GOTT und Reiki:

Inwieweit ist GOTT mit Reiki verbunden?

Text von Martina Struckhoff © und Heidemarie Meidlein als Co-Autorin

 

 

Einleitung

von Martina Struckhoff

 

Mich beschäftigte die Frage, mit welchen Energien Reiki verbunden ist und ob es eine Gottesanbindung gibt, die bei seriös arbeitenden Heilern immer vorangestellt wird. Ich möchte hiermit zur Aufklärung über Hintergründe beitragen und Interessierte an meinen Erkenntnissen teilhaben lassen. Auch sei gleich im Vorwege erwähnt, dass ich weder Reiki, noch die Esoterik oder Kirche verurteilen oder kritisieren will.

 

Anfang 1999 kam ich das erste Mal mit Reiki in Kontakt und reagierte zunächst eher ablehnend, denn ich war sehr skeptisch und hatte nicht besonders viel Interesse an der Esoterik. In den nachfolgenden Wochen tauchte der Begriff Reiki aber wiederholt auf, bis dann irgendwann meine Neugier tatsächlich geweckt war.

Den 1. Reiki Grad erhielt ich im Oktober 1999 und alle weiteren Grade in Abständen von einem halben Jahr, so dass ich mich bereits Ende 2000 hätte Meister nennen können, zumindest auf dem Papier. So war ich nun mitten drin im REIKI-Geschehen und es folgte ein Kurs nach dem anderen.

 

Unabhängig von den vielen Kursen verstärkte sich mein Eindruck, dass etwas Entscheidendes fehlte, was mir anscheinend keiner der damaligen REIKI-Lehrer vermitteln konnte. Immer mehr Fragen tauchten auf und verstärkten meine tief sitzende Unsicherheit!

Nun erst begann meine Suche wirklich und damals glaubte ich, ich würde meine Antwort im Channeln finden. Also suchte ich weiter und kam zum Phoenix-Netzwerk, in welchem ich inzwischen aus Überzeugung Trägermitglied geworden bin.

 

Meine Ausbildung dauerte dort nicht nur ein Wochenende! Denn immerhin geht es um inneres Reifen und um eine echte Rückbindung an die Quelle des Seins, die wir GOTT nennen, durch das Leben der spirituellen Gebote. Dazu bedarf es aber der Bereitschaft, sich ein Leben lang in Ausbildung befindlich zu sehen, unabhängig davon, wie viel Kurse man macht.

 

Meine Wurzeln liegen zwar in der Esoterik und die will ich auch nicht verleugnen. Aber ich habe im Laufe der Zeit erkannt, wie wichtig eine Anbindung an Gott ist, und wie entscheidend es ist, nur ihn als die entscheidende Quelle der Heilung anzuerkennen, und alles andere eher skeptisch zu betrachten. Daher ließ ich dann auch sämtliche Reiki-Grade löschen, weil mir die Frage nach der wahren Quelle der Energien nie gut genug beantwortet werden konnte.

 

Die Hintergründe um Reiki sind komplex und viele Reikilehrer haben schon etwas dazu geschrieben als auch versucht, auf den Spuren Mikaos Usuis zu wandern. Sie reisten sogar nach Japan, um mehr über den Begründer der Reiki Methode zu erfahren. Allerlei Geschichtliches wurde bereits zusammengetragen, weshalb ich einen großen Dank an sie richten möchte, denn so konnte ich aus bereits Vorhandenem schöpfen. Bei zusätzlichen Recherchen stieß ich ergänzend auf interessante Hinweise, die mir in der Form noch nicht bekannt waren und das Bild gut abrundeten.

 

Vor einigen Jahren verfasste ich bereits einen Text, der den Reikilehrern dringend empfahl (Ist Reiki strafbar? - siehe als PDF-Datei auf der Seite Schriften), sich den wichtigen Reiki-Fragen zu stellen, bevor es möglicherweise zu drastischen Verboten kommen könnte. Zu meiner Überraschung stellte ich nun (2015) fest, dass sich Veränderungen ergeben haben und man teilweise wirklich bemüht war, Darstellungen zu korrigieren und sich um Qualitätssicherung zu kümmern.

