Adventskalender 2018

 

Vorbereitung auf eine heilige Zeit: Ein Weg in 24 Schritten

Text und Bildauswahl von Manuela Schindler 

 

Jeden Tag ab 10 Uhr wird ein Päckchen geöffnet!

 

In diesem Jahr wollen wir einen Adventskalender anbieten, der es in sich hat! Dazu werden wir jeden Tag einen Kurztext einsetzen mit einem passenden Bild zur meditativen Vertiefung. Es ist lohnend, sich jeden Tag auf das entsprechende Thema einzulassen, denn man merkt schon am Ende eines Durchlaufs, dass sich etwas tut.

Die an den einzelnen Tagen aufgeführten Schritte sind ein Auszug aus uralter heiliger Überlieferung, die der spirituellen Vorbereitung auf besondere Lebensabschnitte dienen. Wer diese Schritte ernsthaft nachvollzieht und nacheinander konsequent umsetzt, wird erleben dürfen, wie das Leben sich wandelt, reinigt und vertieft.

Mitunter scheinen die Schritte sich thematisch zu ähneln, doch das täuscht. Manche Themen sind dermaßen vielschichtig, dass man sie von mehreren Seiten her betrachten und bearbeiten muss, um sie vollumfänglich in ihrer Wirkung und ihren Anliegen erfassen zu können.

Die Kurztexte sind am Ende jeweils mit einer konkreten Aufgabe versehen, sodass man zutiefst praktisch an ein hochgeistiges Thema herantreten kann. Jeden Tag einen Schritt gehen, bis man alle 24 Tage absolviert hat, und am Ende wieder neu zu beginnen, immer wieder und über einen langen Zeitraum hinweg, das ist hier empfohlen!

Wer es nicht schafft, die einzelnen Schritte nacheinander zu gehen soll wissen, dass schon jeder Schritt für sich eine positive Wirkung hinterlassen wird! Trotzdem wäre es natürlich gut, irgendwann einmal den ganzen Weg zu gehen. Es lohnt sich auf jeden Fall!

 

 

1. Dezember 2018 

 

 

Sich ernsthaft einzulassen

auf eine Aufgabe, Herausforderung oder auf einen 24-Schritte-Weg ist schon eine Prüfung an sich, denn der Alltag mit seinen vielen Pflichten lenkt schnell ab und stellt das Durchhaltevermögen oft auf eine harte Probe. 

Ehe man es sich versieht, sind ein paar Tage vergangen bevor man bemerkt, dass man einen ganz besonderen Erfahrungsweg antreten wollte, um die segensreichen Wirkungen an sich selbst zu erfahren, und es einfach vergessen hat! 

Der erste Schritt auf diesem Weg

beinhaltet deshalb zunächst nur die Beantwortung der nachfolgenden Fragen: "Bin ich wirklich bereit, mich einzulassen und mein Leben einmal ganz neu zu erleben? Bin ich bereit, alles zu hinterfragen und gedanklich zu arbeiten, zu betrachten und Konsequenzen zu ziehen aus den Ergebnissen?" Denken Sie den ganzen Tag darüber nach und prüfen Sie Ihren Alltag dahingehend, dass diese 24-Tage-Übung überhaupt einen Platz findet.

Wenn die Antwort JA lautet, dann zünden Sie heute Abend eine Kerze an, die Sie speziell für diesen "Lehrgang" ausgewählt und auf einen eigens eingerichteten „besonderen Platz“ gestellt haben. Diese Kerze soll die nachfolgenden Tage begleiten, erinnern und immer wieder fragen: "Na? Hast du dich wirklich eingelassen oder bist du in Gedanken schon wieder ganz woanders?"

Zünden Sie sie jeden Abend nur dann an, wenn Sie sich eingelassen und die Tagesaufgabe absolviert haben. Die Kerze symbolisiert dann das Licht, das Sie durch Ihre aktive Mitwirkung erschaffen. Haben Sie hingegen nichts gelesen und schon gar nichts umgesetzt, können Sie die Kerze getrost einem anderen Zweck zuführen. Allerdings könnte es sein, dass die Kerze, bis sie abgebrannt ist, Sie immer wieder fragen wird: "Warum hast du es nicht wenigstens versucht?"

