Geschenke sind dabei durchaus hilfreich.

Hat man hingegen gemobbt, oder es fallen einem unschöne Situationen ein, für die man verantwortlich ist, sollte man Wiedergutmachung betreiben oder sich entschuldigen. Das ist dann auch eine gute Tat, die am Ende eine gute Ernte bringen wird, zumindest aber eine schlechte mindern oder sogar verhindern dürfte.

Der heutige Segensspruch lautet:

Wer Wind sät, wird Sturm ernten.

 

 

 

 

Im Labyrinth des Lebens ist es manchmal nicht leicht zu erkennen, was ein gutes Ergebnis bringen wird und was nicht. Wir glauben, dass, wenn man es so macht wie wir denken, es auf jeden Fall ein gutes Ergebnis bringen wird. Doch woher wissen wir es? Tatsächlich hoffen wir es, aber wissen können wir es nicht. Denn die unberechenbaren Gegeneinwirkungen, die vielen Seiten- und Querwinde können wir nicht vorauskalkulieren. 

Es gibt einen schönen Spruch: "Ein erfolgreicher Mensch rechnet immer damit, dass schief gehen wird, was schiefgehen kann." Glücklicherweise ist das nicht immer so! Manchmal hat man auch Glück. 

Mitunter fehlt die Zeit, alles gut vorzubereiten und es muss schnell eine Entscheidung getroffen werden. Immerhin könnte man sich sonst wertvolle Chancen entgehen lassen! Da ist es erforderlich, das zu tun, was gerade richtig erscheint! Doch weiß man, dass es richtig ist? Bestimmt nicht immer. Aber man hofft es, denn man tut sein Bestes! Mehr geht nicht!

Ebenso verhält es sich mit der Weltsituation. Viele glauben zu wissen, wie "es" geht, wie man ganz schnell Ruhe und Ordnung wieder herstellen kann. Oder wie man alles besser machen könnte. Doch genauso denken auch diejenigen, denen man - teilweise mit Recht - Fehler und falsches Handeln unterstellt!

Wer also hat recht? Gibt es überhaupt jemanden, der das Leben so zu lenken versteht, dass alles letztlich ein gutes Ende nimmt? 

Oft denke ich, wenn die Welt trotz ihrer vielen Gegenkräfte uns wieder einen neuen Tag beschert, der Strom wie gewohnt aus der Leitung kommt und alles soweit einigermaßen gut läuft, dass allein das schon ein Beweis dafür ist, dass es Gott gibt. Denn ohne Gott gäbe es die Menschheit nicht mehr, davon bin ich überzeugt. Er allein kann alles überblicken und die Strömungen konstruktiv lenken. Auch und gerade gegeneinander, wenn es zu einem guten Ergebnis führen soll!

Ein Reporter sagte kürzlich angesichts des Chaos beim Brexit: "Selbst der Allmächtige wird sicherlich inzwischen Schwierigkeiten haben, die Briten zu verstehen und die Lage zu überblicken!" Das gefiel mir richtig gut und ich musste laut lachen, denn ich denke auch oft so! Allerdings nicht bei den Briten...

Mitunter soll die Eskalation der Gegensätze jedoch zu einem Ausgleich führen, der durch Entladung von Energien die Spaltung aufhebt und eine höherwertige Synthese erschafft, die so lange gültig ist, bis sich auch diese wieder in eine neue Polarität aufgespaltet und auseinanderdriftet in neue Gegensätze. Dreiecke, aus deren Spitze sich dann wieder die Basis neuer Dreiecke bilden. Aber immer mit Blick darauf, dass sie übereinandergestapelt sind, und sich so tatsächlich ein evolutionärer Aufwärtsweg offenbart. Wenn man das weiß, kann man auch akzeptieren, wenn die Situationen sich wieder verknoten und scheinbar sinnlose Aktionen sich im Kampf begegnen. Man weiß, dass es ein zutiefst schöpferischer Prozess ist, ob es einem gefällt oder nicht. Das hilft, Ruhe zu bewahren!

Die Aufgabe heute lautet

zu akzeptieren dass es so ist, wie es gerade ist. Und dass es vermutlich momentan nicht besser geht, auch wenn es einem nicht gefällt. Sich innerlich vornehmen, wenn die schöpferischen Prozesse gerade wieder arg werden, den eigenen Frieden nicht mehr leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Das verhilft zur inneren Ruhe und einem umfassenden Verständnis voller Vertrauen!