 

Im Internet findet man entweder sehr ablehnende Seiten und Auseinandersetzungen zum Thema Reiki, oder Befürworter und jede Menge Lehr- und Behandlungsangebote. Christliche Seiten wehren sich nach wie vor gegen die Behauptung, dass Reiki eine göttliche Energie sei. Aber auch Bundesverbände sprechen nach wie vor Warnungen aus.

Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen, und der Erfahrungen von Reiki-Schülern, die bei mir um Löschung ihrer Einweihungen nachgesucht haben komme ich ebenfalls zu dem Schluss, dass Reiki etwas fehlt und sehr viele Gefahren mit der Reiki-Praxis verbunden sind, wenn man nicht gut genug ausgebildet ist.

 

In einer Gemeinschaftsarbeit mit Frau Heidemarie Meidlein, (ebenfalls ehemalige Reiki-Meisterin/ Lehrerin, Trägermitglied von Phoenix-Netzwerk) wurden die Licht– und Schattenseiten der Reiki-Methode erneut beleuchtet, und im nachfolgenden Text zusammengefasst. Darüber hinaus aber beschäftigen wir uns mit den Fragen:

 

Inwieweit ist Reiki tatsächlich mit Gott verbunden?

Ist wirkliche spirituelle Heilungsarbeit ohne Anbindung an GOTT überhaupt möglich?

Kann man ansonsten Reiki mit Gott verbinden und aus der nur schöpfungsgebundenen kosmischen/ universellen Energie aufsteigen in eine höhere Form der Heilung?

Ist Reiki geeignet für einen solchen Übergang? Wie würde das aussehen müssen?

 

 

 Inwieweit ist Reiki mit Gott verbunden?

 Text von Martina Struckhoff © und Heidemarie Meidlein als Co-Autorin

 

 

Was bedeutet das Wort „Reiki“ und um welche Energie handelt es sich?

 

In der Regel verbindet man Reiki überwiegend mit einer Heilungstätigkeit, „dem Handauflegen”. Reiki, ein japanisches Wort, bedeutet “universelle Lebensenergie”; diese Lebensenergie fließt mehr oder weniger in jedem Menschen. Außerdem bezeichnet man auch die ursprüngliche Naturheilmethode nach Mikao Usui allgemein als Reiki. Hierbei wird durch eine von Menschen gegebene Einweihung ein Kanal geöffnet, durch den man anschließend Reiki - die universelle Lebensenergie - kanalisiert, und zum eigenen Wohl und zur Hilfe anderer fließen lässt.

 

 

Welche Bindung geht man durch Reiki- Einweihung ein?

 

Die Reikimethode verbindet Menschen, weshalb man die spirituelle Linie innerhalb von Reiki auch so betont. Es ist ein Irrtum zu glauben, dass sie direkt in die göttliche Energie einweiht. Das kann nur durch Gott allein geschehen und ist keinesfalls durch Menschen machbar. Reiki ist ein esoterischer Einweihungsweg, der sich meistens als Umweg entpuppt. Hat man allerdings hier eine innere Wurzel, könnte Reiki ein Anfang sein. Das stellt aber trotzdem lediglich eine Durchgangsstufe auf dem wahren spirituellen Weg dar und noch kein Endziel. (Siehe dazu auch Manuela Schindlers Text “Was ist heidnisch?”)

 

Als die japanische Reikimethode in den Westen kam, wurden Anpassungen durch Menschen vorgenommen, und so entstanden Vermischungen zwischen der christlichen und buddhistischen Richtung. Allerdings wurde hier in den letzten Jahren einiges wieder gerade gerückt und viele Darstellungen wurden größtenteils korrigiert. So lässt sich eindeutig sagen, dass das Reikisystem buddhistischen Ursprungs ist. Interessanterweise stellten wir durch eine vertiefende Recherche fest, dass Reikivorläufer bereits vor Mikao Usui existierten und praktiziert wurden. Näheres dazu findet man hier.

 

 

Was fließt da nun überwiegend an Energien?