Der Segenswunsch für diesen Tag lautet: 

Wir brauchen für ein erfülltes Leben Bewegung in unseren Gedanken, Worten und Taten. Und doch sind wir so oft in Gefahr, uns festzufahren in dem, was wir fühlen und tagtäglich zum Ausdruck bringen. Bitten wir jeden Tag neu um die Gabe, beweglich zu bleiben, aufeinander zugehen zu können und offen zu sein für die Menschen und Gelegenheiten, denen wir begegnen. 

 

 

2. Dezember 2018

 

 

Als Vorbereitung für die nächsten Schritte ist zunächst eine Art Einkehr vonnöten.

Jeder ist seinen Lebensweg mehr oder weniger glücklich gegangen, hat viel erlebt im Guten wie im Schlechten und ist reich geworden an Erfahrungen. Seltsamerweise haften besonders die stark emotionalen Momente am besten im Gedächtnis, vor allem die negativen! Das ist vor allem deshalb so, um anzuzeigen, dass da etwas noch nicht vollständig verarbeitet und in höhere Erkenntnisse umgearbeitet wurde, und somit nicht wirklich abgeschlossen werden konnte.

Gerade die vielen "normalen" guten Dinge, die uns das Leben geschenkt hat, sind eher unauffällig und hinterlassen keinen großen Eindruck im Bewusstsein. Obwohl gerade sie besonders große Dankbarkeit verdient haben, denn sie bilden die Basis unseres Lebens und sind der tragende Boden, auf dem wir sicher durch die Zeit gehen können!

Die heutige Aufgabe hat deshalb den Schwerpunkt auf die Dankbarkeit gelegt:

und darauf, dass Sie sich einmal vor Augen führen, WIE VIEL Sie erlebt haben und WIE REICH an Wissen und Erfahrung Sie dadurch geworden sind. Egal, wie sehr Sie dafür kämpfen mussten.

Deshalb den heutigen Tag damit beschließen, dass Sie Ihre Kerze (siehe Schritt 1) anzünden und sich aufschreiben, wofür Sie Gott und dem Leben dankbar sind. Sie werden sehen, die Liste wird sehr lang, vorausgesetzt, Sie haben sich nicht von unverarbeiteter Negativität "einfangen" und binden lassen. Denn dann sieht man nur wenig Gutes, da diese Energie leider beinahe alles überdeckt. Hier sollte man sich der Aufgabe zuliebe durchsetzen, denn es gibt immer Gründe im Leben, dankbar zu sein. Und die gilt es, „einzufangen“.

Dankbarkeit ist eine der stärksten positiven Energien, die wir selbst erzeugen und durch unseren Körper leiten können. Sie bringt Linderung, Heilung, Erlösung und Freude. Und sie bringt die Liebe, die unmittelbar mit Gott verbindet. Was kann besser sein?

Die fertige Liste am Schluss noch einmal gründlich durchlesen, dann eine Rolle daraus machen und mit einem Geschenkband zusammenbinden. Diese Rolle neben Ihre Kerze legen und dort liegen lassen bis zum 24. Dezember 2018, dem Heiligen Abend.

Der Segensspruch des heutigen Tages lautet: 

Dankbarkeit führt zur Freude, Freude zur Liebe und Liebe zu Gott! Nur die Wertschätzung meiner Lebensleistung und der Gaben des Lebens ermöglichen mir, ein Licht auf dieser Welt zu sein und Erfüllung zu finden.

 

 

3. Dezember 2018

 

 

Die Welt an sich, die Mitmenschen, die ständigen Reibungen, aber auch das eigene Unvermögen, die großen Schwierigkeiten und Herausforderungen des Lebens immer mit leichter Hand zu meistern, lassen einen schnell bitter werden, wenn man nicht aufpasst.

Dann wird GOTT manchmal die Schuld gegeben, denn warum greift er nicht ein? Es kann schon vorkommen, dass man so denkt. Doch ändert das nichts. Denn dass wir als Menschen einen freien Willen erhalten haben und hier sind, um mitschöpferisch zu lernen und durch die Rückwirkungen (Karma) zu reifen, wird oft übersehen oder vergessen. Und so verschließen viele Menschen mehr und mehr ihr Herz, sodass letztlich das Glück kaum noch eintreten kann in ihr Leben.

DAS ist das eigentliche Drama, und nicht, dass es hier so schwierig sein kann auf diesem Planeten. Nur durch Akzeptanz, gepaart mit Selbstannahme, werden neue Erlebnisräume geschaffen. Viele alte Menschen können berichten, dass sie milder geworden sind durch das Alter und viel mehr Verständnis für alles gewonnen haben. Aber warum so lange warten?