Der heutige Segensspruch lautet:

Nur Akzeptanz schafft inneren Frieden und erhält die konstruktive Handlungskraft!

 

 

 

 

In der Symbolkunde steht die Zahl 66 für das menschliche Ego (und 666 für das Böse, dem gefallenen Engel)! Bezeichnenderweise ist die Symbolik auf diesem Foto auf die Spitze getrieben worden, denn Route 66 (der Weg des Egos) führt ins "dead end".

Genauso verhält es sich mit dem Lebensweg eines Menschen. Folgt er ausschließlich dem eigenwilligen und launischen Ego, dem Materialismus und der ausgeprägten Eigenliebe, wird er irgendwann in eine Sackgasse geraten. Dann hilft nur Umkehr, vorausgesetzt, man weist die Schuld an der eigenen Lage nicht ab auf die Welt, die Gesellschaft oder die Nachbarn.

Ein egoistisch geführtes Leben wird zwangsläufig in eine Sackgasse oder in größere Schwierigkeiten geraten, da es nicht zum Wohle der Seele gereicht, wenn Egoismus auch noch gut funktionieren würde! Da Gott seine Seelen innig liebt und ihnen bei einer guten Ernte behilflich sein will, sind diese Schwierigkeiten oft Geschenke, die das höhere Ziel einfordern. Dann wird das Ego herausgefordert und muss seine Grenzen erkennen. Es ist nur eine Zeitfrage!

"Niemand kann zwei Herren dienen: Entweder er wird den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird dem einen anhangen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon." Matt.6:24.

Oder anders gesagt: Niemand kann dem Ego dienen und gleichzeitig das spirituelle Potenzial der Seele entwickeln! Auch wenn die Populär-Esoterik genau das gern verkündet! Es funktioniert einfach nicht!

Irgendwann steht man an dem Punkt im Leben, wo man sich entscheiden, und diese Entscheidung auch bewusst zum Ausdruck bringen muss: Lebe ich nur als auf die Materie bezogener Mensch, oder verkörpere ich mehr und mehr meine unsterbliche höhere Seele? Wer die höhere Seele verkörpert, wird mehr davon haben. Denn während der Materialist irgendwann - spätestens beim Tod - alles verlieren und arm sein wird, scheidet die Seele unglaublich reich und als Sieger aus dem materiellen Leben.

Das bedeutet jetzt aber keinesfalls, dass man das materielle Leben gering schätzen soll, um ein spirituell ausgerichteter Mensch zu sein. Die Materie ist da, damit die Seele schöpferisch tätig sein kann, um an der großen "Baustelle Gottes" mitzuwirken und dabei ihre Erlösung zu erwirken. Materielle Güter sind jedoch nicht dafür da, um nur für sie zu leben, ihnen nachzulaufen, sie anderen abzujagen, und das eigene Ansehen von Besitz und weltlichen Erfolgen abhängig zu machen. Nutzt man materielles Gut zum Wohle aller, ist das bereits die Umkehr in die richtige Richtung. Dann wird sich langfristig die Welt ändern können und die Seelen werden befreit aus Verstrickung, Existenzangst und Qual.

Die Aufgabe heute lautet,

sich zu prüfen, wofür man sich entschieden hat. Ist man mit seinen Lebensergebnissen einverstanden?

Spürt man andererseits tief innerlich, dass man zu materialistisch denkt, handelt und fühlt, und die innere Seele (die innere Stimme, das wahre Wollen) dabei beständig zu kurz kommt oder man sie sogar ignoriert? Dann steht man vor einer Wahl! Wählen Sie! Legen Sie Ihre Richtung für die kommende Zeit fest, sofern das noch nicht geschehen ist. Öffnen Sie sich für die innere Weisheit Ihrer unsterblichen Seele.

Der heutige Segensspruch lautet:

Reich wird man erst durch die Dinge, die man nicht begehrt.

Gandhi

 

 

 

 

Diese Botschaft kann man nicht oft genug wiederholen, weshalb der aufmerksame Leser der täglichen Kalenderbotschaften sicherlich bemerkt hat, dass der Satz auf dem Tagesbild nicht das erste Mal in diesem Kalender zitiert wird.

Man kennt ihn aus der Bibel, ähnlich auch aus anderen Weisheitslehren, und eigentlich kennt ihn sowieso jeder! Aber handelt man danach? Wie konsequent handelt man danach? Das ist eine Frage, die hier heute als Aufgabe präsentiert wird.

