Was bedeutet mir das Leben mit Gott?

 von Manuela Schindler (C)

 

Ich wurde schon öfters gefragt, was für mich denn „leben mit GOTT“ bedeutet und wie das konkret aussehen würde bei mir. Die Antworten habe ich dann auch jedes Mal sehr gern gegeben, da es das liebste aller Themen für mich ist:

Mit Gott leben ist wie eine Partnerschaft im Geiste und durchzieht den gesamten Tag, jede Stunde, jede Minute. 

Es bedeutet zu wissen, dass er da ist. Immer und alle Zeit, alles mitbekommt und bereit ist, auf einen einzugehen. Auch jetzt. Also zutiefst alltagstauglich und wegweisend.

Das Ganze wird natürlich erleichtert, wenn man bereits erlebt hat, dass Gott so ist. Dass er ein inniger Partner unserer geistigen Seele (des höheren Selbstes) ist und durch diese den ganzen Menschen durchstrahlt, wann immer er will und der Mensch es erlaubt.

Nichts kann man tun, wenn er es nicht zulässt, da nützt alle Bemühung nichts. Auf meine Frage hin, ob er wirklich ALLES wisse, und man als Mensch so durchsichtig ist wie eine gut geputzte Glasscheibe, wurde es vom geistigen Lehrer ausdrücklich bejaht.

Nur gut, wenn man mit seiner Vergangenheit im Reinen ist! 

Vor allem im Alltag ist das Wissen um seine ständige Präsenz sehr schön. Keinen Handschlag macht man mehr "nur so", denn man hat einen mächtigen und äußerst liebenswerten Zuschauer, dem alles gehört. Deshalb gibt man sich bei allem, was man tut, ganz besonders Mühe und bekommt im Laufe der Zeit auch alles besser hin. Alles wird schöner, frischer, strahlender! Man kann sich leichter zurücknehmen und dem Wirken Gottes gerade in schwierigen Momenten Durchlass gewähren. 

Es ist jeden Morgen eine gute Hilfe, um die arbeitsreichen Tage gelassen anzugehen, wenn ich sogleich nach dem Aufwachen an Gottes Gegenwart denke. Sofort entspanne ich mich, denke an den Schutz und Segen, den ich mehrfach erfahren habe, kann loslassen, was in den vergangenen Jahren, Monaten und Tagen so schwer und belastend gewesen ist, und vergegenwärtige mir, dass gerade auch der neue Tag eine Chance ist, diesen Segen zum Ausdruck zu bringen.

Hat man Kummer und ruft nach Gott, so ist man umgehend getröstet, wenn es passt. Hat man selbst den Kummer verursacht, bekommt man zumindest durch das höhere Selbst oder den inneren Geistführer Impressionen, die darauf hinweisen und durch Bewusstwerdung eine Situationsveränderung ermöglichen.

Jedes Mal, wenn ich aus der Tür trete, schaue ich in den Himmel. Dann fällt mir immer der Spruch meines geistigen Lehrers ein: "Überall, wo du Himmel siehst, dahinter ist Gott. Wo kein Himmel ist, ist er innewohnend." 

Manchmal wird mir ganz schwindelig dabei, denn Himmel ist überall, während ich als Mensch nur ein winziger Punkt auf der Erde bin. Sehr tröstlich, hilfreich und ein Gefühl der Geborgenheit vermittelnd. Denn er wohnt ja auch im Herzen. Ist also trotzdem ganz nah bei uns.

Fakt ist, dass man sich geborgen fühlt und niemals mehr das Gefühl aufkommt, verlassen zu sein. Selbst wenn er seine Nähe wieder zeitweilig entzieht, kann man damit leben. Man tröstet sich mit den Erfahrungen, die man machen durfte und lebt weiterhin voller Werte, übt sich in den positiven Verhaltensweisen und gibt sich auch weiterhin allergrößte Mühe in allem. Vor allem aber stellt man dem großen Erwachen nicht mehr so viele Hindernisse entgegen wie ganz am Anfang des Weges.

Das Leben mit Gott ist eine zutiefst persönliche Angelegenheit, die man nicht durch Abstraktionen oder Unglauben von sich weisen sollte. Solange man nicht erfahren hat, wie groß die göttliche Bandbreite ist und dass er sehr fern, aber auch sehr nah sein kann, sollte man sehr vorsichtig sein mit Urteilen.

Ich durfte in den vergangenen Jahrzehnten oft erleben, wie eng man als Mensch denkt, selbst wenn man viele Jahre spiritueller Erfahrungen vorweisen kann! Wie es dann am Ende wirklich ist, kann man sich nicht ausdenken, schon gar nicht erwarten. Manchmal kommt Gott gerade zu schwierigen Menschen, um sie aufzuwecken, manchmal schickt er geistige Lehrer voraus.

Immer aber ist das "Erwachen der Seele" eine wichtige Angelegenheit, der man sich uneingeschränkt widmen sollte, damit man mehr und mehr dieses wunderbaren Wirkens bewusst erleben und verstehen kann.

Da gäbe es noch viel mehr zu schreiben, aber das gibt der Rahmen hier nicht her. Insofern denke ich, als bereits diese wenigen Zeilen dazu in der Lage sind, von der Schönheit eines Lebens, welches gemeinsam mit Gott gelebt wird, zu zeugen.

 

Manuela Schindler, 29. Januar 2018

 

 

Nachtrag 6. Januar 2020: Manuela Schindler hat das Thema ERWACHEN im Adventskalender 2019 bearbeitet. Bei Interesse in der Rubrik "SCHRIFTEN" zu finden als kostenloser Download.

 

 

 

 

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