 

Oft fehlt anfangs das Wissen um die Wirkungsweise von Energien. Durch Überschätzung eigener Fähigkeiten, falsche Beurteilung der Situation oder Ungenauigkeiten in der Anwendung wird nicht nur der Reiki-Kanal für Lebensenergie geöffnet, sondern andere Kanäle wie geistiges Heilen, mediales Heilen, Schamanismus und andere mehr. Die kosmische universelle Energie, auch Prana genannt, ist vom ätherischen Standpunkt aus betrachtet eine Synthese aus verschiedenen Energien. Der Mensch reagiert am leichtesten auf Prana, und auf astrale und emotionale Kräfte, da er selbst überwiegend in diesen polarisiert ist. Jedes Denken, Fühlen und Tun spaltet sich deshalb automatisch in Polaritäten auf.

Anders ist das bei der Göttlichen Energie. Auch wenn der göttliche Atem Gottes die Welt durchstreift und inspiriert, so ist das reine Göttliche doch eine von der Welt befreite Energie, die den Polaritäten von gut und schlecht nicht unterworfen ist.

 

 

Reiki, eine vorbereitende Methode auf dem spirituellen Weg?

 

Ist Reiki nun Liebe und Lebensenergie, oder eine gelegte Verbindung, durch die auch noch etwas anderes fließen kann? Bei der Reikimethode wird man in die Anwendung der Reikienergie rituell durch einen Reikimeister/Lehrer eingeweiht und ist in Folge mit dem Lehrer verbunden. Das heißt konkret: (Reiki)-Symbole werden in den Ätherkörper und die Chakren eingegeben, die dadurch eine bestimmte Wirkung hervorrufen sollen, in der Regel die des entsprechendes Grades. (Traditionell Reiki 1-3). Die Symbole verbinden, reinigen und stützen gemäß ihrer Funktion und Aufgabe, vorausgesetzt man wurde korrekt eingeweiht! (Siehe hierzu bitte auch den vertiefenden Text von Manuela Schindler.)

 

In der Regel sind die meisten Menschen noch gar nicht in der Lage mit höheren Energien zu arbeiten und sie durchzuleiten; deshalb kann Reiki zunächst auch schützen, da man an ein durch die Symbole geregeltes Netz mit Lebensenergien angeschlossen ist. Höhere Energien brauchen jedoch einen geläuterten Körper und eine gereinigte stabile Psyche, um in das Körpersystem einzufließen ohne Gefährdung von Leib, Leben und Seele.

 

So reguliert Reiki im besten Fall positiv den Energiefluss, wenn im Vorwege Aufklärung, Lebensplan und Motive geprüft wurden, sowie im Anschluss daran intensive stufenweise Ausbildung stattgefunden hat.

Denn nur eine gute Ausbildung sorgt dafür, dass die Symbole sich ungeachtet dessen, was man bereits verinnerlicht hat, verhalten wie sie sollen. Im schlechtesten Fall treten Belastungen und körperliche Beschwerden auf. Besonders schlimm wird es, wenn innere Hinweise der Seele überhört wurden, die vor einer Einweihung gewarnt haben, oder verschiedene Einweihungen angehäuft wurden, die dann unerwartet aufeinander einwirken.

 

 

Durch eine Einweihung werden mediale Fähigkeiten einerseits forciert, andererseits strukturiert:

Basiswissen, spirituelle Regeln und die astrale Welt

 

Was aber für Viele überraschend sein dürfte, ist die Gefahr, dass diese Arbeit auch eine Verbindung schaffen kann zur astralen Welt.

Zunächst kann durch eine Reiki- Einweihung und die Chakrenöffnung eine erhöhte Energie einfließen, die eine Neuausrichtung und Reinigung bewirken soll. Aber leider kann auch, früher oder später, der Kontakt zu negativen Energien zunehmen, denn wo Licht ist, ist auch Schatten anzutreffen. Eigene Muster stehen in solchen Fällen zur Bearbeitung und Auflösung an, weshalb man eine Einweihung zunächst nur als eine Einleitung vor Antritt eines neuen Weges verstehen sollte. Die Erprobung und Prüfung folgt dann im täglichen Leben, wo man sich trotz der vielfältigen und alltäglichen Hindernisse dieser Energien als würdig erweisen muss.

 

Die astrale Welt, die Kehrseite der materiellen Welt, durch ein ätherisches Gewebe voneinander getrennt, betritt der Mensch zum Beispiel, wenn er Energiearbeiten macht. Es ist keine hoch geistige Welt, wie gern geglaubt wird, sondern eine Welt voller Geister und Trugbilder.