Man sagt in der spirituellen Lehre, dass am Ende alles Eins ist, und dass die Spaltung in viele Einzelentitäten letztlich eine Illusion wäre, denn sonst gäbe es die Schöpfung nicht. Wenn man diese Aussage konsequent zu Ende denkt, dann ergibt sich daraus als logischen Schluss, dass man jeder Mensch und alles ist, was lebt.

Demnach tut man, wenn man anderen Menschen, der Welt und lebenden Wesen schadet, es definitiv sich selbst an! Wenn man gegen sich selbst voller Hass ist, wird es einem wohl ziemlich egal sein. Wenn man auch noch gegen Gott ist, sowieso.

Aber wer ein Mensch der Liebe sein will, und wer Gott liebt und seine Nähe sucht, wird mit diesem Gedanken intensiv arbeiten müssen. Immer wieder und so lange, bis er nicht mehr in der Lage ist, irgendetwas zu tun, was nicht gut oder egoistisch ist.

Tatsächlich spürt ein Mensch mit zunehmender Sensitivität augenblicklich den Schmerz, den er einem anderen Menschen zufügt, selbst wenn es heilsamer Schmerz durch Mitteilung einer wichtigen Wahrheit ist! Man muss ihn so lange mittragen, bis er beim Gegenüber abflacht. Das kann sehr anstrengend werden, zumal die Sensitivität zunimmt, je intensiver man den spirituellen Weg geht! Das darf natürlich nicht dazu verführen, Wahrheiten zu unterschlagen oder sich ganz zurückzuziehen und jeglichen Kontakt mit der Mitwelt zu vermeiden! Doch wird man immer sich selbst im Gegenüber sehen! Denn: Ich bin das Gegenüber. Die Trennung ist letztlich eine Illusion!

Die heutige Aufgabe lautet

jeden Menschen mit anderen Augen zu betrachten! Sich beständig zu sagen "Ich bin das!" Sie könnten einen spannenden Tag erleben, auf jeden Fall wird Ihr Handeln sich total verändern. Abends vor die Kerze setzen und sich selbstkritisch hinterfragen, wie der Tag gewesen ist und ob man diese Aufgabe durchgehalten hat.

Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass dieser Satz ohnehin schon Ihr Lebensmotto ist und eine konsequent gelebte Haltung. Denn das wäre perfekt für Sie und für die Welt!

Der heutige Segensspruch lautet:

Die Liebe ist eine Frucht, die zu allen Jahreszeiten reifen kann!

Mutter Teresa

 

 

 

 

Es gibt zwei besonders wichtige Eigenschaften, die man auf dieser Welt entwickeln muss, um ein erfolgreiches Leben haben zu dürfen: Mut und Standhaftigkeit. Beides zusammen genommen führt zur Einsatzfreude, die Berge versetzen kann und wird. Wer jedoch schnell an sich zweifelt, wenn die ersten Gegenwinde aufkommen, hat schlechte Karten. Wer dann auch noch resigniert von seinem geplanten Weg abweicht, hat schon verloren, bevor die eigentliche Herausforderung begonnen hat.

Doch Herausforderungen bieten die Chance, eine kraftvollere Persönlichkeit zu entwickeln und daran zu reifen. Sie dienen dazu, für noch größere Chancen im Leben bereitgemacht zu werden! Wer schon die kleinsten Hürden als zu hoch, und natürliche Reifungszeiten als zu lang empfindet, wird viele großartige Gelegenheiten nicht wahrnehmen können. So wird man sein Leben auf ein ganz kleines Licht dimmen. Das darf dann keinesfalls mit Bescheidenheit und spiritueller Selbstgenügsamkeit verwechselt werden! Diese Tugenden können auch dann gelebt werden, wenn man sein Licht nicht unter den Scheffel stellt und alles wagt.

Wenn die Bereitschaft fehlt, die Hürden zu überwinden, kann man mit Sicherheit nicht glücklich werden im Leben. Man wird überleben, irgendwie. Man wird hier und da auch Freude haben oder schöne Momente, doch wird die Seele letztlich unerfüllt leben müssen. Das ist das erste Eintrittstor für Depressionen! Denn Unterforderung ist ein wichtiger Faktor, der Negativität und Depressionen ins Leben lässt. Das gilt bei permanenter Überforderung natürlich auch! Wie schon an anderer Stelle in diesem Kalender erwähnt wurde, kommt es auf ein gutes Gleichgewicht an, da man nichts im Übermaß tun sollte.

Manchmal erzwingt das Schicksal den Einsatz. Dann hat man trotz der lähmenden Angst eine Chance auf ein größeres Glück, weil Gott es so will.