Die heutige Aufgabe lautet,

Verkrustungen und tiefe innere Ablehnung von Dingen, Ereignissen, anderen Menschen oder sich selbst, und dem Leben generell, bewusst zu machen.

Am Abend wieder die Kerze (siehe Schritt 1) anzünden und die größten Ablehnungen und Rebellionen aufschreiben. Wenn alles notiert wurde, beginnt das Umarbeiten mit der Frage: „Wie könnte ich das alles noch sehen? Was ist die positive Herausforderung? Was habe ich bisher gewonnen aus den gemeisterten Krisen und schwierigen Situationen?“ Befreien Sie sich so und zerreißen Sie symbolisch am Ende dieser Arbeit den Bogen mit den Notizen. Durch die Gegenüberstellung ist zumindest für den Moment alles energetisch neutralisiert worden und kann das Leben augenblicklich nicht mehr beeinflussen. Wenn Sie es zulassen, kann es vielleicht für immer so bleiben. (Ansonsten diese Übung einfach im Laufe der Zeit wiederholen, bis Sie befreit sind, oder warten bis zur nächsten und ähnlichen Übung in dieser Schrittfolge.)

Bitten Sie am Ende (Gott oder das Höhere Selbst /Gott in uns) darum, im kommenden Jahr Akzeptanz in alle Bereiche Ihres Leben bringen zu dürfen! Wer glaubt, schon alles richtig zu sehen, sollte trotzdem vorsorglich darum bitten, denn es gibt immer blinde Flecken, bei jedem Menschen.

Der Segensspruch des heutigen Tages lautet:

Wir sind nicht hier, um die Schöpfung und die Menschheit zu kritisieren, sondern um ein Licht in dieser Welt anzuzünden, ein jeder mit seinen Mitteln.

 

 

4. Dezember 2018

 

 

Auf dem Bild trägt Jesus sein Kreuz und jemand tritt hinzu, um ihm die Last leichter zu machen. Das ließ er nicht zu, denn er wusste, dass er seine Last allein zu tragen hatte.

Bei uns ist es nicht so extrem, man hat vielleicht sogar Helfer, und doch ist man belastet, trägt Vieles mit sich herum, und wundert sich, warum man manchmal nur so mühsam vorwärtskommt auf seinem Lebensweg. Auf dem spirituellen Weg ist die Befreiung von Ballast weit mehr als nur ein  "simplify your life"!

Es geht im tiefsten Inneren vor allem darum, belastende Erinnerungen loszulassen und Abschied zu nehmen von alten "Geschichten", Schmerzen zu vergeben und von den daraus resultierenden energetischen und zutiefst krankmachenden Belastungen freizukommen. Das geht wunderbar, indem man zunächst damit beginnt, all seine Sachen durchzusehen und das auszusortieren, was für unerwünschte Erinnerungen, alte schwere Zeiten oder unerfüllte Liebe steht.

Wenn man in Liebe dabei vorgeht, die einzelnen Dinge in die Hand nimmt oder anschaut, und sich ein letztes Mal erinnert, wofür sie stehen, und dann sagt: "Ich befreie mich nun von dir, von den beständigen Erinnerungen und Energien, die an dir haften", kann man den entsprechenden Gegenstand weggeben, entsorgen oder verkaufen. Durch Vergebung reinigt man ihn und er kann gefahrlos weitergegeben werden.

Das Schöne: Man spürt schon während des Vorgangs, dass man leichter und lichter wird! Und am Ende, wenn man fertig ist, ist man selbst auch ein gutes Stück entlastet. Dann vertieft sich die Arbeit, und man schaut, wo man in seinem Leben unfrei ist, falsche Kompromisse gemacht hat und mehr, und beginnt nun auch hier, systematisch aufzuräumen, zu beenden, loszulassen.

Die heutige Aufgabe lautet,

sich einen Überblick zu verschaffen, wie frei man ist oder wie viel Ballast man im Keller (Unterbewusstsein) und sonst wo versteckt hat. Kerze anzünden und eine Arbeitsliste schreiben, womit man anfangen möchte und was man im nächsten Jahr anders haben will. Das Abarbeiten dieser Liste kann man dann im neuen Jahr in Ruhe machen, aber bitte nicht vergessen. Haben Sie diese Prozedur schon hinter sich und wissen genau, wie sich das anfühlt am Ende? Dann zünden Sie die Kerze an und seien Sie einfach nur dankbar, dass Sie so klug gewesen sind!