Tatsächlich beginnt der Weg aber in dieser Ebene.

 

Hier muss dann zunächst einmal Unterscheidungsvermögen erlernt werden! Es ist fortan vor allem die Frage wichtig, wie und ob man Basiswissen erarbeitet und mit den dort vorherrschenden Kräften zurecht kommt, ohne größeren Schaden zu nehmen. Weiß man das nicht, wird man sehr schnell zum Spielball von Kräften, die einen in Angst und Schrecken versetzen oder in die Irre leiten können.

 

 

Was bedeutet Heilung überhaupt?

 

Ist Heilung einfach herstellbar und verfügbar, gibt es ein Patentrezept? Ist wirkliche spirituelle Heilungsarbeit ohne Anbindung an GOTT überhaupt möglich?

 

„Es gibt ihrer viele, die Licht und Wahrheit gesucht haben,

immer aber nur außen, wo sie nicht war.

Denn die Wahrheit ist innen in dem Grund und nicht außen.“

Meister Eckhart

 

Einige große Meister beschreiben es so:

 

"Meistens beginnt man die Suche außen,

und nur wenn man bereit ist nach innen zu schauen, kann der Grund sichtbar werden."

 

Tatsächlich kann jede Heilarbeit bestenfalls nur unterstützen. Aber wirkliche Heilung kann man nur durch Gott allein erfahren.

Es ist durchaus möglich, dass körperliche Beschwerden durch eine Reiki-Einweihung/ Behandlung abklingen, sie nur noch geringfügig, oder ab und an noch mal auftauchen. Eine Reiki- Behandlung ist Energiemedizin und als Ergänzung zur klassischen Medizin durchaus vorstellbar. Allerdings nicht frei von Nebenwirkungen, denn innerhalb der Polaritäten muss man immer mit Nebenwirkungen rechnen, wie bei jedem anderen guten Heilmittel auch.

Jede Tablette (auch Vitamine) haben Nebenwirkungen, wenn sie zum Beispiel überdosiert werden oder Allergien vorliegen. Jede Operation birgt ein gewisses Risiko, es kann keine optimale Heilung garantiert werden.

Auch die christliche Lehre weiß, dass Heilung nicht erzwungen werden kann, sondern nur erfahren wird im Vertrauen auf Gott.

 

Es gibt definitiv keine fertigen Lösungen, sondern man muss sich mit dem Prozess des Ganzwerdens, der Heilung an sich, sehr viel tiefer auseinandersetzen.

Werden beständig wiederkehrende Impulse nicht gebührend beachtet, und stattdessen dauerhaft verdrängt, entsteht das, was man als Krankheit bezeichnet. Der Mensch wandelt zwischen hell und dunkel, zwischen gesund und krank hin und her, kommt mit Symptomen und Syndromen in Berührung, lernt verschiedene Energien und Heilungstechniken kennen, um mit ihnen umzugehen oder sich gegen diese zu behaupten, und sich so seinem seelischen Lebensziel stetig zu nähern.

 

Man lernt aus dem Polaritätengesetz, dass der negative Pol an sich nicht schlecht ist, aber zunächst einmal ausgelebt und gebraucht wird, bis man daraus genug gelernt hat. Nur so kann letztendlich Krankheit in Gesundheit verwandelt oder Energien transformiert werden, um in Folge den Körper darauf vorzubereiten, dass immer feinere höhere Energien durch ihn fließen können, um sein Leben zu heiligen. Dieses wird veranlasst durch die Aktivität der (Über)Seele (dem Höheren Selbst).

 

Nach Alice A. Bailey besteht die heilige Kunst des Heilens in der verständigen, liebevollen, wissenschaftlichen Anwendung von Energien und kommt auf drei Arten zustande; eine durch Aktivität der Seele, die anderen beiden durch Anwendung von psychologischen und medizinischen Methoden.

 

Betrachtet man das Wort Heilung einmal genauer, zerlegt man es in Heil – ung, so weist die Silbe ”ung” auf eine Tätigkeit hin, etwas tun (aktiv). Heil kann auch mehrere Bedeutungen haben: Heil im Sinne von ganz, vollständig oder auch Segen, Zustimmung zur Gesundheit, Genesung, arbeits- und gehfähig sein. Heilung kann ein Weg sein, der mehr als ein Leben lang andauert.