Mut aufzubringen bedeutet nicht, keine Angst zu haben. Dann bräuchte man ihn ja nicht. Mut bedeutet, trotz der Angst und Widerstände, trotz der Befürchtungen entschieden das zu tun, was man als richtig erkannt hat! Mut hat auch etwas mit Treue zu tun, nämlich der Treue zu den eigenen höheren Ambitionen. Selbst wenn diese schnell angegriffen und auf den Prüfstand gestellt werden sollten. Nur wer mit Mut - die Ängste an der Hand - in die Herausforderung eintritt, wird am Ende als Sieger und mit guter Ernte daraus hervorgehen. Auch wenn es eine lange Zeit nicht so aussehen mag. Meine eigenen Erfahrungen bezeugen das.

Auf dem spirituellen Weg gilt das ebenso! Denn man wird oft geprüft dahingehend, ob das, was man lebt, mehr ist als nur ein wohlklingendes Lippenbekenntnis. Es wird geprüft, wie ernst man es meint, und wie wichtig einem die spirituellen Werte und Ziele wirklich sind. Es wird reichlich Versuchungen geben, um beweisen zu können, dass man auch in schlechten Zeiten bereit ist, seinen spirituellen Weg unbeirrt weiterzugehen. Oder standhaft zu bleiben, wenn alles permanent angefochten wird, weil man an das glaubt, was man tut. Diese Prüfungen und Herausforderungen sind somit wichtig, denn ohne sie wäre alles schwächlich.

Die heutige Aufgabe lautet:

Prüfen Sie Ihr Leben, wie viel Mut Sie bisher aufbringen mussten. Schauen Sie, welch gute Ernte es für Sie und Ihre Seele gebracht hat, ungeachtet aller begleitenden Bitternisse. Sind Sie stärker und selbstbewusster geworden? Dann freuen Sie sich, seien Sie dankbar und loben Gott.

Ermitteln Sie andererseits, wo Sie zu schnell aufgegeben haben, zu schnell gezweifelt und sich vom Weg und Ihren Zielen haben abbringen lassen. Oder wo Sie vergessen haben, die geistige Ernte einzuholen, weil Sie in den negativen Erfahrungen steckengeblieben sind.

Wenn es geht, holen Sie alles zu sich zurück, sichten es und beginnen abgebrochene Herzens-Projekte erneut!

Der heutige Segensspruch lautet:

Jetzt erst recht!

 

 

 

 

Die Freiheit der modernen Welt, die oft und gern propagiert wird, ist eine Täuschung! Da wird gesagt, dass schnelles Autofahren, mit dem Motorboot über das Wasser zu sausen oder zu kaufen, was immer man will, ein Gefühl der Freiheit vermittle. Da gibt es noch viele Behauptungen, die sich einschummeln durch Werbung, Zeitgeist und Lebensart. Viele Menschen empfinden es aber auch tatsächlich so! Wahre Freiheit ist jedoch etwas ganz anderes und hat mit der zeitgenössischen Definition rein gar nichts zu tun. 

Wenn man durch die Straßen läuft, sieht man immer noch viele Menschen auf ihre Smartphones starren, dann gibt es da noch Zwänge der ständigen Verfügbarkeit für den Arbeitgeber, der ausufernden Online-Zeiten, die das reale Leben zunehmend verschlucken, und mehr. Die vermeintliche Befreiung durch das digitale Zeitalter ist, kritisch betrachtet, die Zeit der zunehmenden Abhängigkeit des Menschen von Systemen, die er oft gar nicht mehr steuern und schon gar nicht beeinflussen kann.

Warum auch immer: Es wird ignoriert, wie sehr man sich damit in die Gefahr begibt, dass das eigene Leben in fremde Hände fällt. Ein großer Schrecken für mich persönlich ist das absolut digital gesteuerte Wohnen, welches extrem anfällig ist für böswillige Einflüsse. Merkt der moderne Mensch eigentlich, was das passiert? Oder ist er so dermaßen fasziniert von der vermeintlichen Freiheit und größeren Bequemlichkeit des digitalen Zeitalters, dass das Wissen um die real vorhandenen Risiken ganz bewusst ignoriert wird?

Die einzige Freiheit, die ich bei all dem erkennen kann, ist bestenfalls diese, dass man wählen kann, was man nutzt und was nicht. Mehr Freiheit ist dort nicht. Wenn überhaupt! Kann man da aber wirklich noch wählen? 