Der heutige Segensspruch lautet: 

Wenn man Lasten tragen muss, die man nicht ändern kann, verstehe man sie als Gnade, Segen und als große Chance, ein sehr starkes Licht in der Welt sein zu dürfen. Nicht was wir hatten an Besitz und Erlebnissen wird am Ende unseres Lebens wichtig sein, sondern was wir geworden sind, denn das nehmen wir mit.

 

 

5. Dezember 2018

 

 

Man macht sich beständig Gedanken darüber, wie man nachhaltiger leben kann. Vielleicht kämpft man wie so viele andere Menschen auch dagegen an, so viel Müll produzieren zu müssen. Ebenso bemüht man sich nach Kräften, der Umweltvergiftung und Ausbeutung Einhalt zu gebieten und das eigene Leben friedvoller zu gestalten. Kurz und gut: die globale Lage IST unübersichtlich und verfahren und braucht genau das alles als Gegengewicht! 

Man kann zwar nicht allein die Weltprobleme lösen, aber man kann für sich selbst schauen, was geht und was nicht. Denn: Als spiritueller Mensch ist man - solange man auf dieser Erde lebt - auch bewusster Mitschöpfer und Erhalter der Schöpfung zugleich! Die schöne Erfahrung vieler Menschen, dass die Lebensumstellung nach anfänglichen Schwierigkeiten auf Dauer glücklich macht, ist inzwischen kein Geheimnis mehr. Bewusster Verzicht oder Umdenken der gewohnten Lebensstrategien zugunsten einer besseren Lebensform stellen eine Energie bereit, die unglaublich motivierend ist und auf einen Weg führt, der eine Loslösung aus überliefertem Verhalten ermöglicht. Man wird tatsächlich mit Glücksgefühlen belohnt! Vermutlich als evolutionärer Anreiz, damit immer mehr Menschen diese Herausforderung annehmen mögen?

Die heutige Aufgabe lautet

folgende Fragen ehrlich zu beantworten: Wie gehe ich um mit den Dingen, mit Mensch, Tier und Materie? Wertschätze ich alles und gehe sorgsam um mit allem? Trägt mein Leben dazu bei, die Welt zu erhalten oder zu vernichten?

Kerze anzünden und alle Missstände, die man im eigenen Leben entdeckt, aufschreiben. Dann müsste das schnellstmöglich geändert werden, damit eine geistige Befreiung einsetzen kann, die ganz neue Erfahrungen im Leben zulassen wird. Ist man schon auf diesem Weg, und durfte größere Fortschritte erzielen, ist jetzt ein Grund zur Freude!

Der heutige Segensspruch lautet:

Habe Geduld mit den Dingen, die du nicht ändern kannst. Aber was du ändern kannst und willst, das ändere!

(Aus den Phoenix-Bewusstseinskarten)

 

 

6. Dezember 2018

 

 

Geht man bewusst einen spirituell ausgerichteten Lebensweg, steht man irgendwann vor dem Thema "Vergebung". Ein durchaus heikles Thema! Wahre Vergebung ist nicht immer leicht gewährt, vor allem dann nicht, wenn man etwas einstecken musste, dass man auch nach Jahren der intensiven Auseinandersetzung damit weder verstehen noch nachvollziehen kann.

Selbst das Studium von Karma = Ursache - Wirkung bringt manchmal keine Antworten, die erklären könnten, warum etwas geschehen musste. Die Bereitschaft zur Vergebung ist jedoch eine wichtige Haltung, die positive Kräfte und Umstände in das Leben holen kann, um Ausgleich zu schaffen. Dann wird Bitternis durch Verständnis, Unverständnis in Verständnis und Unglück in Glück verwandelt. Und bei den wirklich schrecklichen Dingen dieser Welt findet man zumindest irgendwann Frieden und versteht besser, warum diese Welt so ist wie sie ist. Wer den Weg mit Gott geht kennt es: Wer bereit ist zur Vergebung erhält eine Entschädigung für das erlittene Unrecht! Auch ich kann das bezeugen!

Der erste Schritt der Vergebung ist jedoch, zunächst sich selbst zu vergeben, wenn man noch nicht wirklich alles vergeben kann! Sich einzugestehen, dass es gar nicht so leicht ist, zu vergeben, wenn die Wunden noch schmerzen und die Folgen im Leben durch Schaden und Verluste immer noch spürbar sind, ist jedoch ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Eine Hilfe bei den leichteren Themen wäre, sich selbst einmal im Geschehen nachträglich zu beurteilen, als wäre man der Andere. Dann kann es manchmal gelingen, auch wenn es Zeit braucht. Sich zu fragen, was man selbst zur Situation beigetragen hat, ist auch extrem hilfreich, solange man nicht in inneren Rechtfertigungen steckenbleibt.