 

Heilung ist also nicht primär das Abnehmen von Krankheiten und Blockaden, da diese aus einem bestimmten Grund vorhanden sind, sondern ist auch eine Verpflichtung, zu sich selbst zu finden, ein Prozess, um unerwünschte Teile in sich zu akzeptieren und gegebenenfalls umzuarbeiten. (Erkenne dich selbst!) Es gilt also zu lernen der Schöpfung (wieder) zu vertrauen und den Weg der Läuterung und damit verbundenen Erlösung zu gehen. Jeder Mensch kann und darf Gott um Hilfe bitten! Diese reine Energie der Liebe muss man nur erbitten, zulassen wollen und aushalten können.

 

 

Kann man ansonsten Reiki mit Gott verbinden und aus der nur schöpfungsgebundenen kosmischen/ universellen Energie aufsteigen in eine höhere Form der Heilung?

 

Mir wurde bei Ausübung der Reiki-Behandlung anempfohlen, Gott mit einzubeziehen, mich vor einer Behandlung auf IHN auszurichten und folgenden Satz leise zu sagen oder zu denken: “Gottes Wille möge geschehen”, um dadurch den Eigenwillen und eigene unbewusste Absichten herauszunehmen und in Demut zu bleiben.

 

Man kann göttliche Energien nicht einfach anzapfen, aber es ist erlaubt Gott um Hilfe zu bitten und sich nach Ihm auszurichten. Hierzu braucht es allerdings Glauben, Vertrauen und Einsichten, die leider allzu oft zunächst einmal blockiert sind, denn man möchte Freiheit und bekommt stattdessen Regeln, Gebote und Ausbildung. Durch eine Entscheidung für ein höheres Ziel, mit der entsprechenden Ausrichtung zu Gott, ist ein erster wichtiger Schritt getan.

 

Ein wichtiger Lehrsatz zu einer energetischen Grundregel lautet:

„Man muss wissen, dass man zu dem wird, womit man sich befasst und wohin man strebt“ (aus dem Text von Manuela Schindler „Ethik für medial Begabte“ - siehe auf der Seite Texte als PDF-Download).

 

Wer sich auslebt in der Welt und Heilarbeit ausübt, dies als alleiniges Ziel und Glück sieht ohne Gott mit einzubeziehen, wird automatisch in dieser Ebene verbleiben. Nur wer sich spirituell auslebt und weiterentwickelt, und Gott sucht, wird dem göttlichen Geist näher kommen, denn jegliches Bestreben - innerlich sowie äußerlich -, zieht das Entsprechende an.

 

 

Ist Reiki geeignet für einen solchen Übergang? Wie würde das aussehen müssen?

 

Man sollte ausreichend eigene Stärke und Kraft entwickelt und die Aufgaben des jeweiligen Grades - in den man eingeweiht wurde - vollumfänglich durchdrungen haben, bevor man sich in den nächsten Grad einweihen lässt.

Hierbei helfen zuvor installierte Werte wie Ethik, Regeln und Gebote, und die Ausrichtung auf Gott. Aber das Unbewusste spielt nach wie vor eine Rolle und muss einer Läuterung unterzogen werden, und das geschieht überwiegend dann, wenn man sich für Weiterentwicklung entschieden hat. Man sollte mindestens aus Erfahrung wissen, dass es zwei Kräftegruppen gibt, sowie verschiedene Abstufungen der Medialität.

 

Kräfte zu haben und sie weiterzuentwickeln kann zunächst eine Bereicherung sein, allerdings können und werden sich die negativen Seiten ebenfalls verstärken, um in einem aktiven Läuterungsprozess umgewandelt zu werden. Letztlich geht es ja darum bewusster zu werden. Ist man bereit für eine höhere Form der Heilung, entwickelt sich zunächst eine Mischform vom Medium-Sein zum Kanal-Sein für das Höhere Selbst (Gott in uns), und fortan sind nur noch innere Einweihungen entscheidend.

Allerdings bedeutet das langfristig, die Reikimethode wieder loslassen zu müssen.