Glücklicherweise ist die innere Freiheit unabhängig von äußeren Diktaten. Ein Mensch, der innerlich frei ist, kann selbst in digitalen Zeiten der Gefangenschaft frei sein!

Dazu ist aber nötig, sich nicht zu sehr mit den äußeren Bedingungen zu verbünden! Das bedeutet, sich abzuwenden vom Mainstream, eine eigene Wahl zu treffen und sich den Werten zuzuwenden, die das Leben wirklich wertvoll machen. 

Wahre Freiheit sucht Wege, diese gesellschaftliche "Trance der vermeintlichen Freiheit" zu durchbrechen, zu umgehen, OHNE dabei die spirituellen Werte von Ethik und Anstand zu missachten. Eine stille Rebellion, die der Welt nützt und nicht schadet, das ist wahre Freiheit. Verzicht zu üben, wenn alle am Black Friday in die Geschäfte stürmen, um Schnäppchen zu machen. Nicht mitzumachen bei der Ausbeutung der Erde und Menschen, nur weil man das neueste Handy haben muss. Denn all das ist nicht Freiheit, sondern allerschwerstes Suchtverhalten!

Auf dem spirituellen Weg muss man oft als erstes sämtliche Verstrickungen lösen, um ihn überhaupt gehen zu können. Jede äußere Fremdbestimmung muss beendet werden, bevor die höhere Seele in uns das Leben übernehmen und nach göttlichen Maßstäben lenken kann. Diese sind weitaus höher angesiedelt als jede noch so moderne technische Revolution, die am Ende mehr und mehr Einschränkungen mit sich bringen wird, wenn man nicht wachsam und sehr bewusst mit ihr umgeht! Alles hat seinen Preis, dessen sollte man sich bewusst sein.

Daher lautet die heutige Aufgabe:

Finden Sie heraus, wie frei Sie sind.

Wenn Sie nicht arbeiten müssen: Legen Sie Ihr Handy beiseite, schalten es am besten aus und melden sich ab von Social-Media und jeglicher digitaler Betätigung. Seien Sie einfach mal mit sich allein und lenken sich nicht ab. Erleben Sie Ihr Innenleben und entdecken Sie, was Sie so bindet, versucht abzulenken und anzutreiben.

Wenn Sie arbeiten müssen: Denken Sie einmal darüber nach wie es wäre, das alles zu tun. Entdecken Sie, wie sehr Sie an diese neue Lebensform gebunden sind, die Ihnen als Freiheit verkauft wird, denn Sie haben gar keine Wahl zur Änderung! 

Finden Sie Wege, sich daraus wenigstens teilweise zu lösen, damit Sie zu sich, ihrer unsterblichen Seele und Ihren inneren Impulsen zurückfinden. Wenigstens ein paar Stunden am Tag.

Der heutige Segensspruch lautet:

Ein Pfad, dem du alleine folgst, kann dich zu Höherem führen als die Straße, auf der alle laufen!

Oder: Nur wer eine Wahl hat, ist wirklich frei!

 

 

 

 

In einer Rückschau stellt man oft fest, dass man einige Entscheidungen hätte anders treffen sollen. Man erkennt die Fehler ganz deutlich und ist sich sicher, dass alles besser verlaufen wäre, wäre nur dieser eine Fehler nicht gewesen! 

Natürlich möchte man als Mensch einen möglichst geraden, fehler- und makellosen Lebensweg kreieren, der Freude und Erfüllung bringt. Doch verbirgt sich dahinter eine Sehnsucht nach Perfektion, die auf dieser Welt schlichtweg nicht zu erreichen ist!

Auf der anderen Seite gibt es schlimme Fehler, die man ganz sicher nicht hätte begehen sollen. Solche müssen wiedergutgemacht, und vor allem niemals wiederholt werden. 

Glücklicherweise ist in der Schöpfung nichts festgelegt, sodass ein ursprünglich falscher Weg zum richtigen Ende führen, und ein ursprünglich richtiger Weg im Desaster enden kann. Nicht die großen Entscheidungen führen zu Fehlern, sondern die vielen kleinen Entscheidungen oder Unterlassungen. 

Gott ist in der Lage, jeden Fehler zum Guten zu wenden! Er vermag die aussichtslosesten Situationen in eine positive Richtung zu lenken und ungeahnte Ergebnisse daraus erwachsen zu lassen, welche die eigenen Erwartungen bei weitem übersteigen! 