Die heutige Aufgabe lautet:

Setzen Sie sich vor Ihre Kerze und machen Sie sich bewusst, wem oder welcher Situation Sie gern vergeben würden, es aber noch nicht können.

Bitten Sie Gott um Hilfe, dass er Ihnen zeigt, wie Sie das schaffen und so von alten Energien frei werden können, die den Körper und die Psyche enorm belasten!

Der heutige Segensspruch lautet: 

Lass uns das Leben wahrnehmen in seiner Fülle und Kraft, wie es uns trägt und formt. Lass uns die unsichtbaren Geschenke hinter allem erkennen und welche Wunder selbst in den kleinsten Dingen stecken.

 

 

7. Dezember 2018

 

 

Die meisten Menschen können erst im Alter erkennen, dass viele Dinge, die sie als junger Mensch als sehr belastend erlebt hatten, nicht wirklich SO schlimm gewesen sind! Man sagt dann, dass die Vergangenheit durch eine rosarote Brille betrachtet wird und hat Mitleid mit diesen Alten!

Aber eigentlich sind wir Jüngeren diejenigen, die Mitleid verdient haben. Denn durch die Reife im Alter erkennt man oft, dass die damalige Interpretation nicht angemessen war, dass die Emotionen durch ihr dramatisches Naturell vieles in düsteren Farben gezeichnet, und damit die wahre Schönheit des Lebens überdeckt haben. Durch das Nachverdauen und Wiederkäuen, welches meistens erst im reiferen Lebensabschnitt einsetzt, arbeitet man viele Erinnerungen um durch Neubewertung und selbstkritische Reflektion. Das verleiht unserem Leben nachträglich die Würde, die es verdient hat.

Durch die Neu-Verarbeitung der Ereignisse, die Hinzufügung von Erfahrungen, die erst später gemacht wurden und der Erkenntnisse, die man daraus gewonnen hat, ändert sich die Erinnerung tatsächlich! Oft fragt man sich dann, wieso man das nicht gleich so hatte wahrnehmen können.

Als spiritueller Mensch (unter geistiger Lenkung stehend) erinnert man sich oft spontan an vergangene Erlebnisse, auch wenn man noch jung ist. Man weiß dann, dass diese Erinnerung umgearbeitet und neu bewertet werden muss, da es immer noch nicht die reine Wahrheit ist, was man da bisher abgespeichert und in sich eingelagert hat.

Dieser Vorgang ist eine besonders tiefe Art der Reinigung, die den gesamten Erinnerungsspeicher nach und nach erfasst und den Menschen zunehmend energetisch befreit. Deshalb sind viele alte Menschen so milde, nachsichtig, dankbar und liebevoll. Auf dem spirituellen Weg bedeutet es tatsächlich weit mehr, denn man verarbeitet Karma in eine höhere Form, sodass daraus entweder nur Gutes erwächst oder man einfach nur befreit wird von schweren und belastenden Energien.

Die heutige Aufgabe lautet: 

Beobachten Sie im Laufe des Tages, welche Erinnerungen sich in den Vordergrund drängen wollen. Die erste Erinnerung, die auftaucht, ist noch nicht genügend umgearbeitet oder richtig verarbeitet worden. Vielleicht steckt sogar eine emotionale "Ladung" darin, die nur auf ihren Ausbruch wartet. Gehen Sie sie systematisch mit Ihrem heutigen Wissen durch, denken Sie sie neu, reichern Sie Ihre Erinnerungen mit den aktuellsten Erfahrungen an und speichern sie neu ab. Folgende Fragen können sehr hilfreich dabei sein: "Wie sehe ich es heute? Wie könnte man es noch sehen?" Manchmal helfen schon kleine Standpunktwechsel. Wer zu beschäftigt ist am Tag, kann es auch am Abend vor der Kerze tun nach einer kleinen Entspannungsübung.

Vielleicht gelingt es Ihnen im Laufe der Zeit, Ihre Vergangenheit bereits jetzt schon aufzuwerten, und nicht erst im Alter?