 

Letztlich erfährt jeder Mensch die Wirkung seiner eigenen Handlungen durch das Gesetz des karmischen Ausgleichs. Das gilt auch für die Menschheit als Ganzes. So orientiert man sich in seinen Handlungen an der eigenen Definition von gut und schlecht, und wird solange mit den Folgen konfrontiert, bis man die übergeordnete Einstellung gefunden hat und seine Haltung entsprechend ändert.

Diese Zeit bringt somit einen ständigen Wechsel der Polaritäten von Licht und Dunkel, Gut und Böse, Schlecht und Gut hervor, der den Menschen formt und zu einer reiferen Form der Spiritualität führen will, welche die Gegensätze letztlich wieder aufhebt.

 

„Also soll der Mensch mit großem Fleiß sich selber umgraben

und in seinen Grund sehen.“

Johannes Tauler

 

Eine Gottesausrichtung sollte grundsätzlich vorangestellt werden und den ersten Platz im Leben einnehmen. Diese Energie lässt sich NICHT kaufen oder verkaufen!

 

Lässt man sich auf eine Weiterentwicklung ein, beginnt eine intensive innere Schulung. Man kann öfter Impulse am Oberkopf spüren, eine göttliche Aktivierung, die Entwicklung forciert und unterstützt. Je nach Reife und Bereitschaft eines Menschen dauert dieser Prozess unterschiedlich lange, meistens aber länger, als man denken mag. Man erlebt deutliche Unterschiede in den verschiedenen Energien und muss keine zeitaufwendigen Heilbehandlungen mehr durchführen. Ist man in einer Haltung der Liebe, eins mit sich selbst, höher polarisiert und ausgerichtet auf Gott, strahlt man automatisch heilsame Energien auf seine Umgebung aus.

 

„Willst du fliegen, lass das hinter dir, was dich runterzieht.“

 

Wenn man verstärkt an der Selbstwahrnehmung sowie Bemeisterung arbeitet, begegnet man immer wieder Schwierigkeiten, die man leicht unterschätzt. Besonders die Blockadekraft der irdischen Persönlichkeit, und die daraus resultierende Forderungs- oder Verweigerungshaltung wird oft nicht richtig eingeschätzt.

Grundsätzlich zeigen sich vielfältige Hindernisse auf dem spirituellen Weg, sei es durch weltliche Begrenzung und karmische Beschaffenheiten, oder von jahrelang selbst aufgebauten Überlebensstrategien und Mustern.

Ist man in seiner Entwicklung soweit, werden automatisch Transformationsprozesse ausgelöst, die zur Umwandlung führen.
Hier sollte und darf nichts forciert werden (z.B. durch Chakren- und Kundalinistimulation), damit materielle Kräfte sich in Ruhe in geistige wandeln können. Geschieht dies zu früh und ohne vorherige Läuterung durch Beachtung der spirituellen Gebote, sind ernsthafte Störungen möglich.

 

 

Welche Aufgabe kann Reiki erfüllen?

 

Die göttliche Energie darf nicht missbraucht werden. Alles sollte seinen Platz haben.

Schließlich hat jeder Mensch eine Wahlfreiheit: Möchte ich Gott oder der Welt dienen? Das eine schließt das andere in letzter Konsequenz aus!

 

Man lebt in einer Welt, die astral-materiell geprägt ist und auch im spirituellen Ausdruck zunächst an diese Ebenen gebunden ist. Begibt man sich auf den Weg zu Gott und verlässt diese Ebenen, spürt man die Bindungen und Fesseln stärker, als einem manchmal lieb ist. Man braucht viel Kraft und manchmal auch Hilfen, um die eigenen Lebensfelder zu reinigen, und seine Beziehungen zu sich, der Umwelt und zu Gott klärend in die Hand zu nehmen, um zu einer umfassenderen Befreiung aufbrechen zu können.

 

Die Verantwortung ist hoch und man muss man früher oder später für alles geradestehen.

Unser Fazit: Als Übergang zu höheren Zielen könnte Reiki geeignet ein, als alleiniges Ziel und als Heilmethode für „Alles und Jeden“ sicher nicht. Reiki oder jede andere Energiearbeit wird nicht jeden Schaden in Ordnung bringen können.

Helfen ja, aber nur im Einklang mit dem göttlichen Plan.

 

 

 

Martina Struckhoff ©

und Heidemarie Meidlein als Co-Autor, Juni 2015