Man muss dafür jedoch seinen ureigensten Weg gehen, den man zu 100 % vertreten kann und an den man tief innerlich glaubt. Entscheidet man allein aufgrund äußerer Umstände, wird es mit Sicherheit ein Fehler sein. Das Gleiche gilt, wenn man falsche Rücksichten nimmt, manipulativ entscheidet oder sich gar selbst verleugnet in der Entscheidung. Tut man sein Bestes, und entspricht die getroffene Entscheidung der inneren Wahrheit und unverfälschten Seeleneinstellung, kann es niemals ein Fehler sein.

Selbst wenn es am Anfang vielleicht so aussehen mag. Dann ist eine besonders hohe Form der Akzeptanz erreicht worden: die Akzeptanz des eigenen So-Seins. Und diese führt in immer neue Chancen, niemals aber in eine Sackgasse!

Eine Prüfung der Vergangenheit, die ihre Wirkungen möglicherweise noch in der Gegenwart entfaltet und damit eine authentische Augenblicksentscheidung verhindert, ist nun angesagt. Gehen Sie einen "richtigen" oder "falschen" Weg? Oder Ihren?

Wenn man wirklich befreit einen neuen Lebensabschnitt betreten will, sollte man die Reaktionen auf Vergangenes geheilt und erlöst haben. Nur so verlieren sie ihre Macht über die Gegenwart und die Zukunft.

Die heutige Aufgabe lautet:

Gibt es Fehler in Ihrem Leben, die Sie bitter bereuen und nicht mehr korrigieren konnten? Dann betrachten Sie diese in aller Ruhe und schauen einmal, was das mit und aus Ihnen gemacht hat. Und vor allem, wer Sie geworden sind! Wenn Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind, freuen Sie sich. Dann haben Sie die Fehler gut verarbeitet und einen seelischen Gewinn daraus gezogen. Vergeben Sie sich und lassen los. 

Sind Sie durch die Fehler immer noch in Trauer und in der Vergangenheit stecken geblieben? Lähmt Sie die Angst vor der Zukunft, wieder gleiche Erfahrungen machen zu müssen? Dann wird es allerhöchste Zeit, zu verarbeiten. Suchen Sie Ihre Fehler auf und schauen Sie auf die Gründe. Denken Sie über diese Gründe nach und prüfen sie, ob sie echt waren oder aufgesetzt. Vergeben Sie am Ende sich und anderen, und lassen Sie vertrauensvoll los, was nicht mehr zu ändern ist. Falls es eine Gelegenheit zur Wiedergutmachung geben sollte, nutzen Sie diese. Es wird Ihnen guttun.

Der heutige Segensspruch lautet:

Das Glück ist einzig heilsam für den Leib, die Kräfte des Geistes jedoch bringt der Schmerz zur Entfaltung.

Marcel Proust

 

 

  

 

Nur noch wenige Schritte, dann ist dieser Weg vollendet! Bisher waren alle Schritte geprägt von aktivem Einsatz, von Selbsterkenntnis, Tugend, Lebensbilanz ziehen und Umdenken. Es gab liebevolle Anstöße und kritische Töne, Anregungen und Aufgaben. Nun soll für heute Ruhe einkehren: Entspannen, den Dingen ihren Lauf lassen, das Leben beobachten.

Heute gilt es ganz bewusst auszusteigen aus Stress, Druck und Hetze. Das bedeutet nicht, alles aus den Händen fallen zu lassen und sich den ganzen Tag nur still auf das Sofa zu setzen. Sowas ist bei den meisten Menschen vermutlich ohnehin nicht möglich. 

Aber man kann Abläufe, die sich schon länger mühsam gestalten, für heute bewusst loslassen und darauf vertrauen, dass sich bald alles wieder bewegen wird. Ebenso kann man die langfristigen Probleme, die einen beschäftigt halten, für einen Tag ruhen lassen, damit sich durch die Entspannung im Denken unerwartete Lösungen "einschleichen" können. 

Die Bereitschaft, loszulassen oder einfach geschehen zu lassen, ohne sich permanent einmischen zu müssen, erschafft ein ganz neues Lebensgefühl! Denn tatsächlich läuft ja alles weiter. Sehr schwierige und langwierige Situationen erledigen sich manchmal wirklich durch Liegenlassen (oder einen Tag bewusst ruhen lassen) von ganz alleine. Zumindest aber lösen sich für den Moment im Körper alle Spannungen, ebenso die emotionalen Belastungen oder Stresse, und man erhält eine wohltuende Seelen-Pause. So manch eine eingerastete Blockade kann sich so lösen und der Körper Kraft tanken. Hinschauen, beobachten, staunen, all das verlernt man sehr schnell in einer Welt, die ständig unser Eingreifen erfordert. 