Der heutige Segensspruch lautet:

Mögest du erkennen, dass die Gestalt deiner Seele einzigartig ist, dass dir hier ein besonderes Schicksal beschieden ist, und dass sich hinter der Fassade deines Lebens etwas Schönes, Gutes und Ewiges ereignet.

(Irischer Segen)

 

 

8. Dezember 2018

 

 

Jedes Lebewesen hat Bedürfnisse! In den meisten Fällen sind sie gesund und dienen dem Erhalt des Lebens. Doch gibt es auch Bedürfnisse, die künstlich und "die Seele verstrickend" sind, weshalb die ernsthaft spirituell strebenden Menschen eher die Askese bevorzugen. Spirituelle Askese zeigt sich als Zurückhaltung bei Konsum und Zerstreuung, und als Konzentration auf das Wesentliche. Das hilft dabei, die künstlichen von den natürlichen Bedürfnissen zu trennen und sich dann die künstlichen Bedürfnisse abgewöhnen zu können, sofern man es denn will. Nun will ich hier keine Askese vorschlagen, aber doch ein wachsames Auge empfehlen auf das, was man so alles zu brauchen oder zu müssen meint.

Die natürlichen Bedürfnisse angemessen fördern und die künstlichen reduzieren zu können, ist eine positive Wirkung aus dem Prozess der Selbstbeobachtung. Denn nun erhält man eine Wahlmöglichkeit, wo es vorher keine gab. Das erschafft Freiheit im Geiste und ermöglicht, bewusster Entscheidungen zu treffen darüber, was man muss, will und braucht, und was nicht. 

Man sollte niemals übertreiben, denn dann gereicht es nicht zum Vorteil! Sparsamkeit muss, genauso wie Üppigkeit, in Balance gebracht werden, will der Mensch nicht irgendwann aus dem Gleichgewicht geraten. So gesehen ist Übertreibung in jeglicher Form kein Beleg für eine gereifte Seele!

Das Gleichgewicht zwischen den eigenen Bedürfnissen und der Fürsorge für Andere ist hingegen nicht immer leicht zu finden. Selbstaufopferung, manchmal sogar bis zur Erschöpfung, wird zwar eher positiv bewertet, ist aber negativ und schadet einem Menschen.

Gott ist es egal, ob wir uns selbst oder anderen Menschen Schaden zufügen! KEIN Mensch darf durch uns Schaden oder Raubbau an den Kräften erleiden, auch wir selbst nicht.

Die heutige Aufgabe lautet 

herauszufinden, wo man natürliche Bedürfnisse unterdrückt und die Selbstfürsorge verbessern muss. Auf der anderen Seite sollte man prüfen, wo man damit übertreibt und wie man das Übermaß in ein gesundes Gleichgewicht bringen kann. Das am besten schriftlich, damit man für das neue Jahr eine schöne Merkliste hat. Am Abend dann vor die Kerze setzen und sich versprechen, dass man dort in Zukunft wachsamer sein wird. 

Der heutige Segensspruch lautet:

Nichts im Übermaß! Nur das Gleichgewicht im Geben und Nehmen, im Handeln und Nichthandeln, in Tat und Ruhe ist ein der Garant dafür, ein wertevolles Leben auch auf Dauer aufrechterhalten zu können.

 

 

9. Dezember 2018

 

 

Selbstlosigkeit, Hilfsbereitschaft, Anteilnahme, Einsatzbereitschaft, all das sind Werte, die man in Zeiten des Zustroms von Flüchtlingen und bei zunehmenden Umweltkatastrophen sehen darf.

So traurig diese Ereignisse sind, zeigen sie doch auch, dass der Mensch von Natur aus spontan hilfsbereit ist, sogar bis zur Selbstaufopferung! Doch sollten diese "Tugenden" dauerhaft gepflegt, und nicht nur durch kurzzeitige emotionale Anteilnahme hervorgerufen werden! Denn wenn die Umstände sich verändern und man in Versuchung gebracht wird, nur für sich selbst und seine Lieben zu leben, werden diese Werte schnell zurückgestellt oder ganz verworfen. Dann regiert als Gegensatz die totale Selbstbezogenheit nach dem Motto: "Zuerst die Meinen und ich!"