In der spirituellen Tradition lernt man, dass es in Wahrheit ohnehin eine ganz andere Kraft ist, die das Universum, unsere Erde und selbst unser Leben lenkt. Und dass man deshalb Raum schaffen sollte, um das Alltagsbewusstsein möglichst freizuhalten von Stress und Druck, um dieser evolutionären Kraft im Einklang mit unserer höheren Seele zu erlauben, das eigene Leben mit sehr viel eleganteren Lösungen und Lebensstrategien aufzuwerten und zu beglücken.

Definitiv läuft dann alles besser, reibungsloser und schneller! 

Das bedeutet natürlich nicht, den Dingen fortan nur ihren Lauf zu lassen, nicht mehr aktiv mitzugestalten und die Hände in den Schoß zu legen. Das ist eine falsch verstandene Spiritualität. Es gilt nach wie vor, sich die größte Mühe in der Lebensgestaltung zu geben, aber eben auch die Möglichkeit einer höheren "Einmischung" zuzulassen. Und wenn man merkt, dass man persönliche Grenzen erreicht hat, kurzzeitig alles abzugeben und vertrauensvoll geschehen zu lassen, statt sich noch mehr aufzureiben. 

Die Aufgabe heute lautet,

das Getriebe der Welt zu beobachten und die Abläufe so weit es möglich ist, einfach geschehen zu lassen. Schauen Sie zu, wie das Leben so läuft. Lachen Sie, staunen Sie, und erleben Sie die Welt einmal aus der Sicht eines Beobachters. Halten Sie sich zurück und beobachten Sie Ihre Lieben, ohne Bewertung oder Gereiztheit, als Zuschauer und Genießer.

Sie werden erleben dürfen, dass das alleine ganz mühelos Liebe und Frieden in Ihnen hervorbringen kann, wenn Sie dazu bereit sind. 

Der Segensspruch heute lautet:

Die Herrschaft über den Augenblick ist die Herrschaft über das Leben.

Marie von Ebner-Eschenbach

 

 

 

 

Von der Wichtigkeit der Dankbarkeit wurde schon mehrfach auf diesem 24-Schritte-Weg geschrieben. In Zeiten, in denen viele Dinge für uns selbstverständlich sind, ist diese Tugend wichtiger denn je, denn in Wahrheit ist nichts selbstverständlich.

Durch selbstverständliche Erwartungen verlernen wir, das Wunder des Augenblicks zu erkennen. Wir wickeln ab, nehmen an, fordern, binden ein, oder reagieren traurig oder wütend, wenn unsere Erwartungen einmal nicht erfüllt werden. Wir leben momentan in einer sehr luxuriösen Zeit, die ganz selbstverständlich weit mehr Reichtümer anbietet, als man meistens zu würdigen in der Lage ist. Tatsächlich reagiert der Mensch darauf sogar mit einem Drang nach mehr und noch mehr, was die vorhandene Gnade verdeckt und anzeigt, dass wir in einer Mangelsituation zu leben scheinen. Nichts reicht aus, es muss immer noch etwas mehr sein.

Wer in einen Krieg geraten ist, musste zwangsläufig umdenken lernen. Viele Flüchtlinge hatten ein gutes Leben, bevor das Drama über sie hereinbrach. Sie mussten spätestens durch den Verlust entdecken, wie reich und wertvoll ihr Leben gewesen ist, bevor der Krieg ausbrach und ihnen alles genommen hat, außer vielleicht ihr Leben. 

Hat man erst einmal verstanden, dass jedes Ding, jeder Mensch und jeder Umstand in unserem Leben ein Geschenk und ein Segen ist, wird man eine wirklich positive Lebenseinstellung bekommen. Glück und Freude, die sich auf Besitz und materiellen Reichtum begründen, sind nicht wirklich echt. Sie sind eine Reaktion, nichts sonst. Selbstverständlicher Zugriff auf alles mindert sogar wirkliches Glück und echte Freude! Man mag es kaum glauben, aber so ist es. 

Hat man gelernt, alles und jeden wieder als Geschenk im Leben zu sehen, wird sich sehr viel ändern. Wie viel sich ändern wird, kann nur derjenige abschätzen, der diesen Weg über einen längeren Zeitraum hinweg gegangen ist. Unvorstellbar, welch eine Liebe hervortritt und wie Wertschätzung hervorbricht, wo vorher eine Reaktion von Ärger oder Gereiztheit normal gewesen wäre! So wohltuend, so anhebend und beglückend, nicht nur für sich selbst, sondern auch für die Mitwelt.

Die heutige Aufgabe lautet:

Alles, was Sie heute anschauen, in die Hand nehmen oder bearbeiten, mit neuen Augen betrachten. Jeden Menschen, der heute mit Ihnen in Kontakt tritt, als Geschenk der Bewusstwerdung oder Gelegenheit zum Guten sehen. Am Abend dankbar sein, wenn Sie ein Bett haben und sich einkuscheln können. Danken Sie Gott, dass Sie essen, trinken, duschen und sein durften. Spüren Sie die Gnade, die Sie umgibt und umsorgt, ungeachtet Ihrer momentanen Sorgen. Danken Sie und hoffen, dass es sich von Tag zu Tag erneuern darf, wofür Sie heute dankbar waren.

Der heutige Segensspruch lautet:

Da wird es hell in unserem Leben, wo man für das Kleinste danken lernt!

Friedrich von Bodelschwingh

 

 

 

 

 

Wir sind angekommen. Zumindest am Ende unseres gemeinsamen Weges der 24 Schritte. Doch wie sieht es aus mit dem Hier und Jetzt? Ankommen bei sich selbst, bei dem, was einen umgibt und was einen ausmacht, ist ein wunderbares Gefühl! Das uns nicht allzu oft gegönnt ist. Leider.

Man lebt stattdessen meistens eilig und freut sich, wenn die Zeit schnell vergangen ist, und man alles zügig abwickeln konnte. Doch wenn man die dann eintretende Pause nur dazu hat, um sich für die nächste eilige Aktion auszuruhen, ist das sehr schade. Denn man verpasst die Gelegenheit, im "Hier und Jetzt" anzukommen und den Augenblick anzunehmen. Klingt jetzt vielleicht etwas abstrakt, muss eventuell geübt werden, lohnt sich aber auf jeden Fall. Heute z. B. ist ein guter Tag, um anzukommen. Heute ist man dort, wo es am besten für einen ist, mit den Leuten, durch die man großen seelischen Gewinn haben kann, in der Zeit, in die man gehört. Selbst die Lasten, die man zu tragen hat, sind richtig. Ankommen, annehmen, würdigen und die Lebensleistung zu feiern, entweder allein oder mit seinen Lieben, das ist wahrhaftig eine heilige Zeit.

Die heutige Aufgabe lautet:

Zünden Sie Ihre Kerze an und schließen die Augen. Atmen Sie tief ein und aus und fühlen, ob Sie entspannt und aufnahmebereit sind. Öffnen Sie nun Ihre Dankbarkeitsrolle vom 2. Schritt, die neben der Kerze gelegen hat und lesen Sie sie durch. Hat sich etwas verändert? Fallen Ihnen einige Punkte mehr ein, die der Liste hinzugefügt werden müssen? Dann schreiben Sie sie dazu, denn das ist ein wunderbares Ergebnis. Der Weg hat bei Ihnen funktioniert! Vielleicht wiederholen Sie diesen Weg noch einmal, wieder und wieder? Wenn Sie jetzt schon sehen durften, wie die Dankbarkeit sich gesteigert hat, stehen vielleicht noch ganz andere wunderbare Erfahrungen für Sie bereit!

Können Sie Ihrer Liste nichts hinzufügen? Nun, dann nicht verzagen. Der Weg funktioniert nicht bei jeden sofort. Es hängt auch davon ab, wie sehr man sich einlässt, wie stark die Vorbehalte waren und wie skeptisch man solchen Übungsanleitungen gegenüber ist. Vielleicht versuchen Sie es einfach zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal. Irgendwann wird es gelingen! 

 

Abschluss: 

Sie haben, wenn Sie sich auf die Schritte dieses Lehrgangs eingelassen haben, eine Menge neuer Erfahrungen gemacht. Falls Sie diesen Weg nur gelesen haben, werden Sie sicherlich trotzdem die ein oder andere anregende Erkenntnis gewonnen haben. Vielleicht haben Sie jetzt einige Ideen, wie Sie den einen oder anderen Tag auf ganz neue Art und Weise leben können, indem Sie sich ein Thema aus diesem 24 Schritte-Plan auswählen und es erproben. Das wäre sehr klug, denn diese Schritte entstammen uraltem Wissen und wurden schon von vielen Menschen als segensreich in den Folgen bestätigt!

 

Manuela Schindler,

Dezember 2018