Die positiven und spirituellen Werte des allumfassenden Miteinanders sollen den Lebensweg eines Menschen jedoch unangreifbar machen, ihn vor karmischen Rückschlägen bewahren und auch durch wild bewegte Zeiten sicher tragen können! Dann erst baut man das eigene Leben auf stabilem Fels und kann mit Recht gelassen auf die Stürme schauen, die zum Leben auf der Erde gehören. Zumal in Zeiten, in denen gerade - ausgelöst durch Karma - Gegensätze kollidieren zwecks Reinigung und Findung eines neuen und besseren kollektiven Gleichgewichts, wie es gerade weltweit geschieht!

Die heutige Aufgabe lautet

herauszufinden, nach welchen höheren Werten man lebt, und ob man konsequent dabei ist. Falls nicht, gilt es nun diese Nischen zu verschließen und einen geradlinigen Weg, der mit guten Werten gepflastert ist, im neuen Jahr einzuschlagen. Besonders hilfreich ist dabei der Vorsatz, dass man niemandem das tun wird, was man selbst auch nicht erleben will und all das tun wird, was man selbst auch gern auf dieser Welt sehen würde.

Der heutige Segensspruch lautet:

Lebe den Wandel, den du auf der Welt sehen willst!

(Ghandi)

 

 

10. Dezember 2018

 

 

Nichts ist schlimmer für einen jungen Menschen, als in einer "gottlosen" Welt aufzuwachsen und in ihr leben zu müssen. Das schreibe ich aus eigener Erfahrung, denn eine Welt ohne Gott IST die Hölle, auch wenn sie sich vielleicht zeitweilig freundlich zeigt, man erfolgreich ist und auch sonst ein gutes Leben hat.

Im Ernstfall aber, wenn das Schicksal sich meldet, spürt man das Ausgeliefertsein an eine Welt, die man nicht wirklich beeinflussen kann (wie man vorher aber dachte) und die macht, was sie will, ohne sich unser Einverständnis zu holen. Solange man jung ist oder alles wunschgemäß verläuft, merkt man gar nicht, dass man sich auf einem Pfad vorwärts bewegt, der von Vergänglichkeit geprägt ist und direkt in den Tod führt.

Irgendwann steht jeder vor den Fragen nach dem Sinn des eigenen Lebens und dem großen WARUM. Wenn man dann ohne Gott lebt oder ihn sogar für eine Fantasie schwacher Geister hält, ist man plötzlich sehr einsam und alles ist tatsächlich sinnlos!

Gott ist aber da, um uns herum, und auch in uns, im tiefsten Grund der Seele, wohnt ein Teil von Ihm. Er wartet darauf, dass wir aufwachen und merken, dass das Leben ohne ihn leer und sinnlos ist, und dass man nur in der Gemeinschaft mit ihm Sinn finden wird in allem, auch dem, was nur das irdische Leben betrifft.

So wird man zu innerem Frieden gelangen, zur Akzeptanz und einem höheren Verständnis als Antwort auf die besonders schwierigen Fragen des Lebens.

Es funktioniert, was ich mit freudigem Herzen bezeugen möchte! Mag sein, dass es bei dem Einen schneller geht und bei dem Anderen langsamer, bis man den Wandel bemerken kann, aber das ist eigentlich egal. Denn er geschieht. Und vielleicht auch noch das ein oder andere Zeichen, Wunder und so fort, sodass sich Glauben in Wissen und Gewissheit verwandeln wird.

Die heutige Aufgabe lautet

herauszufinden, wie es bei Ihnen aussieht? Leben Sie mit Gott oder nur für sich alleine und Ihre Familie? Setzen Sie sich vor Ihre Kerze und denken Sie tief darüber nach. Wie war es, wie ist es jetzt? Wenn Sie sich für einen einsamen und kalten Weg entschieden haben, überdenken Sie vielleicht jetzt Ihren Standpunkt neu? Falls Sie bereits mit Gott leben, danken Sie ihm dafür und freuen sich. Dann ist Ihr Leben gesegnet!

Der heutige Sinnspruch lautet:

Ein einziger dankbarer Gedanke gen Himmel ist das vollkommenste Gebet!

(Gotthold Ephraim Lessing)

 

 

11. Dezember 2018

 

 

Angesichts der aufwühlenden Zeit, in der wir leben, kann man schnell das Vertrauen in das Leben verlieren und in große Angst geraten! Manch einer wiederum hatte noch nie Vertrauen, was meiner Meinung nach weitaus schlimmer ist.

Wie im Schritt 10 schon kurz behandelt wurde, kann nur das Vertrauen in eine höhere Macht dem Leben hier auf der Erde mit ihren teilweise schlimmen Kämpfen Sinn und Würde verleihen!

Vertrauen kann man jedoch nicht allein durch mentale Techniken erwerben! Die wohlklingenden Affirmationen funktionieren nur, wenn bereits ein Grundvertrauen und Glaube an eine höhere Macht vorhanden ist. Tatsächlich muss man sich innerlich dafür entscheiden und es aus ganzem Herzen wollen!

Im Grunde genommen beginnt man bei allem, was man plant auf Erden, mit dem Wollen. Genauso ist der Glauben an eine höhere und wohlwollende Macht anfangs ein Willensakt, auch wenn man es nicht unbedingt so nennen würde. Manche sagen, dass es eher eine innere Gewissheit ist. Doch selbst innere Gewissheit basiert auf Willenskraft, was man spätestens dann merken würde, wenn alles angefochten wird!

Glaube und Vertrauen wandeln sich im Laufe der Zeit zur tiefen Erfahrung, dass Vertrauen in das Leben und in Gott absolut gerechtfertigt ist. Durch die Bereitschaft, sich darauf einzulassen beginnt ein Prozess, der einem ganz langsam die Augen öffnet für das, was man vorher nicht sehen, wahrnehmen oder messen konnte. Langsam beginnt die Welt sich zu wandeln und das Leben auf ihr eine Tiefe zu gewinnen, die erschütternd sein kann, wenn man erst in späteren Jahren zurückfindet.

Vertrauen als Lebenshaltung entbindet jedoch nicht von der Pflicht, einen gesunden Menschenverstand zu entwickeln, mit dem man lebt und arbeitet. Echtes Vertrauen in das Leben und Gott hat nichts mit naiver Blindheit, Handlungsunfähigkeit oder passiver Abwartehaltung zu tun, sondern ist eine kraftvolle und zutiefst positive Energie, welche "Berge versetzen" kann und die gesamte Lebensführung kräftigt, stärkt und energetisiert.

Die Handlungen werden kraftvoller, die Präsenz nimmt zu, die bis dahin unüberwindlichen Hindernisse werden überwunden und man erlebt im Leben Wendungen, wie man sie sich noch nicht einmal erträumen konnte.

Doch muss auch die Bereitschaft vorhanden sein, zu kämpfen! Der kraftvolle Einsatz für das Gute, für Ziele, Träume und Hoffnungen, gegen Krankheit und Mangel, für Gerechtigkeit und bessere Lebensbedingungen wird von uns erwartet. Es formt uns und bringt der Seele wunderbaren Gewinn! Zu kneifen angesichts der Herausforderungen ist keinesfalls richtig und macht nur krank und traurig! Auch wenn man den Menschen leider oft nicht trauen kann, sollte man dennoch niemals das Vertrauen in das Leben selbst verlieren!

Johannes Tauler (1300 - 1361, Dominikaner) predigte seiner Gemeinde folgendermaßen:

"Ihr Lieben. Wollt ihr jemals vollkommen werden und zu eurem Besten gelangen, behaltet diese beiden kleinen Punkte: das eine ist, dass ihr euer Inneres frei und ledig macht aller geschaffenen Dinge und eures Egos, und dass ihr euren äußeren und inneren Menschen in Ordnung haltet, damit der Heilige Geist in seinem Wirken von euch nicht behindert werde.

Das andere: dass ihr Schwierigkeiten, wo immer sie herkommen mögen, was immer es sei, ohne Widerstreben annehmt und nicht anders, denn Gott will euch damit selber für sich und seine großen Gaben bereiten, die übernatürlich und wunderbar sind, und zu denen man niemals gelangen könnte, außer durch Erdulden und nicht ohne das äußere Wirken des Feindes oder feindlicher Menschen."

Die heutige Aufgabe lautet:

herauszufinden, auf welcher Grundenergie das eigene Leben basiert. Ist es Vertrauen? Oder Angst? Oder beides im Wechsel? Wenn Sie bereits ein Grundvertrauen haben, seien Sie dankbar. Dann finden Sie immer wieder schnell in das Vertrauen zurück. Haben Sie mehr Angst als Vertrauen? Dann bitten Sie Gott um Hilfe, Sie das Vertrauen zu lehren. Vertrauen Sie darauf, dass er sich der Sache annehmen wird!

Der heutige Segensspruch lautet: 

Vertraue auf Gott und das Leben. Aber verliere die Wachsamkeit nicht.

Oder anders: Vertraue auf Gott, aber schließe dein Auto ab.